Elf verschiedene Nationen

Spanien neuer alleiniger Rekordchampion: Die bisherigen Europameister im Überblick

Spanien ist neuer Rekordeuropameister.

Spanien ist neuer Fußball-Europameister. Die Nationalmannschaft von Trainer Luis de la Fuente besiegte England im Finale mit 2:1 (0:0). Im Berliner Olympiastadion erzielten Nico Williams in der 47. Minute und Mikel Oyarzabal (86.) die Tore für die Furia Roja. Cole Palmer gelang für England nur der zwischenzeitliche Ausgleich (73.). Spanien sicherte sich damit bereits zum vierten Mal den Titel im Kontinentalwettbewerb und führt die Siegerliste damit vor Deutschland an, das dreimal Europameister wurde. Alle EM-Sieger hier im Überblick.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

1960: Sowjetunion

Die Europameisterschaft 1960 war eigentlich noch gar keine. Das Turnier wurde als „Europapokal der Länder“ ausgetragen und erst im Nachgang von der UEFA zur ersten Europameisterschaft erklärt. Mit dem heutigen Modus hatte das Turnier noch wenig zu tun: In K.-o.-Spielen wurde das Teilnehmerfeld für die Endrunde in Frankreich auf vier Mannschaften reduziert. Jugoslawien setzte sich dann im Halbfinale gegen Frankreich durch, die Sowjetunion gegen die Tschechoslowakei. Im Endspiel im Pariser Prinzenpark setzte sich die Sowjetunion dann mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung durch.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
UdSSR-Torhüter Lev Yashin mit dem erstmals vergebenen Henry-Delauney-Pokal.

1964: Spanien

Auch die zweite EM wurde noch als „Europapokal der Länder“ ausgetragen. Gastgeber Spanien schaffte es mit einem Sieg gegen Ungarn ins Endspiel, Titelverteidiger Sowjetunion sicherte sich den Finaleinzug gegen Dänemark. Im Finale setzte sich Spanien mit 2:1 (1:1) durch.

Spanien krönte sich 1964 in Madrid zum Europameister.

1968: Italien

Die dritte EM-Austragung wurde von Beginn an als Europameisterschaft gespielt, weiterhin aber nur mit vier Teams. Gastgeber Italien erreichte das Finale nach einem Sieg im Münzwurf, nachdem das Halbfinale gegen die Sowjetunion auch in der Verlängerung keinen Sieger gefunden hatte. Jugoslawien schaffte es nach einem Halbfinal-Erfolg gegen England zum zweiten Mal ins Endspiel. Das Finale in Rom fand erneut über 120 Minuten keinen Sieger (1:1), in einem Wiederholungsspiel zwei Tage später setzte sich Italien mit 2:0 (2:0) durch.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Im Wiederholungsspiel setzte sich Italien 1968 gegen Jugoslawien durch.

1972: Bundesrepublik Deutschland

Bei der vierten EM war die BRD erstmals mit dabei – und sicherte sich prompt den ersten Titel. Nach einem 2:1 im Halbfinale gegen Gastgeber Belgien setzte man sich im Finale dank zwei Treffern von Gerd Müller und einem Tor von Herbert Wimmer mit 3:0 (1:0) gegen die Sowjetunion durch.

Gerd Müller: Der „Bomber der Nation“ krönt die BRD zum Europameister.

1976: Tschechoslowakei

Die bundesdeutsche Mannschaft hätte ihren Titel vier Jahre später beinahe verteidigt. Beim Turnier in Jugoslawien konnte man im Finale einen 0:2-Rückstand gegen die Tschechoslowakei ausgleichen und zwang den Gegner ins erste Elfmeterschießen in einem EM-Finale. Uli Hoeneß schoss dann allerdings über das Tor, Antonin Panenka besiegelte mit einem legendären Heber in der „Nacht von Belgrad“ den einzigen Titel für die Tschechoslowakei.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Antonin Panenka hebt den Ball über Sepp Maier.
Ansicht wechseln

In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.

