Was ist Tuberkulose – und wie gefährlich ist die Krankheit?

Die häufigste Form der Tuberkulose ist die Lungentuberkulose.

Die häufigste Form der Tuberkulose ist die Lungentuberkulose.

Cloppenburg. In einem Schlachthof im Landkreis Cloppenburg sind mehrere Mitarbeiter an Tuberkulose erkrankt. Ein Mensch starb. Nach Auskunft des Landesgesundheitsamtes sind die betroffenen Arbeiter Rumänen.

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Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose ist die tödlichste Infektionskrankheit weltweit – noch vor Aids. Schätzungsweise zehn Millionen Menschen sollen laut eines aktuellen WHO-Berichts weltweit an Tuberkulose erkrankt sein. 1,6 Millionen Menschen starben 2017 an Tuberkulose. Teilweise wird Tuberkulose auch als "Armutskrankheit" bezeichnet, denn sie ist vor allem in strukturschwachen Regionen in Afrika, Osteuropa und Zentralasien verbreitet.

Wie wird Tuberkulose übertragen?

Erreger sind Bakterien der Familie Mycobacteriaceae, langsam wachsende Stäbchenbakterien. Der wichtigste Erreger beim Menschen ist M. tuberculosis. Die häufigste Form der Tuberkulose ist die Lungentuberkulose, sie wird von Mensch zu Mensch übertragen, also zum Beispiel beim Husten oder Niesen.

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Wie macht sich Tuberkulose bemerkbar?

Bei der Tuberkulose muss man zwischen "infiziert" und "erkrankt" unterscheiden. "Nur etwa fünf bis zehn Prozent der Infizierten erkranken an einer aktiven Tuberkulose", teilt das niedersächsische Gesundheitsministerium mit. Zu einer Erkrankung komme es vor allem bei Menschen mit schwachem Immunsystem wie beispielsweise Kindern oder HIV-Patienten.

Eine Tuberkulose macht sich wie folgt bemerkbar: Am Tag fühlt man sich wie bei einer Grippe schlapp, in der Nacht hat man Schweißausbrüche. Hinzu können Fieber, Kurzatmigkeit, ungewollter Gewichtsverlust und Husten mit blutigem Auswurf kommen.

Laut niedersächsischem Gesundheitsamt ist Tuberkulose mit Medikamenten meist gut behandelbar und heilbar. Eine Lungentuberkulose wird standardmäßig mit Antibiotika behandelt.

Ist das Fleisch aus dem betroffenen Schlachthof gefährlich?

Von dem im Betrieb verarbeiteten Fleisch gehe nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen kein Infektionsrisiko aus, erklärte der Landkreis. „Die Gefahr ist minimalst“, sagt auch Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Man kann zwar nie komplett ausschließen, dass es irgendwo auf der Welt vielleicht mal einen Fall gab, bei dem Tuberkulose über eine Fläche (wie das bei Fleisch der Fall wäre) übertragen wurde – im Fall von Cloppenburg müssen sich Verbraucher aber wenig Gedanken machen.

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Tuberkulose in Deutschland

In Deutschland wurden dem Robert-Koch-Institut im vergangenen Jahr 5486 Tuberkulose-Fälle übermittelt. Das waren etwas weniger als 2016 (insgesamt 5949 Fälle). 102 Menschen starben laut aktuellem "Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland für 2017" an Tuberkulose.

Demnach erkrankten Männer häufiger als Frauen. Der Anteil der im Ausland geborenen Patienten macht drei Viertel aller Betroffenen aus. Nach dem Bericht waren im vergangenen Jahr 238 Kinder und Jugendliche an Tuberkulose erkrankt.

„Tuberkulose nimmt in Deutschland wieder zu“, erklärt Welte. Das liegt vor allem an der Migration und demografischen Veränderungen. „Bluthusten heißt heute auch wieder Tuberkulose-Verdacht“, sagt Welte. Man müsse die Ärzte wieder entsprechend schulen, sodass sie die Symptome erkennen könnten.

Von RND/asu/dpa

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