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VW plant neues Baukastensystem für Nutzfahrzeuge

Mehr Marge mit Scania vorneweg

Scania-Lkw bei der IAA Nutzfahrzeuge: Die VW-Nutzfahrzeugtochter Traton hat im ersten Halbjahr in Europa und Brasilien mehr Lastwagen verkauft und deutlich mehr Gewinn gemacht.

Scania ist die Vorzeigemarke im Traton-Verbund.

München. Es klingt wie die Übertragung des VW-Prinzips beim Pkw auf Nutzfahrzeuge. „Mit unserem Traton-Baukasten lösen wir das ewige Dilemma unserer Industrie“, verspricht Traton-Chef Christian Levin gegenüber Analysten und Börsianern im schwedischen Södertälje. Mit dem Dilemma meint er die margenfördernden Segnungen der markenübergreifenden Gleichteilefertigung nutzen, ohne die in der Nutzfahrzeugbranche besonders individuellen Kundenwünsche zu vernachlässigen. Das soll ab sofort ein neues Baukastensystem für alle vier Traton-Marken von Europa über Asien bis nach Amerika gewährleisten. „Scania ist die Führungsgesellschaft“, stellt der Schwede klar. Bei der deutschen Traton-Tochter MAN sieht er Nachholbedarf.

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Ziel sei es, dass alle vier Traton-Marken künftig mehr Gleichteile nutzen und modular auf Basis des erfolgreichen Scania-Prinzips produzieren, kündigte Levin an. Mit Scania und MAN in Europa, dem in VW Truck and Bus umfirmierten Nutzfahrzeuggeschäft des VW-Konzerns in Lateinamerika und der neu erworbenen US-Marke Navistar sei Traton auf dem Weg zum globalen Champion, was als Kampfansage gegen Weltmarktführer Daimler zu werten ist.

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Speziell in China, wo MAN mit dem dortigen Hersteller Sinotruk kooperiert, habe man aber Verbesserungsbedarf, räumte Levin ein. Deshalb habe Scania dort nun eine Produktionslizenz für erst einmal 50.000 Lastwagen jährlich beantragt. Die technologisch als rückständig geltende US-Marke Navistar wiederum soll bald von den Innovationen ihrer europäischen Schwestern profitieren. Unter dem Strich sollen die Pläne trotz des Krieges gegen die Ukraine, wackliger Lieferketten und Chipmangels bis 2024 für Traton in einer operativen Umsatzrendite von 9 Prozent münden. 2021 waren es 5,2 Prozent.

Was das für die einzelnen Marken bedeutet, erklärt Traton-Finanzchefin Annette Danielski. Scania müsse die Marge von gut 10 auf 12 Prozent verbessern, während VW Bus and Truck mit 8 Prozent praktisch schon da sei, wo die brasilianische Marke hin soll. Die weitesten Wege müssen MAN und Navistar zurücklegen. Der US-Hersteller hat zuletzt gerade noch gut ein Prozent Rendite geschafft und soll auf 9 Prozent kommen. Bei MAN mit zuletzt 2,3 Prozent sieht es bei einem Zielwert von 8 Prozent nicht viel besser aus. Die vier Marken müssten ihre Margenziele nicht alle bis 2024 schaffen, erklärte Danielski. Bei der einen Marke werde es wohl besser laufen als bei der anderen.

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Auch in puncto Nachhaltigkeit sind die Bayern im Quartett der Traton-Marken ein Nachzügler. Der Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid (CO₂) von neu auf die Straße gebrachten Lkw soll bis 2030 um 70 Prozent sinken, verordnet Levin. „Wer spät startet, muss anspruchsvoller sein“, kommentierte er das CO₂-Einsparziel. Für Scania liegt es bei 50 Prozent bis 2025, für Navistar bei 20 Prozent bis 2030. Bis fortschrittliche Technik bei der neuen US-Tochter ankommt, dürfte es etwas länger dauern.

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Konzernweit will Traton 2030 jeden zweiten neu verkauften Lkw batterieelektrisch auf die Straße bringen und für sie auch Ladedienste anbieten. In der Produktion sollen immer mehr wiederverwertete Rohstoffe eingesetzt und dabei auch Marktanteile gewonnen werden. „Es liegen fantastische Jahre vor uns“, meint Levin.

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