Zur vollständigen Ansicht

1980: Bundesrepublik Deutschland

Für die EM 1980 in Italien wurde der Modus geändert, das Teilnehmerfeld auf zwei Gruppen mit jeweils vier Teams erweitert. Die beiden Gruppensieger, Deutschland und Belgien, erreichten das Finale. Horst Hrubesch bescherte dem DFB-Team mit zwei Treffern beim 2:1 (1:0) den zweiten Titel.

Doppelpacker Horst Hrubesch mit dem EM-Pokal.

1984: Frankreich

Mit dem überragenden Michel Platini konnte sich Frankreich 1984 den ersten EM-Titel in der Heimat sichern. Mit neun Treffern bei dem Turnier ebnete Platini den Franzosen den Weg zum Titel – bis heute eine unerreichte Bestmarke. Im Endspiel setzten sich „Les Bleus“ in Paris gegen Spanien mit 2:0 (0:0) durch.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Bis heute unerreicht: Michel Platini traf 1984 neunmal.

1988: Niederlande

Ausgerechnet in der Bundesrepublik Deutschland sicherten sich die Niederlande 1988 den bis heute einzigen Titel der Verbandsgeschichte. „Oranje“ schaltete im Halbfinale das DFB-Team aus, der spätere „Bondscoach“ Ronald Koeman wischte sich mit Olaf Thons Trikot symbolträchtig den Hintern ab und wiegelte die deutsch-niederländischen Fan-Lager weiter gegeneinander auf. Im Endspiel gegen die Sowjetunion sicherten Ruud Gullit und Marco van Basten mit ihren Treffern dann das 2:0 (1:0) für die Niederlande und den Titel.

In München kürt sich Holland zum Europameister.

1992: Dänemark

Weltmeister Deutschland schien sich beim Turnier in Schweden auf dem besten Weg zum nächsten Titel zu befinden. Im Finale von Stockholm kam es jedoch zum Schock: Dänemark besiegte die gesamtdeutsche DFB-Elf von Berti Vogts mit 2:0 (1:0). Die Dänen waren ursprünglich gar nicht qualifiziert und rückten für Jugoslawien nach. Doch „Danish Dynamite“ kämpfte sich bis zum Titel.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Finalsieg 1992: Die Geburtsstunde von „Danish Dynamit“.

1996: Deutschland

Zum Turnier in England wurde das Teilnehmerfeld erstmals auf 16 Teams vergrößert. Mit knappen Siegen über Kroatien (2:1) und England (6:5 i.E.) erreichte Deutschland das Finale. Gegen Tschechien geriet man im Londoner Wembleystadion per Foulelfmeter in Rückstand (59.). Oliver Bierhoff rettete das DFB-Team jedoch mit einem ersten Treffer in die Verlängerung (73.). Dort schoss Bierhoff Deutschland mit dem ersten Golden Goal auf Herrenebene dann zum dritten Titel.

Deutschlands bisher letzter EM-Triumph: Oliver Bierhoff bejubelt sein Golden Goal.

2000: Frankreich

Der amtierende Weltmeister Frankreich profitierte beim Turnier in Belgien und den Niederlanden ebenfalls vom Golden Goal. Im Halbfinale gegen Portugal sicherte Zinédine Zidane per strittigem Foulelfmeter zum Golden Goal den französischen Finaleinzug. Im Endspiel von Rotterdam war es dann David Trezeguet, der beim Stand von 1:1 in der Verlängerung per Volley ein weiteres Golden Goal zum Titel erzielte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Auch David Trezeguet entscheidet eine EM per Golden Goal.

2004: Griechenland

Unter Trainer Otto Rehagel schaffte Griechenland 2004 eine der größten Sensationen der Fußballgeschichte. Schon im Eröffnungsspiel des Turniers in Portugal sorgte man mit einem Sieg über die Portugiesen für eine große Überraschung. Nach K.-o.-Siegen über Frankreich und Tschechien kam es im Endspiel von Lissabon zum Wiedersehen mit den Portugiesen. Angelos Charisteas erzielte den entscheidenden Treffer, krönte Griechenland zum Europameister und Trainer „Rehakles“ zum Volkshelden.

Das Wunder von Lissabon: Griechenland wird Europameister.

2008: Spanien

In Österreich und der Schweiz legte „La Furia Roja“ den Grundstein für eine beispiellose Dominanz. Die spanische Mannschaft begeisterte mit ihrem „Tiki-Taka“-Fußball. Im Endspiel von Wien traf man auf eine junge deutsche Mannschaft mit dem neuen Bundestrainer Joachim Löw. Shootingstar Fernando Torres entschied das Duell auf Augenhöhe mit seinem Treffer in der 33. Minute.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Fernando Torres überwindet Philipp Lahm und Jens Lehmann.

2012: Spanien

Spanien, inzwischen auch Weltmeister, konnte den Titel als erste Mannschaft 2012 in Polen und der Ukraine verteidigen. Das Team um Xavi und Andrés Iniesta legte im Finale in Kiew eine beeindruckende Machtdemonstration gegen Italien hin, das zuvor im Halbfinale durch einen Doppelpack von Mario Balotelli die deutsche Elf ausgeschaltet hatte. Spanien besiegte Italien mit 4:0 – der Schlusspunkt unter die „Tiki-Taka“-Ära.

Auf dem Höhepunkt: Spanien holt 2012 den dritten Titel in Serie.

2016: Portugal

Alles deutete 2016 auf ein französisches Sommermärchen hin: Der EM-Gastgeber begeisterte das Land, erreichte weitgehend souverän das Finale. Alles war für den Titel von „Les Bleus“ angerichtet – zumal sich Portugals Superstar Cristiano Ronaldo im Endspiel in Paris auch noch verletzte. Doch Portugal zwang Frankreich in die Verlängerung, wo Joker Éder beinahe aus dem Nichts zum Titel für die Iberer und direkt ins französische Fußball-Herz traf.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Éder schießt Portugal zum EM-Titel.

2021: Italien

Wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben, fand die EM 2021 zum 60-jährigen Jubiläum in zwölf verschiedenen Ländern statt. Zudem wurde das Teilnehmerfeld auf 24 Teilnehmer erhöht. Italien, das drei Jahre zuvor bei der WM noch zuschauen musste, präsentierte sich unter Trainer Roberto Mancini wieder als ernstzunehmender Mitfavorit und erreichte das Endspiel mit effizientem Fußball. England und Trainer Gareth Southgate ließen die heimischen Fans vom „Coming Home“ im Finale von Wembley träumen. Luke Shaws früher Treffer brachte die Euphorie in England zum Überschwappen, doch Leonardo Bonucci konnte für die „Squadra Azzurra“ ausgleichen. Auch nach Verlängerung war kein Sieger gefunden. Im Elfmeterschießen wurde Torhüter Gianluigi Donnarumma dann zum italienischen Trumpf: Er parierte gegen Bukayo Saka und Jadon Sancho, Marcus Rashford traf zudem an den Pfosten – Italien setzte sich mit 3:2 durch und holte den ersten EM-Titel.

Starker Rückhalt: Gigi Donnarumma hält Italien den Titel fest.

2024: Spanien

Bei der Europameisterschaft in Deutschland war Spanien das überzeugendste Team. Im Finale im Berliner Olympiastadion setzten sich die Iberer verdient mit 2:1 gegen England durch. Damit ist „La Furia Roja“ neuer Rekord-EM-Champion. Auf dem Weg zum Titel schaltete das Team um den erst 17 Jahre alten Lamine Yamal unter anderem den Gastgeber aus (2:1 nach Verlängerung im Viertelfinale

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Spanien feiert den EM-Titel 2024 ausgelassen.