Die wichtigsten Fragen und Antworten

Ozon: Wann ist es schädlich, und wie schütze ich mich dann?

Am Horizont geht die Sonne unter, ein Kran zeichnet sich als Silhouette ab. Schadstoffe sowie die Sonne sind wichtige Faktoren bei der Entstehung von Ozon.

Am Horizont geht die Sonne unter, ein Kran zeichnet sich als Silhouette ab. Schadstoffe sowie die Sonne sind wichtige Faktoren bei der Entstehung von Ozon.

Ein warmer Tag löst den nächsten ab. Das Thermometer zeigt Temperaturen von mehr als 30 und teilweise fast 40 Grad an. Die Hitze raubt dem Körper schon genügend Energie. An heißen Tagen wird häufig zudem auch vor erhöhter Ozonbelastung gewarnt. Was hat es mit dem Ozon auf sich?

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Was ist Ozon, und wie entsteht es?

Ozon ist ein farbloses und giftiges Gas. Es besteht aus drei Sauerstoffatomen. Der Sauerstoff, den wir zur Atmung nutzen, besteht hingegen nur aus zwei. Als Ozonschicht in der Atmosphäre schützt das Gas die Erde auf natürliche Weise vor der schädlichen Ultraviolettenstrahlung (UV-Strahlung) der Sonne, wie das Umweltbundesamt (UBA) informiert. Auch am Boden kommt Ozon demnach einerseits natürlich vor. Es wird andererseits jedoch auch aus Sauerstoff und Luftverunreinigungen, den Vorläuferstoffen, gebildet. Diese Vorläuferstoffe, also Schadstoffe wie Stickstoff, werden hauptsächlich durch den Menschen verursacht, beispielsweise durch den Straßenverkehr.

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Wann ist Ozon erhöht?

„Hohe Lufttemperaturen und starke Sonneneinstrahlung begünstigen die Entstehung von bodennahem Ozon in der Atmosphäre“, schreib das UBA. Daher können die Ozonwerte im Sommer beziehungsweise meist von Mai bis September erhöht sein. Gerade mehrere Tage andauernde Schönwetterperioden führen zu einer Speicherung des Ozon. Die höchsten Werte treten meist in den Nachmittagsstunden auf.

„Zum Schutz der menschlichen Gesundheit“ gilt generell: Die Ozonkonzentration darf nur an höchstens 25 Tagen im Jahr im Mittel über acht Stunden einen Wert von 120 µg/m3 überschreiten. Liegt der Ozonwert bei mehr als 180 µg/m3 (Ein-Stunden-Wert) geben die Behörden Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung weiter (Informationsschwelle). Ab einem Wert von 240 µg/m3 (Ein-Stunden-Wert) wird eine Warnung herausgegeben (Alarmschwelle).

Sind die Ozon-Werte häufig erhöht?

Laut dem UBA ist die Alarmschwelle im Jahr 2020 gar nicht und die Informationsschwelle seltener überschritten worden als in vorherigen Jahren. Dennoch steige die durchschnittliche Konzentration von Ozon in der Luft an, gerade in städtische Gebieten. Wegen des Klimawandels erwarten Expertinnen und Experten einen weiteren Anstieg der Werte.

Wo ist Ozon besonders erhöht?

Klingt paradox, aber: Die Ozonwerte sind meist am Stadtrand und in angrenzenden ländlichen Gebieten höher als in der Innenstadt. Das liege daran, „dass Stickstoffmonoxid (NO), das in Autoabgasen enthalten ist, mit Ozon reagiert. Dabei wird Ozon abgebaut, so dass die Ozonbelastung in Innenstädten deutlich niedriger ist“, schreibt das Umweltbundesamt (UBA). Außerdem werden die schädlichen Vorläuferstoffe über den Wind auch aus den Städten herausgetragen, wo sie dann später zusammen mit Sauerstoff zu Ozon werden können.

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Sind erhöhte Ozonwerte schädlich?

Ja, eine erhöhte Konzentration von Ozon in der Luft kann für Menschen sowie Umwelt schädlich sein. So beeinflusst der Schadstoff Pflanzen und kann zum Beispiel bei länger anhaltender Belastung Schäden in der Landwirtschaft hinterlassen. Beim Menschen kann Ozon laut dem UBA die Atemwege reizen und zu Husten, Kopfschmerzen sowie Atembeschwerden führen. In schlimmeren Fällen könne sogar die Lungenfunktion eingeschränkt und eine Lungenkrankheit hervorgerufen werden. „Befindlichkeitsstörungen wie Reizerscheinungen an Augen und Schleimhäuten werden vor allem durch Begleitstoffe des Ozons (im Sommersmog) hervorgerufen“, schreibt das UBA weiter. Die MAK-Kommission (Maximale Arbeitsplatz Konzentration) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Ozon außerdem als „krebsverdächtig“ eingestuft.

Wer ist besonders betroffen?

Die Empfindlichkeit gegenüber Ozon kann sehr individuell sein. Laut dem UBA könnten Menschen mit Vorerkrankungen, wie Asthmatiker und Astmathikerinnen, jedoch besonders empfindlich darauf reagieren. Generell seien es etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung die anfälliger für Beschwerden durch Ozon. Doch das Risiko steigt je höher die Ozonkonzentration in der Luft, je mehr davon eingeatmet wird (Atemvolumen) und je länger man dem ausgesetzt ist. Da Säuglinge und Kleinkinder im Vergleich zu ihrer Körpergröße ein recht hohes Atemvolumen haben, stuft man diese vorsorglich als Risikogruppe ein.

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Wie schütze ich mich?

Grundsätzlich gilt alles was auch generell an sonnigen und heißen Tagen gilt: Längere und körperliche Anstrengungen sollten am besten nicht im Mittag oder Nachmittag verübt werden, empfiehlt das UBA. Wer also Sport an der frischen Luft macht, beispielsweise joggen geht, sollte das bei hohen Temperaturen eher morgens tun. Da beim Lüften ebenfalls Ozon in die eigenen vier Wände gelangen kann, gilt auch hier: möglichst morgens lüften.

Woher weiß ich, wie hoch die Ozonwerte in meiner Region sind?

Laut dem UBA wird der Ozongehalt in der Luft deutschlandweit an rund 300 Stellen gemessen. Die Werte werden von den zuständigen Behörden der Länder veröffentlicht. Das UBA veröffentlicht aktuelle Prognosen für ganz Deutschland. Teilweise lassen sich auch beim Luftqualitätsindex aktuelle Ozonwerte von Messstationen in ganz Deutschland abrufen.

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