Kommentar

Tricks von Mercedes-Benz: Da helfen nur strengere Regeln

Hat gut lachen: Auch wenn sich Ola Källenius, Chef der Mercedes-Benz Group, stolz vor das neue Forschungsfahrzeug stellt, verdienen die Schwaben ihr Geld derzeit noch mit den Luxusmodellen.

Hat gut lachen: Auch wenn sich Ola Källenius, Chef der Mercedes-Benz Group, stolz vor das neue Forschungsfahrzeug stellt, verdienen die Schwaben ihr Geld derzeit noch mit den Luxusmodellen.

Mercedes-Benz trickst. Erstes Beispiel: Der Autobauer nutzt bei seinen Pkw mit kombiniertem Verbrenner- und Elektroantrieb (Plug-in-Hybride) die mangelhaften Regelungen zur Ermittlung des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes konsequent aus. So entstehen offizielle Werte, die fernab der Realität sind.

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Dem Autobauer wird es so leicht gemacht, mit seinen Luxuskarossen die EU-Grenzwerte für die Treibhausgasemissionen einzuhalten. Zweites Beispiel: Der Konzern nutzt die Kurzarbeiterregelungen ebenso konsequent aus, um Personalkosten zu drücken und sich durch die Bundesagentur für Arbeit subventionieren zu lassen.

Von wegen Noblesse

Zu einem Unternehmen, das mit Noblesse daher kommt, passt das eigentlich nicht. Aber in beiden Fällen dient dies der Erhöhung des Gewinns, von dem die Aktionäre, die sich am Freitag zur Hauptversammlung trafen, einen großen Batzen erhalten.

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Ein Symbol eines Elektroautos markiert einen Parkplatz neben einer E-Ladesäule. In Sachsen steigt die Zahl neu zugelassener E-Fahrzeuge.

Die leise Unfallgefahr der E-Autos

Mit der steigenden Zahl an Elektroautos auf den Straßen wächst die Unfallgefahr vor allem für Fußgänger. So könnte das Risiko sinken.

Was soll der einfache Bürger davon halten? Moralische Vorhaltungen helfen hier nicht weiter. Schließlich hat Vorstandschef Ola Källenius von den Eigentümern (den Aktionären) den Auftrag, den Profit von Mercedes-Benz zu mehren. Würde er dabei die rechtlich zulässigen Möglichkeiten nicht ausschöpfen, könnten sich die Aktionäre mit gutem Recht beschweren, dass ihnen Dividenden vorenthalten werden.

Die Politiker wissen Bescheid

Wir müssen uns bei den Politikern beschweren. Denn den Verantwortlichen in Brüssel ist natürlich klar, dass Lücken bei den Abgasvorschriften gelassen wurden. Und der Bundesregierung sollte längst bekannt sein, welche Möglichkeiten es für Firmen gibt, um von den Bestimmungen für die Kurzarbeit zu profitieren. Was dagegen hilft? Nur strengere Regeln – die den tatsächlichen Energieverbrauch von Autos messen und die Gewährung von Kurzarbeitergeld an strikte Bedingungen knüpfen.

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