Kartoffeln unter Stroh: So funktioniert der Anbau

Kartoffeln können auch unter Stroh angebaut werden.

Kartoffeln können auch unter Stroh angebaut werden.

Köln. Ich habe in Sachen Kartoffelanbau durchaus schon so einiges probiert. Dazu zählte, Kartoffeln in Säcken im sogenannten Kartoffelturm und auch ganz klassisch im Beet anzubauen. Doch alle Bemühungen brachten nur mäßigen Erfolg. Jetzt habe ich mir vorgenommen, es ein letztes Mal zu versuchen. Die Methode meiner Wahl diesmal ist der Kartoffelanbau unter Stroh.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Mein Garten ist zum Kartoffelanbau leider nicht so gut geeignet. Was fehlt, ist ein großes Beet, das den ganzen Tag von der Sonne beschienen wird. Kartoffeln mögen es sonnig. Sie gehören schließlich zur Solanum-Familie und sind mit den Tomaten verwandt. Die Sonnenplätze sind bei mir allerdings mit Hochbeeten besetzt, und die wiederum sind bestückt mit allem möglichen Gemüse. Platz für Kartoffeln ist da knapp. Trotzdem mache ich dieses Jahr noch einen Versuch und hoffe dabei auf eine ergiebige Ernte.

Lesen Sie auch: Welche Gartenarbeiten sind im Juli wichtig?

Kartoffeln anbauen unter Stroh – wie kommt man auf so eine Idee?

Ich habe ein paar neue Hochbeete gebaut, und für das letzte Beet war nicht mehr genügend Erde da. Irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, darin Kartoffeln unter Stroh anzubauen. Vor ein paar Jahren habe ich über diese Methode in einem Buch gelesen – und sie war wohl in einem Winkel meines Hirns gespeichert. Die Technik kommt aus der Permakultur-Ecke und wird normalerweise dazu verwendet, Wiesen schnell und ohne Umgraben in Ackerland zu verwandeln. Die Kartoffeln werden auf die Wiese gelegt und richtig dick mit Stroh bedeckt. Bis die Kartoffeln erntereif sind, hat sich die Grasnarbe zersetzt. Dabei versorgt das stickstoffreiche Gras die Kartoffeln mit Nährstoffen. Der Boden ist durch die Kartoffelwurzeln tiefgründig gelockert, und in der nächsten Saison kann an der Stelle anderes Gemüse in den offenen Boden gepflanzt werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Auch interessant: Hochbeet: So gelingt die bequeme Gartenarbeit

Wie funktioniert der Anbau von Kartoffeln unter Stroh im Hochbeet?

Die Technik des Kartoffelanbaus unter Stroh kommt aus der Permakultur.

Die Technik des Kartoffelanbaus unter Stroh kommt aus der Permakultur.

Charmante an der Idee ist ja, dass man durch die dicke Strohschicht jede Menge Erde einspart und das Hochbeet trotzdem voll bekommt. Das Ganze funktioniert in fünf Schritten:

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

1. Schritt: Ich habe das Hochbeet ganz normal zunächst mit groben Ästen und Strauchschnitt gefüllt. Eine Schicht feine Häcksel aus frischem Grün und etwas Rasenschnitt hatte ich auch noch. Damit war das Hochbeet etwa zur Hälfte gefüllt. Nachdem ich dann ordentlich darauf herumgesprungen bin, noch zu einem Drittel.

2. Schritt: Auf den gut verdichteten Strauchschnitt habe ich eine etwa zehn bis 20 Zentimeter hohe Schicht frischen Pferdemist geschaufelt. Riecht gut. Wirklich! Den Mist bekommt man meist umsonst oder für eine Handvoll Möhren auf einem Pony- oder Pferdehof.

3. Schritt: Auf den Mist kommt eine mindestens zehn Zentimeter hohe Schicht mit Gartenerde. So viel hatte ich gerade noch übrig. Direkt auf den frischen Mist sollten Sie die Kartoffeln besser nicht legen. Der wird ganz schön warm, deshalb braucht es eine isolierende Erdschicht dazwischen. Ich bestreue meine Kartoffeln darüber hinaus gern mit Urgesteinsmehl. Das wirkt vorbeugend gegen Krautfäule.

4. Schritt: Jetzt müssen die Kartoffeln nur noch mit Stroh bedeckt werden. 20 Zentimeter hoch darf die Strohschicht gern sein. Es sollte so dicht sein, dass kein Licht mehr auf die Knollen fallen kann. Ich habe zwischen den Kartoffeln noch vorgezogene Dicke Bohnen gepflanzt und hoffe, dass diese schnell genug wachsen, bevor die nächste Schicht Stroh auf die Kartoffeln kommt.

5. Schritt: Das Beet muss gründlich angegossen werden. Das Stroh sollte durch und durch nass sein. Das war's dann aber auch schon mit der Arbeit. Bis die Kartoffeltriebe durch das Stroh zu sehen sind, ist nichts mehr zu tun. Sobald es so weit ist, kommt noch einmal eine etwa 20 Zentimeter dicke Schicht Stroh drauf.

Autorin Anja Klein liebt ihren Garten. Was dort passiert, beschreibt sie auf ihrem Blog „Der kleine Horrorgarten“.

Autorin Anja Klein liebt ihren Garten. Was dort passiert, beschreibt sie auf ihrem Blog „Der kleine Horrorgarten“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von RND/Anja Klein

Mehr aus Wissen

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken