Gegen Gewalt an Frauen bestellen Italiener Pizza für den guten Zweck
Rom. In Italien will die Hilfsorganisation Action Aid mit einer Pizza-Bestell-Aktion Geld für Zentren sammeln, die Frauen mit Gewalterfahrungen unterstützen. Anlass für die Kampagne „Call4Margherita“ sei der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen gewesen, wie die Nichtregierungsorganisation (NGO) mitteilte. Zu diesem Anlass hätten sich Mitglieder der NGO unter anderem mit Italiens Justizminister Alfonso Bonafede und der Ministerin für Geschlechter-Gleichberechtigung, Elena Bonetti getroffen, um „effektivere Instrumente gegen Gewalt“ zu fordern.
In den Großstädten Rom, Mailand, Bologna oder Neapel können Menschen bis Anfang Dezember bei teilnehmenden Lieferdiensten eine Pizza Margherita bestellen. Ein Teil des Geldes wird für den Erhalt der Zentren verwendet, wie es in Mitteilung der NGO am Mittwoch hieß.
Polizist versteht versteckte Botschaft
Die Pizza-Aktion geht auf einen Vorfall aus diesem Sommer zurück. Eine Frau in Turin hatte sich und ihren Sohn laut der Nachrichtenagentur Ansa vor ihrem gewalttätigen Lebensgefährten retten wollen und die Polizei gerufen. Am Telefon hatte sie jedoch eine Pizza in ihre Straße bestellt, vermutlich um nicht aufzufliegen. Der Beamte verstand die versteckte Botschaft, der Mann wurde wenig später festgenommen.
Margherita - nicht nur der Name der Pizza-Variante, sondern auch ein italienischer Frauenname - steht Action Aid zufolge deshalb bei der Call4Margherita-Aktion für alle Frauen, die Gewalt erfahren. Die Organisation kritisierte die mangelnde Finanzierung der Zentren in Italien, besonders seit der Corona-Pandemie. „In unserem Land drohen sich immer mehr Türen für die Frauen zu schließen“, hieß es weiter.
RND/dpa