Ran an die Körner: Wie Sie Futterstationen für Vögel richtig einrichten

Damit sich Rotkehlchen über ihre Futterstationen freuen, muss man bei der Einrichtung einiges beachten.

Damit sich Rotkehlchen über ihre Futterstationen freuen, muss man bei der Einrichtung einiges beachten.

Während der Winterzeit gehören Futterstationen in vielen Gärten zum Standard – auch wenn man damit keinen direkten Beitrag zur Arterhaltung leistet: „Vögel sind daran angepasst, im Winter wenig Nahrung zu finden“, sagt Eric Neuling, Referent für Vogelschutz beim Naturschutzbund (Nabu). „Seltenen Arten kann man mit der Fütterung nicht helfen, da sie scheuer sind und tendenziell weiter weg vom Siedlungsraum leben.“

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Zu den Profiteuren von Meisenknödel und Co. zählen eher weit verbreitete Arten. Daher sieht der Naturschutzbund das Füttern primär als eine Möglichkeit, um die Natur und die verschiedenen Vogelarten besser kennenzulernen. Ab November ist eine Fütterung empfehlenswert, vor allem bei Bodenfrost oder einer Schneedecke.

Futterhaus für den Herbst – So fühlen sich Vögel wohl

Einige Volgelarten bleiben den Winter über in Deutschland. Ein Vogelhaus kann enorm bei der Futtersuche helfen.

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Häuschen sind nicht ideal

Was die Futterstation anbelangt, gibt es verschiedene Möglichkeiten. „Die klassischen Futterhäuser mit schrägem Dach über einer Futterplattform sind nicht ideal“, sagt Neuling. Er empfiehlt, komplett die Finger von solchen Modellen zu lassen. Dort besteht das Problem, dass die Vögel im Futter herumlaufen und ihren Kot hinterlassen. „Inzwischen wissen wir, dass sich einige Vogelkrankheiten auch an Futterstellen ausbreiten. Zum Beispiel sterben viele Grünfinken, die im Winter gern an Futterstellen kommen, an sogenannten Trichomonaden-Erregern.“

Wer noch ein Vogelhaus besitzt, kann es dennoch weiterverwenden – „allerdings sollte man hier täglich das Futter wechseln und das Häuschen gründlich reinigen, sobald Kotreste im Futter zu sehen sind“, rät der Nabu-Experte.

Keimfreies und trockenes Silo

Deutlich weniger Aufwand bedeutet ein Silo. Hier genügt es, das Futter oben hineinzuschütten. Durch eine oder mehrere Öffnungen fällt dann genau so viel Futter, wie die Vögel auch fressen. Meist bestehen diese Silos zum Großteil aus Plexiglas, es gibt sie aber auch aus anderen Materialien. In Sachen Hygiene nehmen sich Kunststoff, Holz und Metall laut Neuling jedoch nichts.

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Um den Vögeln Sicherheit zu bieten, ist auch der richtige Platz entscheidend: „Für die Vögel sollte möglichst eine Rundumsicht gewährleistet sein“, sagt Neuling, „von Vorteil ist auch eine Versteckmöglichkeit ein paar Meter entfernt“, etwa ein Busch. Damit aus den Fressenden keine Gefressenen werden, sollte sich die Futterstation außer Reichweite von Katzen befinden.

Das richtige Futter auswählen

Welche Vogelarten dann das Häuschen oder Silo umschwirren, hängt ein wenig von der Futterauswahl ab. Gehackte Nüsse und Sonnenblumenkerne locken vor allem Körnerfresser wie Meisen, Finken und Sperlinge an. Dem Eichelhäher schmecken ganze Erdnüsse, Eicheln und Maiskörner. Stieglitze präferieren gehackte Nüsse und ölhaltige Samen wie Hanf oder Mohn. Weichfutterfresser, zu denen etwa Rotkehlchen, Amsel und Zaunkönig zählen, bleiben dem Futtersilo im Normalfall fern. Das liegt daran, dass sie sich von Früchten, Insekten und Weichtieren wie Spinnen oder Würmern ernähren, die sie normalerweise in Bodennähe finden. Wer mag, kann daher Beeren, Rosinen, Haferflocken, geschrotete Nüsse und frische klein geschnittene Äpfel auf den Boden streuen. Wichtig ist jedoch, dass wirklich Vögel das Futter fressen – sobald sich Ratten daranmachen, sollte man die Bodenfütterung einstellen.

Netze an Meisenknödeln bergen Gefahr

Dagegen schmeckt Fettfutter fast allen Arten. Der Klassiker sind Meisenknödel, die im Handel jedoch meist in Plastiknetzen angeboten werden. „Davon raten wir ab“, sagt Naturschützer Neuling. „Tiere können sich darin verfangen – sowohl die Vögel als auch andere Tiere, wenn das Netz leer ist. Und wenn es vom Wind heruntergeweht wird, landet es als Plastikmüll in der Umwelt.“

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Beides lässt sich vermeiden, indem man gleich Meisenknödel ohne Netz kauft und diese in Meisenknödelhaltern platziert. Diese ähneln oft Drahtkäfigen, in die die Knödel hineingelegt werden, zudem gibt es schlichte Metallspiralen oder -körbchen. Auch kreativere Lösungen sind möglich, wenn man das Fettfutter einfach aus Kokosöl oder ungesalzenen Rinder- oder Hammeltalg, etwas Speiseöl und Körner- oder Weichfutter selbst herstellt und zum Beispiel in einen Blumentopf füllt.

Nicht das ganze Jahr versorgen

Bis Ende Februar darf die winterliche Futterstation im Einsatz bleiben – dann gelten neue Regeln. „Es gibt viele Menschen, die das ganze Jahr über füttern wollen“, sagt Vogelkundler Neuling. Gerade während der Brutzeit von April bis Juli seien bestimmte Angebote sogar schädlich. „Jungvögel, denen die Eltern Erdnüsse oder Erdnussbruchstücke verfüttern, können diese nicht verdauen und sogar daran sterben. Und man vermutet, dass Vogeleltern, die viel Fettfutter fressen, weniger Bruterfolg haben.“

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