Rostpatina und Outdoorteppiche: Gartendekotrends in diesem Sommer

In seinem alten Gewand hat der Gartenzwerg derzeit ausgedient – kommt er demnächst wieder in Mode?

In seinem alten Gewand hat der Gartenzwerg derzeit ausgedient – kommt er demnächst wieder in Mode?

Hedden. In den warmen Monaten zieht es viele ins grüne Zuhause – das Sofa wird gegen die Hängematte, die Küche gegen den Grill und das Spielzimmer gegen den Sandkasten getauscht. Der Sommergarten soll Gemütlichkeit bieten und noch dazu schick aussehen. Deshalb wird in Beet, Busch und Baum auch leidenschaftlich dekoriert.

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Ein Teppich schafft Gemütlichkeit auch im Garten

„Im Sommer sind die Übergänge zwischen drinnen und draußen fließend“, sagt Katrin Block vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLaBau). „Fenster und Türen stehen offen, das Wohnzimmer wandert in den Garten und umgekehrt, im Innenbereich finden immer mehr Pflanzen Platz.“ Diese Entwicklung kennt auch die Berliner Gartendesignerin Jenny Feuerpeil. Outdoorteppiche in bunten Farben und mit graphischen Motiven sind ihr als großer Garten-Trend aufgefallen. „Damit sieht die Terrasse dann wirklich aus wie ein Wohnzimmer“, sagt Feuerpeil.

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Laut Annehilde Pohl sind natürliche Materialien bei Gartenmöbeln und -dekoration absolut in. Pohl betreibt ein Deko-Geschäft in Hebben an der Nordsee und stellt auf ihrem Youtube-Kanal regelmäßig aktuelle Dekorationstrends für den Garten zum Pflanzen, Kaufen oder Selbermachen vor. „Es gibt sehr viel Korbgeflecht aus Weide, Sisal oder Wasserhyazinthe, Hocker oder auch Deko-Objekte zum Aufhängen“, erklärt Pohl.

Bei der Gartendekoration schwinge während der Corona-Pandemie auch etwas Fernweh mit. „Besonders im Trend liegt im Moment der mediterrane Style“, weiß Pohl. Das zeige sich bei der Pflanzenwahl – Lavendel und Oleander sind heiß begehrt – aber auch in der Dekoration: „Ein absoluter Klassiker sind große Töpfe aus Ton oder Terrakotta zum Bepflanzen“, sagt Pohl. Große Töpfe oder Krüge können im Garten auch unbepflanzt für Mittelmeeratmosphäre sorgen. Wichtig bei Deko-Objekten aus Ton: „Es muss doppelt gebrannt sein, damit es nicht beim ersten Frost auseinanderbröselt“, betont Pohl.

Absolut im Trend: Rostpatina

Ein Verkaufsschlager ist laut der Deko-Expertin auch der Gartenstecker – der zwar altbewährt ist, deshalb aber noch lange nicht altmodisch sein müsse. „Es gibt sie mittlerweile in ganz vielen Variationen, als lustige oder eher natürliche Tierfiguren, mit abstrakten Formen wie Kugeln, als glänzende Silberelemente oder in Rostoptik“, erklärt Pohl.

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Apropos Rost: Auch der liegt schwer im Trend. Neben Steckern und Dekofiguren seien auch Stehlen, verzierte Staudenhalter, Rosenbögen oder ganze Pavillons mit Rostpatina bei den Kundinnen und Kunden beliebt. „Besonders im ländlichen Bereich trifft das sehr den Geschmack“, sagt Pohl.

Runde Sache auf dem Rasen: Gartenkugeln

Auch Gartenkugeln gibt es in Rostoptik, aber auch noch in vielen anderen Designs. Das Angebot reiche von Kugeln aus Drahtgeflecht, die sich im Boden verankern lassen, über schwere, abgeschlossene Kugeln bis hin zu Leuchtkugeln. Für diese Variante sei allerdings ein Stromanschluss nötig, betont Pohl. „Solarleuchten sind leider nicht zu empfehlen, sie funktionieren einfach nicht richtig.“

In Sachen Beleuchtung seien außerdem Lichterketten im Garten weiterhin ein großes Thema, ebenso wie Kerzengläser oder Flaschen als Windlicht zum Aufhängen oder Hinstellen. Der „Shabby Chic“- oder Vintage-Look ist laut Pohl besonders gefragt: „Es soll gerne etwas älter aussehen.“

Fest etabliert: Die Buddha-Statue

Nicht mehr ganz so extrem wie vor einigen Jahren, aber immer noch häufig gekauft werde die Buddha-Statue, berichtet Pohl. Ob sitzend, liegend, oder als riesiger Kopf – es gibt sie in allen möglichen Formen und Größen.

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Die Gartendesignerin Jenny Feuerpeil findet den Buddha im Garten eher unstimmig. „Ich habe noch in keinem japanischen Garten einen Buddha gesehen“, sagt die Expertin für den japanischen Gartenbaustil. Der Buddha ist aus ihrer Sicht Ausdruck des Bedürfnisses nach Ruhe und Entspannung. Ob sich das durch den Kauf einer Statue erreichen lasse, sei aber eher fraglich. „Ich will es aber auch nicht abwerten – alles, was dazu führt, dass die Menschen sich mit ihrem Garten auseinandersetzen und mit ihm in Interaktion treten, finde ich gut“, sagt die Gartenexpertin.

In Sachen Exotik hat sich das Dekoangebot inzwischen um große Steinfiguren im Moai-Stil von den Osterinseln erweitert. „In einen Naturgarten passt so eine Figur aber nicht so gut“, findet Gartendeko-Youtuberin Annehilde Pohl. Der Moai-Kopf mache eher in einem modernen Garten mit klaren Linien und vielen Steinen eine gute Figur. Große Statuen haben es Pohl angetan. Ihr Favorit in diesem Sommer: „Große Gesichterskulpturen aus Beton – die gibt es als Frau und als Mann, sie sind über einen Meter hoch und wiegen 150 Kilo.“

Der Gartenzwerg braucht einen neuen Look

Die Gartendesignerin Feuerpeil hat in ihrem Garten zwei japanische „Koinobori“-Karpfenflaggen als Dekoration aufgehängt. „In Japan werden sie am Kindertag am 5. Mai gehisst, bei uns hängen sie aber den ganzen Sommer über“, erzählt die Japan-Expertin.

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Ein absolutes No-Go sind für Garten-Youtuberin Pohl knallbunte Figuren. „Manchmal sieht man so ein pinkes oder blaues Schaf im Garten, das ist wirklich total out.“ Auch die kitschig-bunten Gartenzwerge aus Kunststoff oder leichtem Ton seien völlig aus der Mode. „Auch wenn ich befürchte, dass das irgendwann wiederkommt“, sagt Pohl. Völlig ausgedient hat der Gartenzwerg aber auch für die Deko-Expertin noch nicht. „Wir haben noch Zwerge im Sortiment – aber die sind aus Stein, also in grau und naturbelassen und etwa 40 Zentimeter hoch – sowas kann man sich hinstellen“, sagt Pohl.

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