Schmerzmittel unter Beschuss

Trump kündigt „Lösung“ für Autismus an

US-Präsident Donald Trump (links) spricht während einer Veranstaltung der Kommission „Make America Healthy Again" (MAHA) im Ostzimmer des Weißen Hauses, während der US-Minister für Gesundheit und Soziales, Robert F. Kennedy Jr., zuhört.

Washington. Nach einem Bericht der „Washington Post“ will die US-Regierung von Donald Trump in dieser Woche eine Erklärung veröffentlichen, in der die Einnahme des Schmerzmittels Tylenol durch Schwangere mit einem erhöhten Autismus-Risiko verknüpft wird. Tylenol ist in den USA als rezeptfreies Mittel erhältlich; sein Wirkstoff Acetaminophen ist identisch mit dem in Europa bekannten Paracetamol.

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Gängige Schmerzmittel sind Ibuprofen, Paracetamol und ASS.

Laut der Zeitung, die sich auf mehrere mit den Plänen vertraute Quellen beruft, soll die Ankündigung bereits am Montag erfolgen. Dies widerspräche geltenden medizinischen Leitlinien, die den Gebrauch von Paracetamol in der Schwangerschaft als sicher einstufen. Jahrzehntelange Forschung habe keinen klaren Zusammenhang zwischen der Einnahme und Autismus-Spektrum-Störungen ergeben, so Experten.

Neben der Warnung vor Tylenol will die Regierung nach Angaben der „Washington Post“ eine Initiative ankündigen, um den Einsatz des Medikaments Leucovorin bei Autismus zu prüfen. Einzelne kleinere Studien hätten bei Kindern mit Autismus Verbesserungen im Sprach- und Kommunikationsvermögen gezeigt, allerdings gelten diese Ergebnisse als vorläufig.

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Trump warnt vor Paracetamol in der Schwangerschaft: Steigert die Einnahme das Autismusrisiko?

Die Trump-Regierung hat eine Warnung für das Schmerzmittel Tylenol, hier bekannt als Paracetamol, ausgesprochen – wegen eines unbewiesenen Verdachts, das Autismusrisiko bei ungeborenen Kindern zu erhöhen. Wie ist die Studienlage?

Andeutungen bei Kirk-Beerdigung

Trump selbst hatte am Wochenende bereits Andeutungen gemacht. Bei einer Gedenkveranstaltung für den konservativen Aktivisten Charlie Kirk sagte er: „Ich glaube, wir haben eine Antwort auf Autismus gefunden.“ Tags zuvor sprach er von einer der „wichtigsten Ankündigungen“, die seine Regierung machen werde.

Im Umfeld der Regierung spielt Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. eine Schlüsselrolle. Bereits Anfang September hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, Kennedy wolle den Gebrauch von Tylenol während der Schwangerschaft mit Autismus in Verbindung bringen. Kennedy hatte in der Vergangenheit von einer „Autismus-Epidemie“ in den USA gesprochen, die durch „Umweltschadstoffe“ ausgelöst werde.

Fachleute weisen hingegen darauf hin, dass die Ursachen von Autismus noch immer nicht eindeutig geklärt sind. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass genetische Faktoren, möglicherweise in Kombination mit Umwelt-Einflüssen, eine Rolle spielen. Ein direkter Zusammenhang mit Paracetamol gilt bislang als nicht erwiesen.

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RND/bab