Entlastung seit 1. Juni

Tankrabatt: Diese Grafiken zeigen, wie und wo die Spritpreise sinken

Seit Mittwoch ist die Steuer auf Kraftstoffe reduziert. Doch kommt das beim Verbraucher an?

Seit 1. Juni ist die Steuer auf Kraftstoffe reduziert. Doch kommt das bei Verbraucherinnen und Verbrauchern an?

Der Blick auf die Anzeigetafeln der Tankstellen war für Autofahrerinnen und -fahrer zuletzt schmerzhaft: Spritpreise unter 2 Euro pro Liter sind seit Beginn des Kriegs in der Ukraine zur Seltenheit geworden. Das Rohöl wurde teurer, die Steuern werden obendrauf geschlagen und Inhaberinnen und Inhaber von Tankstellen wollen weiter Gewinn machen.

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Deshalb hat der Bundestag beschlossen, ab 1. Juni für drei Monate an einer der Komponenten zu schrauben, aus denen sich der Preis zusammensetzt: der Energiesteuer. Beim Diesel ist sie seitdem um den festen Betrag von 14 Cent und beim Benzin um 30 Cent reduziert. Da dann auch weniger Mehrwertsteuer abgeführt werden muss, wird insgesamt Diesel um knapp 17 Cent günstiger, Super um 35 Cent.

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Am 31. Mai, dem Tag vor Start des Rabatts, zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher bundesweit durchschnittlich 2,05 Euro für einen Liter Diesel. Den größten Teil davon machen der Warenwert des Sprits und der Gewinn der Tankstellen aus: knapp 1,17 Euro. Den Rest machen Steuern und CO₂-Preis sowie die Erdölbevoratungsabgabe aus. Rund 88 Cent beziehungsweise über 40 Prozent mussten dafür abgegeben werden.

Dieses Bild hat sich zur Einführung des Tankrabatts geändert. Weil beim Diesel die 35 Cent Steuern abgezogen werden, sinkt der Preis pro Liter. Im bundesweiten Durchschnitt lag er am 1. Juni bei 1,93 Euro. Entscheidend ist nun, wie viel des Rabatts die Betreiberinnen und Betreiber der Tankstellen ihren Kundinnen und Kunden weitergeben. Erhöhen sie die Gewinnmarge, kann trotz der Steuersenkung der Preis nur wenig sinken. Am 1. Juni mussten knapp 72 Cent Steuern und Abgaben abgeführt werden – also rund 16 Cent weniger als am Vortag. Die Tankstellen behielten rund 1,21 Euro ein, 4 Cent mehr als am Vortag.

Das Bundeskartellamt hat gewarnt, die Preisentwicklung der Tankstellen genau zu verfolgen, um mögliche Preisabsprachen aufzudecken. Auch der ADAC will darauf achten, dass die Steuersenkung nicht von Preiserhöhungen der Tankstellen aufgefressen wird. „Eigentlich müsste es weiter nach unten gehen, stattdessen steigen die Preise aktuell aber“, kritisierte ADAC-Experte Christian Laberer am Donnerstag.

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Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) hat analysiert, in welchen Regionen der Tankrabatt ankommt. Ein Preis wird dann so gewertet, wenn die Differenz zwischen 31. Mai und 1. Juni beim Diesel mindestens 11 Cent (von möglichen 17 Cent) und beim Benzin 30 Cent (von möglichen 35 Cent) betragen hat. Die Differenz zum Idealbetrag erklärt sich daraus, dass „Lagerbestände an voll versteuertem Kraftstoff, dem Zeitpunkt der Senkung im Tagesablauf und gegebenenfalls eine deutlich erhöhte Nachfrage zu gerechtfertigten Abweichungen führen können.“ Die Auswertung zeigt, dass Diesel-Fahrerinnen und -Fahrer an 71 Prozent der Tankstellen in Deutschland voll vom Tankrabatt profitieren. Beim E5-Kraftstoff gaben etwas weniger als die Hälfte, bei E10 etwas mehr als die Hälfte der Tankstellen den Rabatt weiter.

Am Donnerstag zog der bundesweite Durchschnittspreis wieder leicht an. Das IW Köln errechnete im Vergleich zum 31. Mai für Diesel nur noch eine Quote von 30 Prozent der Tankstellen, die den Rabatt am Donnerstag weitergaben. Bei E5 und E10 droht der Rabatt noch stärker zu verpuffen: Nur rund 8 Prozent der Tankstellen gaben die Steuersenkung vollständig weiter.

Regionale Schwankungen

Dabei gibt es regionale Schwankungen: Beim Diesel profitierten zum Monatswechsel Verbraucherinnen und Verbraucher in den Kreisen Trier und Eisenach am stärksten mit jeweils 19 Cent Rabatt. Am geringsten war die Differenz im bayrischen Amberg mit lediglich 3 Cent pro Liter. Allgemein fallen in Bayern und Baden-Württemberg die Preisnachlässe tendenziell geringer aus als in anderen Bundesländern.

Am Donnerstag war im Vergleich der 100 größten deutschen Städte von clever-tanken.de der Diesel in Bielefeld mit 1,891 Euro am günstigsten und in Konstanz mit 2,063 Euro am teuersten. Bei Super E10 war Hof (Saale) mit 1,805 am günstigsten und ebenfalls Konstanz mit 2,094 Euro am teuersten.

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Unabhängig vom Tankrabatt schwanken die Spritpreise im tagesverlauf. Das Bundeskartellamt rät deshalb dazu, die Spritpreise mithilfe einer Preis-App zu vergleichen. „Im Laufe eines Tages schwanken die Preise in ein und derselben Stadt oft um über 20 Cent. Tanken Sie tendenziell eher am frühen Abend und bei einer der preiswerteren Tankstellen“, sagt Behördenchef Andreas Mundt. Dann sind Diesel und Super über 3 Cent günstiger als im Tagesdurchschnitt. Am teuersten ist der Sprit in der Regel am Morgen vor 8 Uhr. Über 3 Cent mehr zahlen dann Verbraucherinnen und Verbraucher im Vergleich zum Schnitt.

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