Australien: Diese Fische überleben in der Wüste

Ein Fluss im australischen Outback – das Zuhause der Regenbogenfische.

Australien. Mitten in Australiens Outback – in der Wüste Zentralaustraliens – lebt der australische Regenbogenfisch oder Melanotaenia deliciousa tatei. Fische in der Wüste – dies kommt einem Wunder in der Natur gleich, könnte man denken.

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Doch tatsächlich können in der Wüste selbst noch winzige Wasserstellen kleine Fischpopulationen aufnehmen. Normalerweise bedeutet eine kleine Population zwar auch einen kleinen Genpool und letzteres ist dem Überleben einer Spezies normal nicht zuträglich. Denn es führt zu Inzucht und letztendlich zu einem schlechten Gesundheitszustand. Dieser Teufelskreis ist häufig bei gefährdeten Arten erkennbar.

Doch die Wüsten-Regenbogenfische in Australien – etwa neun Zentimeter große, silbern schillernde Tiere mit einem gelb-grünen Karomuster auf den Flossen – stellen das auf den Kopf.

Der australische Regenbogenfisch (Melanotaenia deliciousa tatei) hat sich stark an seine Umwelt angepasst.

Der australische Regenbogenfisch (Melanotaenia deliciousa tatei) hat sich stark an seine Umwelt angepasst.

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Fischboom während Überschwemmungen

In ihrem Fall können sich selbst kleine Populationen an die raue Umgebung im Outback mit teils kleinen Wasserstellen oder Bächlein anpassen. Ihre Populationen schwanken teils erheblich während sogenannter Boom-Bust-Zyklen. Das heißt, kommt es zu einem der seltenen Starkregenereignisse und damit zu Überschwemmungen, profitieren die Winzlinge ganz besonders.

„Wir haben festgestellt, dass Wüsten-Regenbogenfische in Australien am Leben bleiben können, indem sie sich an raue Umgebungen anpassen und sich dann während seltener Überschwemmungen vermehren und ausbreiten“, sagte die Hauptautorin der Studie, Catherine Attard vom Molecular Ecology Lab der Flinders University in Adelaide. Mit ihrer „angepassten genetischen Ausstattung“ sind die Tiere dann wieder bereit für die nächste Dürre.

Sind kleine Populationen evolutionäre Sackgassen?

Für ihre Forschung untersuchte Attard mit ihrem Team aus australischen und kanadischen Wissenschaftlerinnen sowie Wissenschaftlern 344 Wüsten-Regenbogenfische aus 18 Flüssen und Wasserlöchern aus dem Lake-Eyre-Becken sowie aus den halbtrockenen Regionen des Murray-Darling-Beckens. Dabei fanden die Forschenden heraus, dass Anpassungen im Genom dafür sorgen, dass die Tiere trotz der sehr trockenen Bedingungen des australischen Outbacks überleben können.

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Bizarr war vor allem: Je isolierter und kleiner die Populationen waren, eine umso größere Anpassungsfähigkeit an raue und trockene Umgebungen zeigten die Tiere. „Das stellt das traditionelle Denken auf den Kopf, dass kleine Populationen evolutionäre Sackgassen sind“, sagte Luciano Beheregaray, der Leiter der Forschungsabteilung für Ökologie, Evolution und Umwelt an der Flinders University in Adelaide, der ebenfalls an der Forschung beteiligt war. „Das Leben findet einen Weg, selbst in den extremsten und unvorhersehbarsten Umgebungen der Erde.“ Wichtig sei dabei aber, dass die Populationen sich während Überschwemmungsereignissen austauschen könnten, wie Beheregaray erklärte.

Tiere könnten dem Klimawandel trotzen

Der faszinierendste Fund der Forschenden war aber ein Gen für ein ganz besonderes Protein: Im Fall des Regenbogenfisches hilft das Protein dem Gen, sich besser an die Trockenheit anzupassen.

So unterstützt es die Tiere beim Schmecken und Riechen und lässt sie Salzgehalt und Wasserfluss besser erkennen. Außerdem können sie dank des Proteins die Lichtempfindlichkeit beim Sehen besser kontrollieren. Damit haben die Tiere bisher überlebt, selbst wenn die Trockenregionen größer wurden. Letzteres gibt den Fischen selbst dann gute Startbedingungen, sollten sich die Umweltbedingungen durch den Klimawandel weiter verschlechtern.

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