Besser Geld als Sachen spenden

Geflüchteten aus der Ukraine helfen: Was ist aktuell sinnvoll?

Erst nach Laatzen und dann weiter: Sonderzüge bringen Flüchtlinge aus dem ukrainischen Kriegsgebiet.

Sonderzüge bringen Flüchtlinge aus dem ukrainischen Kriegsgebiet. Vor Ort warten Helferinnen und Helfer auf sie.

Immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine erreichen Deutschland. Die Hilfsbereitschaft hierzulande ist groß – doch welche Art von Unterstützung ist eigentlich sinnvoll? Hier lesen Sie, welche Hilfe momentan für Geflüchtete wirklich nützlich ist.

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Besser Geld als Dinge spenden

„Aktuell sind Sachspenden nur in Ausnahmefällen hilfreich“, informiert etwa der Caritas-Verband. Denn es sei noch unklar, wo die Geflüchteten unterkämen und was sie dann konkret benötigten. Deshalb solle aktuell niemand unaufgefordert Sachspenden vorbeibringen. Sobald diese gebraucht werden, informieren die Hilfsorganisationen darüber – samt Angaben, welche Dinge nötig sind.

Sehr hilfreich sind dagegen Geldspenden. Davon können die Hilfsorganisationen bei Bedarf Hygieneartikel oder Medikamente gesammelt kaufen. Geld sei zudem flexibler einsetzbar. „Das ist in sich sehr schnell ändernden Situationen wie aktuell in der Ukraine absolut erforderlich“, schreibt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf seiner Webseite.

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Wer sich nicht für eine Organisation entscheiden mag, kann zum Beispiel an „Aktion Deutschland hilft“ spenden. Zu dem Bündnis gehören mehr als 20 Hilfsorganisationen, die sowohl vor Ort in der Ukraine helfen als auch den Geflüchteten in Deutschland. Eine weitere Möglichkeit ist eine Spende an „Bündnis Entwicklung hilft“ – hierzu zählen elf Hilfswerke.

„Aktion Deutschland hilft“ weist noch auf einen weiteren Nachteil der Sachspenden hin: „Schon jetzt blockieren private Hilfslieferungen die beanspruchten Logistik- und Hilfeleistungsstrukturen in der Ukraine und den Nachbarländern.“

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Vertrauenswürdige Hilfsorganisation erkennen

Hilfsorganisationen gibt es so einige. Den Überblick zu behalten fällt schwer. Wer spendet, möchte schließlich, dass das Geld bei den Hilfsbedürftigen landet und nicht zu großen Teilen in der Verwaltung einer Organisation. Wohin sich Geldspenden lohnen und sicher sind, damit beschäftigt sich das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Es hat eine Liste namens „Nothilfe Ukraine“ veröffentlicht, die seriöse Organisationen beinhaltet, die Spenden sammeln.

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Sich ehrenamtlich engagieren

Wer sich lieber ehrenamtlich engagieren möchte, statt zu spenden, sollte sich an die örtlichen Behörden oder Hilfsorganisationen wenden. Dazu rät das DRK: „Sie können am besten einschätzen, welche Hilfe sinnvoll ist und aktuell gebraucht wird.“ Manche Hilfsorganisationen, wie die Caritas, haben eine Online-Hilfsbörse eingerichtet, in der man mittels seiner Postleitzahl schnell Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner nahe des eigenen Wohnorts findet.

Auch die Plattform #LeaveNoOneBehind sammelt Kontaktdaten von Menschen, die sich ehrenamtlich für Geflüchtete aus der Ukraine engagieren wollen. „Es gibt viele Möglichkeiten sich einzubringen: Beim Ankommen, mit Übersetzungen, Behördengängen, Patenschaften oder dem Anbieten von Zimmern und Wohnungen zu helfen“, heißt es auf der Webseite. Momentan sei die Lage jedoch noch unübersichtlich. Wer sich engagieren möchte, kann sich und seine Fähigkeiten in ein Kontaktformular eintragen und bekommt in den kommenden Wochen eine Nachricht, wo er oder sie gebraucht wird.

Selbst Aktionen starten

Auch privat lassen sich Spenden sammeln, die im Anschluss an eine Hilfsorganisation weitergegeben werden sollten. Firmen könnten zum Beispiel einen Spendenlauf organisieren oder der örtliche Kindergarten Kuchen zugunsten einer Kinderhilfsorganisation verkaufen. Auch Spendenaufrufe über Social Media sind möglich. Wer mag, teilt dort ein Bild der eigenen Bestätigung einer Spende – natürlich ohne genaue persönliche Daten preiszugeben. Solche Aktionen animieren vielleicht Menschen zum Spenden und Helfen, die sich bisher noch nicht engagiert haben.

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Hunderte ukrainische Geflüchtete kommen in München an

In München sind seit Beginn des Angriffskriegs circa 14.000 Menschen aus der Ukraine angekommen. Jeden Tag werden es rund 1700 Geflüchtete mehr.

Als Spenderin oder Spender sollte man allerdings vorsichtig sein, wenn Aufrufe nicht von renommierten Hilfsorganisationen oder Personen sowie Institutionen kommen, denen man vertraut. Leider nutzen auch Betrügerinnen und Betrüger die aktuelle Spendenbereitschaft aus, um sich selbst zu bereichern. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) listet hier Tipps für sicheres Spenden auf.

Selbst in die Ukraine reisen und helfen?

Hilfsorganisationen wie die Caritas raten davon ab: „Ein Einsatz von Hilfskräften aus dem Ausland, die sich vor Ort kaum oder gar nicht auskennen, ist in der jetzigen Situation überaus gefährlich.“ Auch das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Ukraine und fordert deutsche Staatsangehörige auf, das Land zu verlassen.

Zimmer oder Wohnung für Geflüchtete anbieten

Wer Geflüchtete privat unterbringen möchte, sollte sich an die lokalen Behörden oder Hilfsorganisationen vor Ort wenden, rät das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Denn die Verantwortung für das Unterbringen von Geflüchteten liege in Deutschland bei den deutschen Behörden.

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Man solle sich laut der Caritas allerdings bewusst machen, dass das Aufnehmen von aus der Ukraine geflüchteten Menschen mehr bedeutet, als ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft unterzuvermieten. Es handele sich um Menschen „die vor einem schrecklichen Krieg geflohen sind und mit großer Wahrscheinlichkeit große Sorgen um ihre Angehörigen in der Ukraine haben“. Was Sie beachten sollten, falls Sie Geflüchtete bei sich aufnehmen wollen, lesen Sie hier.

RND/saf

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