SPD-Chef Walter-Borjans: Sympathie für 30-Stunden-Woche

Parteivorsitzender Norbert Walter-Borjans bei der Pressekonferenz der SPD zur Nominierung von Olaf Scholz als Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2021 im Gasometer am EUREF-Campus in Berlin.

Berlin. Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat sich für eine Verkürzung der Arbeitszeit ausgesprochen und Sympathie für die Forderung nach einer 30-Stunden-Woche gezeigt. Dieser Vorschlag stammt von der scheidenden Linksparteichefin Katja Kipping. "Warum sollte man darüber nicht reden - natürlich unter Beachtung der Tarifautonomie", sagte Walter-Borjans den Zeitungen der Funke Mediengruppe dazu. Zuvor hatte sich bereits Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) aufgeschlossen gezeigt. Eine verringerte Arbeitszeit sei möglicherweise ein geeignetes Mittel, um den Arbeitsmarkt zu stützen.

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Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch reagierte hingegen skeptisch. "Millionen Menschen mit niedrigen Löhnen kommen schon heute kaum über die Runden. Für sie bedeutet eine Verkürzung der Arbeitszeit in der Regel Abstieg und Armut", sagte Bartsch der Funke Mediengruppe. "Wo die Arbeitszeit schrumpft, tun dies leider in der Regel auch die Löhne."

Walter-Borjans: Wettbewerbsfähigkeit darf kein vorgeschobenes Argument sein

Walter-Borjans sagte, auch der Vorschlag des IG-Metall-Chefs Jörg Hofmann, eine Vier-Tage-Woche mit einem "gewissen Lohnausgleich" einzuführen, gehe in die richtige Richtung. "Wir sollten über flexible Arbeitszeitmodelle sprechen, die in Tarifverhandlungen vereinbart werden - passgenau für die jeweilige Branche", sagte er.

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Die IG Metall hatte die Vier-Tage-Woche ins Gespräch gebracht, um Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie zu retten. "Wir müssen darüber nachdenken, wie man weniger Arbeit gerecht verteilt", erklärte der SPD-Chef. Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen dürfe "kein vorgeschobenes Argument sein, um Arbeitszeitverkürzung zu verhindern".

RND/dpa