Fast zwei Drittel aller Adoptionen in Deutschland durch Stiefeltern

Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts können inzwischen auch stabilen Partnerschaften ohne Trauschein eine Stiefkindadoptionen vornehmen.

Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts können inzwischen auch stabilen Partnerschaften ohne Trauschein eine Stiefkindadoptionen vornehmen.

Wiesbaden. Bei fast zwei Dritteln aller Adoptionen in Deutschland hat es sich im vergangenen Jahr um sogenannte Stiefkindadoptionen gehandelt. Davon spricht man, wenn Leute die Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen adoptieren und somit ebenfalls zu rechtlichen Elternteilen werden. Das war im Jahr 2019 bei 63 Prozent der 3744 Adoptivkinder in Deutschland der Fall, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Zehn Jahre zuvor habe dieser Anteil noch bei 52 Prozent gelegen.

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2019 war die Stiefkindadoption noch allein ehelichen Partnerschaften vorbehalten, wie die Statistiker erklärten. Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts seien Stiefkindadoptionen inzwischen auch "stabilen Partnerschaften ohne Trauschein" ermöglicht worden.

Fünf potenzielle Adoptivfamilien pro Kind oder Jugendlichen

Die Gesamtzahl der Adoptionen ging den Angaben zufolge im Zehnjahresvergleich um 144 Fälle zurück. Zudem waren Ende vergangenen Jahres 867 Kinder und Jugendliche für eine mögliche Fremdadoption vorgemerkt. Das waren sechs Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Im selben Zeitraum gingen die Adoptionsbewerbungen um 40 Prozent zurück, wie es weiter hieß. Ende 2019 lagen den Adoptionsvermittlungsstellen 4278 Bewerbungen vor. "Rechnerisch standen damit jedem zur Adoption vorgemerkten Kind oder Jugendlichen im Jahr 2019 etwa fünf potenzielle Adoptivfamilien gegenüber."

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Das waren deutlich weniger als zehn Jahre zuvor. Damals habe dieses Verhältnis bei rund neun potenziellen Adoptivfamilien je Kind gelegen, erläuterten die Statistiker. Als ein Grund für die sinkende Zahl möglicher Adoptiveltern gelte der Fortschritt in der Reproduktionsmedizin. Einem unerfüllten Kinderwunsch könne inzwischen medizinisch besser begegnet werden.

RND/dpa

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