Grill, Kohle und Fleisch: Worauf ist beim umweltfreundlichen Grillen zu achten?

Fleisch ist ein Klassiker auf dem Grill. Wer jedoch der Umwelt etwas Gutes tun möchte, der setzt in Zukunft mehr auf Gemüse.

Fleisch ist ein Klassiker auf dem Grill. Wer jedoch der Umwelt etwas Gutes tun möchte, der setzt in Zukunft mehr auf Gemüse.

Hannover. Die Sonne scheint und die Temperaturen steigen. Für die Deutschen bedeutet das meistens vor allem eins: Der Grill wird bei der erstbesten Gelegenheit wieder aus der Ecke gekramt und Familie, Freunde oder Nachbarn werden zum Grillen eingeladen. Im Supermarkt ist dann die Grillkohle schon fast wieder ausverkauft, und die Schlange an der Fleischtheke nimmt gar kein Ende. Was für viele Deutsche einfach zum Sommer dazugehört, ist leider gar nicht so gut für das Klima. Grillen erhöht die Emissionen und belastet durch Feinstaub und krebserregende Substanzen sogar die Atemluft.

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Neu ist diese Erkenntnis nicht: Schon vor 10 Jahren analysierte der TÜV Rheinland in einer Studie die Umweltbilanz eines typischen Grillabends zweier Familien mit insgesamt acht Personen. Je nach Grillart, also mit einem Kohle-, Gas- oder einem Elektrogrill, entstanden insgesamt Emissionen zwischen 17,5 und 18 Kilogramm CO₂-Äquivalente – etwa so viel wie bei einer 120 kilometerlangen Autofahrt mit einem Mittelklassewagen.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Grillen lässt sich auch etwas ökologischer und umweltfreundlicher gestalten. Dafür sollten ein paar Dinge beachtet werden.

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Welcher Grill und welche Kohle sind umweltfreundlicher?

Durch die Schadstoffentwicklung von beispielsweise CO₂, Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Kohlenstoffmonoxid oder Feinstaub, sieht das Umweltbundesamt Grillen – vor allem auf Holzkohle – als „nicht empfehlenswert“ an. Besser seien Gas- oder Elektrogrills, da es hier keine Kohle und auch keine Anzünd- und Abbrandphase braucht.

Er heizt schnell auf und rußt nicht: Vor allem auf beengten Balkonen ist der Gasgrill eine gute Alternative.

Er heizt schnell auf und rußt nicht: Vor allem auf beengten Balkonen ist der Gasgrill eine gute Alternative.

Wer aber dennoch lieber mit Kohle grillen möchte, der sollte darauf achten, zertifizierte Holzkohle zu kaufen, auf der die Herkunft und Baumart angegeben ist. Laut dem Umweltbundesamt wird nämlich in fast jeder zweiten Grillkohle Holz aus Tropenwäldern verwendet. Hier also besser zur Kohle aus heimischer Produktion greifen.

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Umweltschutzorganisationen empfehlen das Siegel des Ökoverbands Naturland zu berücksichtigen. Dort werde nicht nur die Herkunft, sondern auch die Verarbeitung der Kohle kontrolliert. Das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) ist ebenfalls geeignet. Es bestätigt, dass das Holz aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung kommt. Außerdem gibt es das DIN-Prüfzeichen (DIN EN 1860-2): In dem Fall wurde sichergestellt, dass die Holzkohle kein Erdöl, Kunststoff, Koks oder Pech enthält. Über die Herkunft macht das Siegel allerdings keine Angaben. Generell ist die Ökokohle in vielen Supermärkten, Baumärkten oder Tankstellen zu kaufen.

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Was gibt es beim Anzünden zu beachten?

Bei Grillanzündern sollte lieber auf die chemischen oder synthetischen Varianten verzichtet werden. Besser sind Pappe oder pflanzliche Anzünder. Auch dort ist es zu empfehlen, auf das FSC-Prüfsiegel zu achten. Beispielsweise sind Kaminanzünder aus Holzfasern, die in Wachs getränkt wurden, gut geeignet. Generell sollte auch eine starke Rauchentwicklung vermieden werden. Gute Luftzufuhr und ein Anzündkamin – also eine Art Blechrohr, das das Anzünden beschleunigt – können dabei helfen.

Was kommt am besten auf den Grill?

Tatsächlich hat die Auswahl des Grillguts am meisten Einfluss auf die Umwelt: Laut der Studie des TÜV Rheinland werden 95 Prozent der Emissionen, die durch das Grillen entstehen, durch das verursacht, was auf dem Grill landet. Schließlich muss das produziert, transportiert und verkauft werden. Rindfleisch ist dabei der größte Klimasünder: 1 Kilogramm Rindfleisch kann bis zu 28 Kilogramm Treibhausgase erzeugen. Danach kommt tatsächlich Grillkäse, gefolgt von Geflügel und Schwein.

Für den Grillabend ist Gemüse am umweltfreundlichsten: Ein Kilogramm sorgt für weniger als als ein Kilogramm Treibhausgase. Natürlich sollte da auf eher regionale und saisonale Ware gesetzt werden. Jedoch geben laut einer Umfrage 85 Prozent der Deutschen an, beim Grillen nicht auf Fleisch verzichten zu wollen. Daher wird für eine bessere Umweltbilanz empfohlen, zumindest – statt zum Billigfleisch vom Discounter – ebenfalls lieber zum regionalen und qualitativ hochwertigeren Fleisch zu greifen. Zwar heißt Bio auch nicht immer gleich, dass das Fleisch wirklich gut ist – zumindest aber ist es schon einmal besser als Billigfleisch, da die Tiere im Normalfall zum Beispiel mehr Auslauf erhalten. Laut Ökotest sei das EU-Bio-Label eher unterer Standard. Die Anbauverbände Bioland, Demeter und Naturland hätten da strengere Auflagen.

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Beim Fisch hilft der Blick auf das MSC-Siegel. Das bestätigt, dass der Fisch von einer nachhaltig arbeitenden Fischerei gefangen wurde. Auch Alternativprodukte wie Sojasteaks sind möglich. Denn tatsächlich machen Ersatzprodukte, die Soja enthalten, nur 2 Prozent des weltweiten Sojaanbaus aus. Das meiste wird an Tiere verfüttert. Außerdem ist es ratsam, keine Aluschalen, sondern wiederverwendbare Grillschalen aus Keramik oder Edelstahl zu verwenden. Bei salzigen oder säurehaltigen Lebensmitteln sollte auf die Aluschalen generell verzichtet werden, da sich das Aluminium auf die Speisen übertragen kann.

Nach dem Grillen: Wohin mit der Asche?

Um auch beim Entsorgen der Asche auf die Umwelt zu achten, sollte die auf jeden Fall ausgekühlt in den Restmüll gelangen. Größere Mengen sind wenig für den Kompost oder Garten geeignet, da sich in der Holzkohle Schwermetalle befinden können, die die Bäume aufgenommen haben. Diese finden sich dann konzentriert in der Asche. Auch Schadstoffe wie PAK, die sich im Grill bei einer unvollständigen Verbrennung bilden können, befinden sich in der Asche – einige davon können krebserregend sein.

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