Nagelsmann-Elf glücklos

Chancenwucher gegen die Ukraine: DFB-Team bleibt im vorletzten EM-Test torlos

Das DFB-Team um Robert Andrich ist gegen die Ukraine torlos geblieben.

Für weitere EM-Euphorie hat am Ende vor allem ein Tor gefehlt. Am Montagabend vor 42.789 Fans im ausverkauften Nürnberger Max-Morlock-Stadion musste sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen die Ukraine mit einem 0:0 begnügen. Der Plan von Julian Nagelsmann lautete: Trotz der fehlenden Toni Kroos und Antonio Rüdiger, den Champions-League-Siegern von Real Madrid, ging es darum, „die Rollen auch bei den Tests durchzuziehen”, verriet der Bundestrainer auf der Pressekonferenz. Man müsse „schon ein Konstrukt und einen Rhythmus finden”, machte der DFB-Coach vor Anpfiff in der ARD deutlich – auch wenn dies „kein Freifahrtschein” für die Akteure in der Startelf sei.

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Nagelsmann nahm drei erwartete Veränderungen im Vergleich zu den Siegen in Frankreich und gegen die Niederlande vor. Manuel Neuer kehrte 550 Tage nach seinem letzten Länderspiel, dem 4:2 gegen Costa Rica bei der WM 2022, ins Tor zurück. Waldemar Anton übernahm Rüdigers Rolle in der Innenverteidigung neben Jonathan Tah. Pascal Groß ersetzte den nun mit 34 Titeln besten deutschen Fußballer Kroos neben Robert Andrich im defensiven Mittelfeld. Und genau das war die Königsaufgabe. In beiden Partien im März war Kroos nach seiner Rückkehr wieder Lenker und Schaltzentrale. Er fehlte im vorletzten Test vor dem Heimturnier.

Beier und Pavlovic debütieren

In Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz, der bei der Begrüßung im Stadion ausgepfiffen wurde, startete Deutschland behäbig. Zumindest gab es einige Abschlüsse. Maximilian Mittelstädt aus der Ferne (10.) hatte die erste, Kapitän Ilkay Gündogan per Kopf (15.) die beste deutsche Chance. Der DFB-Coach griff ein, gab Neuer Anweisungen für seine Vorderleute, auch Mittelstädt bekam am Feldrand Instruktionen. Mit der Laola im Rücken kam auch Florian Wirtz vom Strafraumeck zum Anschluss. Einmal musste Neuer gegen Roman Jaremtschuk auch einen gefährlichen Schuss parieren (38). Einmal zeigte sich die Kongenialität von Jamal Musiala und Wirtz – nach einem schönen Doppelpass verhinderte ein ukrainisches Bein das Tor des Leverkuseners.

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Nach der Pause machte Nagelsmann das Stuttgarter Quartett auf dem Rasen komplett: Neben Anton und Mittelstädt kamen Deniz Undav für Gündogan und Chris Führich für Wirtz. Mit dem Flügelspieler Führich ging es druckvoller nach vorne. Undav auf Vorlage seines VfB-Kollegen schloss ab (56.).

Dann rotierte Nagelsmann. Einspielen ja, aber wie er angekündigt hatte, sollte „beim ein oder anderen etwas früher gewechselt werden”. Fast der komplette Kader sollte auf Herz und Nieren getestet werden – einer von 27 aus dem vorläufigen Aufgebot muss noch gestrichen werden. So kamen Thomas Müller, Debütant Maximilian Beier und Robin Koch für Kai Havertz, Musiala und Tah. Der Hoffenheimer Beier brauchte keine Anlaufzeit, traf das Lattenkreuz (61.), scheiterte dann an Keeper Anatoliy Trubin (63.). In den letzten 20 Minuten durfte auch Bayern-Talent Aleksandar Pavlovic erstmals im DFB-Trikot ran.

Am Ende hatte Neuer Glück, als er am Mittelkreis einen Fehlpass spielte, woraus nur wegen Abseits kein Angriff entstand. Die letzte Chance verpasste Undav in der Nachspielzeit nach einem Konter.

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Mit dem kompletten DFB-Aufgebot inklusive Kroos und Rüdiger sowie den Final-Verlierern Niclas Füllkrug und Nico Schlotterbeck vom BVB geht es am Freitag (20.45Uhr, RTL) in Mönchengladbach zur Generalprobe für die EM gegen Griechenland. Bis dahin bereitet sich Nagelsmanns Elf in Herzogenaurach vor. Turnierstart ist am 14.Juni gegen Schottland.