Nur Schweden und Finnen zahlen mehr

Spritpreise in Deutschland die zweithöchsten in Europa

Ein Autofahrer betankt an einer Tankstelle in München sein Auto. (Symbolbild)

Ein Autofahrer betankt an einer Tankstelle in München sein Auto. (Symbolbild)

Osnabrück. Erst seit Anfang September gilt der Tankrabatt nicht mehr, doch schon sind die Spritpreise in Deutschland in die Höhe geschnellt. Im europäischen Vergleich liegen die Kraftstoffpreise hierzulande sogar am zweithöchsten. Das geht aus Daten der EU-Kommission hervor, die das Statistische Bundesamt auf eine Anfrage der Linken im Bundestag übermittelt hat. Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) hatte zuerst darüber berichtet.

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Demnach belegt Deutschland den zweiten Platz sowohl beim Preis für Diesel (2,16 Euro pro Liter) als auch beim Benzinpreis (2,07 Euro pro Liter). Diesel ist den Angaben zufolge nur in Schweden teurer – dafür aber liegt das Land mit einem Preis von 2,30 Euro je Liter deutlich vor Deutschland. Für Benzin müssen in Europa nur die Finnen tiefer in die Tasche greifen als die Deutschen: Dort liegt der Preis je Liter bei 2,08 Euro.

Auslaufen des Tankrabatts sorgt für deutlich höhere Spritpreise

Autofahrer müssen sich auf deutlich steigende Spritpreise einstellen. Der vorübergehende Tankrabatt in Deutschland gilt seit Mitternacht nicht mehr.

Die Zahlen beziehen sich auf den Stand vom 5. September. Laut dem Bericht liegt Deutschland seit dem Auslaufen des Tankrabatts in Europa bei den Kraftstoffpreisen deutlich über dem Durchschnitt – und zwar um rund 25 Cent. Beim Nachbarn Frankreich seien die Preise durchschnittlich sogar gut 40 Cent niedriger als hierzulande. Vor Auslaufen des Tankrabatts habe Deutschland europaweit bei den Benzin- und Dieselpreisen mit 1,91 Euro beziehungsweise 1,76 Euro noch im Mittelfeld gelegen.

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Linke spricht von „Politikversagen der Ampel“

Laut der Linkspartei, die die Anfrage gestellt hatte, ist die Bundesregierung an den hohen Spritpreisen schuld. „Dass Deutschland bei den Spritpreisen auf Platz 2 in Europa liegt, ist auch Ergebnis von Politikversagen der Ampel“, sagte Sören Pellmann, Sozialpolitiker der Linksfraktion im Bundestag, der NOZ. Dass Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im Frühjahr gesagt habe, er wolle gegen das Spritkartell vorgehen, sei „klassische Ankündigungspolitik gewesen“, so Pellmann. „Denn es geschah null Komma null.“

Laut Pellmann würden Mineralölkonzerne im Jahr 2022 knapp 40 Milliarden Euro an Zusatzgewinnen hierzulande einfahren. „Dieses Geld muss die Ampel abschöpfen und die Selbstbedienung auf Kosten der Pendler dauerhaft stoppen.“ Die 40 Cent niedrigeren Preise in Frankreich müsste „die Messlatte für die Bundesregierung“ sein.

RND/sic

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