Politologe rechnet vor: Absolute Mehrheit für SPD in Mecklenburg-Vorpommern möglich
Schwerin. „Die Frau für MV“ – mit diesem Plakatslogan bestreitet Manuela Schwesig selbstbewusst den Wahlkampf. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern kommt bei den Wählern offenbar gut an. Ihrer Partei, der SPD, wird ein Ergebnis von 39 bis 40 Prozent bei den anstehenden Landtagswahlen vorausgesagt. In keinem anderen Bundesland und schon gar nicht im Bund kommen die Sozialdemokraten auf solch traumhafte Werte.
Selbst die absolute Mehrheit rückt für die 47-Jährige in greifbare Nähe. Wäre es möglich, dass die SPD nach dem 26. September allein die Regierung in dem Bundesland stellt? Wolfgang Muno, Professor am Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften in Rostock, hat dies mit einem eigens erarbeiteten Mandatsrechner durchgespielt.
Er und seine Kollegen kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Sollte die SPD noch zulegen und sollten Grüne und FDP an der Fünfprozenthürde scheitern – „dann könnten 42 Prozent für die SPD bereits für eine sehr knappe absolute Mehrheit reichen“. Das sagte Muno der „Ostsee-Zeitung“. Das sei vielleicht nicht realistisch – „aber es scheint nicht utopisch“, so Muno weiter.
Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-Politbarometer Extra hervorgeht, kommt die Regierungspartei wenige Tage vor der Wahl auf 39 Prozent. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hatte im Auftrag des ZDF zu Beginn dieser Woche rund 1000 Wähler im Nordosten zu ihrem Wahlverhalten befragt. Eine Woche zuvor war für die Nordost-SPD mit 38 Prozent ein ähnlich hoher Wert ermittelt worden. In Umfragen anderer Institute erreichte die Partei zuletzt 40 Prozent.
Für die FPD wird die Rückkehr ins Parlament zur Zitterpartie
Die Grünen, die derzeit nicht im Schweriner Landtag vertreten sind, legten zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zu und kommen in der neuen Umfrage auf 7 Prozent. Für die FDP wird die angestrebte Rückkehr ins Parlament zunehmend zur Zitterpartie: Die Liberalen liegen mit 5,5 Prozent nur noch hauchdünn über der maßgeblichen Fünfprozenthürde.
Die absolute Mehrheit für SPD ist also rein rechnerisch möglich. Es wäre eine Premiere in der Geschichte des Landes.
RND/may