Washington fürchtet schon heute die Rückkehr Trumps
Washington. Es sei zum Thema der Saison auf Dinnerpartys und Empfängen in Washington geworden, so schreibt die „New York Times” in ihrem „Washington Memo”: „Wohin würden Sie ziehen, wenn es wirklich passieren würde?” Das „es” ist eine zweite Amtszeit des früheren republikanischen Präsidenten Donald Trump.
Die meisten würden derzeit (noch) Witze machen, hieß es in der US-Zeitung. Es sei eine Art Galgenhumor mit einer dunklen Note. Doch: „Ein großer Teil des offiziellen Washingtons bereitet sich auf die Möglichkeit vor, dass der frühere Präsident Donald J. Trump tatsächlich zurückkehren könnte.” Und dieses Mal mit „Vergeltung” als erklärtem Auftrag. Aus genau diesem Grund sei die Diskussion aufgekommen, wohin sich die derzeitigen Regierungsangestellten in eine Art selbst auferlegtes Exil flüchten könnten.
Es herrscht „echte Nervosität”
Im Gespräch mit der „New York Times” nannte ein ehemaliges Mitglied des Kongresses Portugal, ein ehemaliger Agenturleiter sagte Australien. Kanada wäre der Favorit eines Beamten der derzeitigen Regierung unter US-Präsident Joe Biden, Frankreich der eines liberalen Kolumnisten. Ein ehemaliger Ermittler nannte Polen. „Ob sie es ernst meinen oder nicht”, das Ganze sei „ein deutlicher Hinweis auf die düstere Stimmung vieler Menschen in der Hauptstadt des Landes in diesen Tagen”, meinte das New Yorker Medium.
Nun habe Washington noch nie hinter Trump gestanden, doch derzeit herrsche echte Nervosität über die Rückkehr eines Politikers, der bereits zum Besten gab, mal für einen Tag Diktator sein zu wollen, der seine Feinde als „Ungeziefer” bezeichnet, das es „auszurotten” gelte, der damit droht, Gegner strafrechtlich zu verfolgen und dessen Anwälte sagen, er genieße möglicherweise Immunität, selbst wenn er die Ermordung politischer Rivalen anordne.
„Ich habe das Gefühl, dass diese Diskussion, aus welchen Gründen auch immer, in den letzten zwei Wochen immer mehr zugenommen hat”, sagte Miles Taylor, ein ehemaliger Beamter der Trump-Regierung, der zu einem lautstarken Kritiker des ehemaligen Präsidenten wurde, der Zeitung. Die Leute hätten das Gefühl, dass es bei einer zweiten Amtszeit von Trump höchstwahrscheinlich „zu Brandrodungen” kommen könnte.
RND/bab