Schuhmode im Herbst/Winter: leichte Schuhe für schwere Zeiten

Die wahnsinnig beliebten Sneaker erhalten aktuell gerne Anleihen von anderen Schuhmodelle - diese sogenannten hybriden Sneaker erinnern etwa an Outdoor-Stiefel. Hier ein Beispiel von Keen in der ebenfalls angesagten Farbe Cognac (110 Euro).

Die wahnsinnig beliebten Sneaker erhalten aktuell gerne Anleihen von anderen Schuhmodelle - diese sogenannten hybriden Sneaker erinnern etwa an Outdoor-Stiefel. Hier ein Beispiel von Keen in der ebenfalls angesagten Farbe Cognac (110 Euro).

Offenbach/Köln. Manchmal sind Modetrends sehr nachvollziehbar. Etwa die Schuhmode des Herbstes und Winters 2021/22. „Wenn die Zeiten hart sind, braucht man eben einen festen Stand“, sagt Claudia Schulz, die Sprecherin des Deutsches Schuhinstituts, über diese Trends. Zum Beispiel wirkten nun manche Sneaker, wenn auch noch optisch entfernt, wie Outdoor-Stiefel – stilsicher, aber zugleich tritt- und wetterfest.

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Die Modelle für diese harten Zeiten sind mitunter zwar aus luftigen Materialien gefertigt, hinterlassen durch ihre Profilsohlen jedoch einen gewaltigen Eindruck. „Die Schuhe wirken, als könnte man damit die Alpen überqueren. Sie sind aber eigentlich total komfortabel und leicht“, erläutert die Trendanalystin Karolina Landowski vom Deutschen Modeinstitut in Köln.

„Als ob ich in Kanada Holz fällen wollte“

Landowski führt den Outdoor-Trend auf den soziokulturellen Einfluss der Pandemie zurück: „Gefühlt hat jetzt jeder einen Camper, geht Wandern und Zelten.“ Claudia Schulz ergänzt: „Manche dieser Modelle sehen sogar so aus, als ob ich in Kanada Holz fällen wollte.“

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Dementsprechend könnten die Männer gut Cargohose und Hemd mit Karomuster dazu kombinieren. Alternativ empfiehlt Karolina Landowski eine weitgeschnittene Denim-Hose oder eine Jogpant aus hochwertigem Wollmaterial, darüber ein kuscheliger Strick-Cardigan oder Pullunder.

 Die Ästhetik der Schuhe wird lässiger. Angesagt sind zum Beispiel im Herbst und Winter Desert-Boots mit Kreppsohle. Hier ein Beispiel in den modischen Erdfarben von Deerberg (ca. 100 Euro).

Die Ästhetik der Schuhe wird lässiger. Angesagt sind zum Beispiel im Herbst und Winter Desert-Boots mit Kreppsohle. Hier ein Beispiel in den modischen Erdfarben von Deerberg (ca. 100 Euro).

Auch die Schuhmode wird lässiger

Ebenfalls pandemiebedingt macht sich in der Mode allgemein eine neue Lässigkeit breit – in der Oberbekleidung und bei den Schuhen. An letzteren merkt man das etwa an dem Stretchanteil – es gehe nicht mehr ohne, so die Trendanalystin Schulz.

Nun wandele sich auch noch vermehrt die Ästhetik der Schuhe in Richtung Lässigkeit: „Getragen werden Boots aus Veloursleder aber auch Dessert-Boots mit Kreppsohlen.“ Schick und zugleich lässig sind die weiterhin angesagten klassischen Loafer. „Entweder aus Velours, damit man unkompliziert reinschlüpfen kann, oder hochwertig verarbeitetes Nubuk-Leder“, so Landowski.

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Maxikleid trifft Hikingschuh

Und auch bei den Frauen sind die groben Schuhsohlen im Trend, etwa an den sogenannten Hiking- und Utility-Boots. „Zum Beispiel mit einer Schnüre oder einem Klettverschluss. Manchmal gibt es sogar ein Täschchen an der Seite“, nennt Simone Reiner, Redakteurin beim Fachmagazin „Textilwirtschaft“, ein paar Varianten.

Hiking-Boots sind im Trend - und das erkennt man auch daran, dass ihre Optik etwas straßentauglicher wird. s.Oliver zum Beispiel setzt auf Rosa-Töne und eine vergleichsweise schickere Optik (ca. 70 Euro).

Hiking-Boots sind im Trend - und das erkennt man auch daran, dass ihre Optik etwas straßentauglicher wird. s.Oliver zum Beispiel setzt auf Rosa-Töne und eine vergleichsweise schickere Optik (ca. 70 Euro).

Zu den Utility-Boots passen zum Beispiel Midi- und Maxikleider gut. Auf den Kontrast kommt es an – und das Zusammenspiel. „Im besten Fall verschwindet der Schuh mit seinem Schaft unter dem Kleid“, erklärt Reiner. Ähnlich praktisch und ähnlich in der Optik sind Gummistiefel, die im Herbst tatsächlich ebenfalls ein modisches Ding sein werden.

Hausschuhe sind nicht mehr nur für Senioren und Seniorinnen

Die Alternative: Sandalenähnliche Hausschuhe, die etwa mit Fell ausgekleidet sind. „Diese Schuhe sind dann mit einer outdoor-tauglichen Sohle versehen“, sagt Reiner. Überhaupt sind Hausschuhe längst kein verstaubtes Utensil älterer Generationen mehr, das zu Hause versteckt werden muss, wenn der Besuch mal vorbei kommt. Als „eine Mischung aus Ballerinas und Flippern“ beschreibt Karolina Landowski angesagte bequeme Schuhgattung.

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Sie sind der Trend für die herbstlichen und winterlichen Tage: Sandalenähnliche Hausschuhe mit warmer Fellauskleidung und outdoor-tauglicher Sohle. Steffen Schraut zum Beispiel setzt auf den angesagten Farbton Greige (249 Euro).

Sie sind der Trend für die herbstlichen und winterlichen Tage: Sandalenähnliche Hausschuhe mit warmer Fellauskleidung und outdoor-tauglicher Sohle. Steffen Schraut zum Beispiel setzt auf den angesagten Farbton Greige (249 Euro).

Der Hintergrund: Bei den Menschen sei insgesamt der Wunsch nach Schuhen groß, die sie von früh bis spät tragen können – vom morgendlichen Start im Heimbüro bis hin zum Abend im schicken Restaurant.

Vermehrt helle Schuhe im Trend

Neben Schwarz sind bei den Schuhen besonders erdige Farbtöne angesagt, dazu zählen auch Cognac, Whiskey und Camel. Und der grüne-beige Olivton. Trendexpertin Karolina Landowski prognostiziert zudem eine steigende Beliebtheit für Weiß, Beige und die sogenannten Offwhites – das sind Töne mit leicht grauem oder gelbem Schimmer oder helle Cremefarben. Und das, „obwohl helle Schuhe lange Zeit als unverkäuflich“ galten.

Branchenexpertin Schulz bestätigt die Trend-Einschätzung: „Es gab noch nie so viele helle und weiße Schuhe.“ Durchgesetzt habe sich dieser Farbtrend vor allem durch den weißen Sneakerkult. Dabei sind weiße Schuhe ja tendenziell eher schwierig im Herbst und Winter – bei Matschwetter. Aber das ist laut Simone Reiner kein Problem: „Es muss kein reines Weiß sein. Eher ein verwaschenes Grau, bei dem vielleicht ein bisschen Khaki mit dabei ist.“

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RND/dpa

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