Rewe, Edeka, Netto und Penny betroffen

Nach Preiserhöhung: Mars stellt Lieferungen an deutsche Supermärkte ein

Der US‑Hersteller Mars stellt seine Lieferungen an die deutschen Supermarktketten Rewe und Edeka ein. (Symbolbild)

Der US‑Hersteller Mars stellt seine Lieferungen an die deutschen Supermarktketten Rewe und Edeka ein. (Symbolbild)

Wegen eines Streits um Preise hat der US‑Lebensmittelhersteller Mars Lieferungen an die deutschen Supermarktketten Rewe und Edeka sowie deren Discountertöchter Penny und Netto eingestellt. Grund ist ein Streit um Preiserhöhungen von Mars, die sowohl Rewe als auch Edeka für unberechtigt halten.

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Man sehe trotz intensiver Verhandlungen keine Basis, die von Mars geforderten Preiserhöhungen zu akzeptieren, teilte Rewe am Mittwoch in Köln mit. Manche Forderungen, die nicht mit höheren Kosten für Energie und Rohstoffe zu begründen seien, lehne man „strikt ab“.

„Preisforderungen von Mars sind sachlich nicht begründet“

Gegenüber der „Bild“ betonte ein Sprecher von Rewe, dass ein Teil der Preisforderungen zwar nachvollziehbar sei. Dennoch könne es nicht sein, „dass unsere Kundinnen und Kunden in dieser schwierigen Zeit mehr als unbedingt nötig belastet werden.“

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Edeka sehe den Sachverhalt ähnlich. „Die aktuellen erheblichen Preisforderungen des Herstellers Mars sind aus unserer Sicht sachlich nicht begründet“, sagte ein Edeka-Sprecher. Gegenüber der „Bild“ betonte er: „Nicht nur Mars, auch viele weitere internationale Markenkonzerne wie beispielsweise Coca-Cola oder Procter&Gamble versuchen aktuell mit überzogenen Preisforderungen auf der Inflationswelle mitzureiten, um ihre Renditen zu steigern, und nutzen einseitige Lieferstopps als Druckmittel gegen den Handel.“ Auch er bedauert die Auswirkungen dieser Preissteigerungen für Verbraucherinnen und Verbraucher. „Das Vorgehen der Markenindustrie ist umso erschreckender, wenn man bedenkt, dass viele Konzerne ihre Gewinne im vergangenen Jahr erneut deutlich steigern konnten, zum Teil um mehrere Hundert Millionen Euro.“

Edeka verliert Streit mit Coca-Cola

Hintergrund ist ein Preiskrieg, der inzwischen die gesamte Branche erfasst hat. Angesichts der hohen Inflation und der steigenden Kosten für Energie heben viele Lebensmittelproduzenten ihre Preise an. Handelsriesen allerdings machen da allerdings nicht immer mit - und setzen ihre Marktmacht ein, um die Hersteller zu Rabatten zu zwingen.

Erst kürzlich eskalierte ein Machtkampf zwischen Edeka und Coca Cola derart, dass die braune Brause aus den Regalen der größten deutschen Supermarktkette verschwand. Was folgte, war ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg. Zunächst erwirkte Edeka eine Einstweilige Verfügung gegen den Getränke-Konzern, nach der dieser wieder zu den im Januar vereinbarten Bedingungen liefern müsse. Drei Wochen später allerdings hob das Landgericht die Einstweilige Verfügung wieder auf. Coca Cola begrüßte die Entscheidung als richtungsweisend „mit Blick auf gleichberechtigte Preisverhandlungen zwischen Handel und Herstellern“. Man setze auf einen „konstruktiven Fortgang der Verhandlungen mit Edeka“, so das Unternehmen. Bislang allerdings hat Coca Cola seine Lieferungen nicht wieder aufgenommen. Verkauft werden nur noch Restbestände.

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Dass Lebensmittelhersteller derzeit höhere Kosten haben, lässt sich kaum bestreiten. Händler allerdings werfen den Multis vor, im Windschatten der allgemeinen Preissteigerung einen zusätzlichen Aufschlag durchsetzen zu wollen.

Mars verteidigt die erhöhten Preise

So auch im aktuellen Schokoladenstreit. Mars jedoch hält dagegen. „Während wir steigende Kosten weiterhin so gut wie möglich intern auffangen, ist jedoch ein gewisses Maß an Preisanpassung nötig“, sagte eine Sprecherin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Nur so können wir die wachsende Nachfrage nach unseren Produkten bedienen und weiterhin in unsere Marken und Dienstleistungen investieren.“

Ein Kunde steht vor einem Supermarktregal (Archivbild). Der US-Konzern Mars beliefert Edeka und Rewe nicht mehr. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Kunde steht vor einem Supermarktregal (Archivbild). Der US-Konzern Mars beliefert Edeka und Rewe nicht mehr. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Konzern befinde sich aktuell in Verhandlungen mit einigen der Handelspartner, mit dem Ziel, die Produkte zu „beidseitig fairen Bedingungen“ anzubieten. Nach wie vor könne der einzelne Händler den Preis am Verkaufsort selbst entscheiden.

Nicht nur Snickers, Twix und Mars betroffen

Der US‑Konzern hat seine Deutschland-Zentrale in Verden (Niedersachsen). Er bietet unter anderem Schokolade (Snickers, Bounty), Kaugummis (Airwaves), Haustiernahrung (Chappi), Pasta (Mirácoli), Reisgerichte (Ben‘s Original) und Eis an. Rewe und Edeka weisen die Kundinnen und Kunden auf Alternativen hin, die sie mit Eigenmarken und anderen Markenprodukten bieten können.

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Mit dpa-Material

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