Weniger Fleisch ist ein gutes Zeichen

Egal ob Klimawandel oder Wasserverschmutzung: Viele Umweltschäden, die die Landwirtschaft verursacht, werden bislang bei den Lebensmittelpreisen nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. Täte man es, würden die Preise für Fleisch, Milch und Käse explodieren.

Egal ob Klimawandel oder Wasserverschmutzung: Viele Umweltschäden, die die Landwirtschaft verursacht, werden bislang bei den Lebensmittelpreisen nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. Täte man es, würden die Preise für Fleisch, Milch und Käse explodieren.

Hannover. Besonders zur sommerlichen Grillsaison überbieten sich die großen Lebensmittelketten immer noch mit Fleischangeboten, bei denen einem der Appetit vergehen kann. Denn zu den Aktionspreisen kann kein Schwein, kein Rind und kein Huhn tierfreundlich gehalten werden, ohne dass der Landwirt am Ende draufzahlt.

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Immer mehr Masse kann nicht die Lösung sein

Das Grundproblem besteht in Deutschland schon lange: Es gibt zu viel, zu billiges Fleisch auf dem Markt. Für die Bauern lohnt sich die konventionelle Tierhaltung nur noch in großem Stil. Doch Massentierhaltung wird erstens von immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten nicht gern gesehen, zweitens führt sie zu erheblichen Umweltproblemen, und drittens produziert sie mehr und mehr Fleisch, was den Preis immer weiter drückt – eine klassische Abwärtsspirale.

Bei den aktuellen Preisen halten viele Bauern nur noch mit großer Mühe durch. Auf Dauer lohnt es sich für sie nicht mehr. Viele werden in den nächsten Jahren entweder ihren Betrieb umstellen müssen, damit sie das besser bezahlte Biofleisch herstellen können. Oder sie müssen aufgeben.

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Das ist ohne Zweifel ein Verlust, vor allem wenn Familien- und Mehrgenerationenbetriebe auf der Strecke bleiben. Es ist aber auch eine Marktregulation, die sein muss. Dass die Fleischproduktion im vergangenen Halbjahr um 65.000 Tonnen zurückgegangen ist, ist also ein gutes Zeichen.

Aldi geht in die richtige Richtung

Vielleicht ist mit weniger Masse und besseren Preisen dann auch mehr Tierwohl realistisch. Der Discounter Aldi hat kürzlich angekündigt, bis 2030 das gesamte Frischfleischsortiment auf die besseren Haltungsstufen drei und vier umstellen zu wollen. Das ist zwar noch lange hin, aber die Richtung stimmt.

Landwirte, die eine Zukunft haben wollen, werden Millionen investieren müssen, was wiederum Auswirkungen auf die Preise haben wird. Das Umdenken unter den Verbrauchern muss deshalb weitergehen. Gutes Fleisch hat eben seinen Preis.

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