Raumfahrt nutzen, um internationale Brücken wieder aufzubauen

Esa-Astronaut Maurer: „Wenn der Krieg vorbei ist, müssen wir wieder mit Russland zusammenarbeiten“

Matthias Maurer, Esa-Astronaut, winkt nach einer Pressekonferenz in Köln vom Podium.

Matthias Maurer, Esa-Astronaut, winkt nach einer Pressekonferenz in Köln vom Podium.

Nach knapp sechs Monaten auf der Internationalen Raumstation ISS ist Esa-Astronaut Matthias Maurer froh, wieder auf der Erde zu sein. „Man lebt auf der ISS mit etwa 5 Prozent von dem, was man auf der Erde hat, und dann kommt man zurück und ist einfach überwältigt“, sagte er im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Es ist schon besser, auf der Erde zu sein. Trotzdem möchte ich meinen Aufenthalt im All nicht missen.“

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Insgesamt 177 Tage lang hat Maurer auf der ISS gelebt und geforscht. Er war der vierte deutsche Astronaut auf der Raumstation. Im November vergangenen Jahres war er zusammen mit den Nasa-Astronauten Raja Chari, Thomas Marshburn und Kayla Barron in einer Raumkapsel der privaten Raumfahrtfirma SpaceX ins All aufgebrochen. Auf der ISS erwarteten Maurer mehr als 100 Experimente in Bereichen wie Materialwissenschaften, Medizin, Künstliche Intelligenz und Physik.

Ukraine-Krieg ist aus dem Weltall sichtbar

Maurers Mission mit dem Namen „Cosmic Kiss“ wurde noch vom Krieg in der Ukraine überschattet. Dieser habe sich auch im Weltall bemerkbar gemacht: „Als wir nachts über das Land geflogen sind, sah man immer wieder weiße Blitze. Das war kein Feuerwerk, sondern es waren Raketen, die dort eingeschlagen sind.“

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In 90 Minuten um den Planten: Astronaut Matthias Maurer war sechs Monate im Weltall

Am Mittwoch berichtete Maurer von seiner ersten Weltraummission zur internationalen Raumstation ISS auf einer Pressekonferenz.

Als im März die russischen Kosmonauten Oleg Artemjew, Denis Matwejew und Sergej Korssakow die Raumstation erreichten, war der Krieg dort präsenter als je zuvor. Es sei nicht seltsam gewesen, dass die drei Männer plötzlich Teil der ISS-Besatzung waren, aber man habe anfangs eine „starke Diskrepanz“ gespürt, erzählte Maurer. „Anfangs haben wir uns schon gefragt, wie wir jetzt am besten damit umgehen. Aber es war schnell klar: Wir wollten alle darüber reden, den Krieg ansprechen, der uns alle entsetzt hat. Das haben wir dann auch getan – und das war auch richtig und wichtig.“

Der Esa-Astronaut sieht die Raumfahrt als wichtigen Vermittler für die Zeit nach dem Ukraine-Krieg an. Sie sei ein Weg, um die Zusammenarbeit zwischen den Ländern wieder zu stärken. „Wir brauchen Möglichkeiten, um internationale Brücken neu aufzubauen“, sagte er. „Wenn der Krieg irgendwann vorbei ist, müssen wir wieder mit Russland zusammenarbeiten. Denn wir sind alle die Besatzung auf dem Raumschiff Erde. Und es geht nicht, dass man ein Land in so einem großen System ausschließt.“

Das ganze Interview lesen Sie hier:

11.05.2022, Nordrhein-Westfalen, Köln: Matthias Maurer, ESA-Astronaut winkt nach nach der Pressekonferenz vom Podium. Maurer berichtete nach der Rückkehr von seiner Weltraummission Cosmic Kiss von seinen Erlebnissen. Nach seiner Rückkehr aus dem All hat Matthias Maurer Pizza gegessen. Foto: Federico Gambarini/dpa - Nutzung nur nach vertraglicher Vereinbarung ACHTUNG: Dieses Foto hat dpa bereits im Bildfunk gesendet. - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Nachrichten für Kinder +++ dpa-Nachrichten für Kinder +++

„Wir konnten den Krieg in der Ukraine mit eigenen Augen sehen“

Esa-Astronaut Matthias Maurer ist zurück auf der Erde – nach 177 Tagen auf der Internationalen Raumstation ISS. Im RND-Interview verrät der 52‑Jährige, in welchen Momenten er sich wieder ins All zurücksehnt und welche Bedeutung die Raumfahrt in Krisenzeiten hat.

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RND/lb

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