„Riesen-Sauerei“: erneute Proteste gegen das Ende von Haribo in Sachsen

Rund 200 Menschen haben am Sonntag vor dem Haribo-Werkstor in Wilkau-Haßlau gegen das Aus für den Standort demonstriert.

Rund 200 Menschen haben am Sonntag vor dem Haribo-Werkstor in Wilkau-Haßlau gegen das Aus für den Standort demonstriert.

Wilkau-Haßlau. Mit Lichtern und Liedern haben rund 200 Menschen am Sonntag vor dem Haribo-Werkstor in Wilkau-Haßlau gegen das Aus für den Standort demonstriert. „Wir fordern, den Schließungsbeschluss aufzuheben und nach Alternativen zu suchen“, sagte Thomas Lißner von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Der Gummibären-Hersteller Haribo setze die Beschäftigten kurz vor Weihnachten auf die Straße. „Das ist eine Riesen-Sauerei und das nehmen wir auch nicht hin“, rief er unter Beifall der Demonstranten.

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Dem Unternehmen mit Sitz in Rheinland-Pfalz warf der Gewerkschafter Profitstreben vor: „Arbeitsplätze und die Lebensperspektiven von Menschen sollen für Renditeziele geopfert werden.“ Das Werk in Wilkau-Haßlau bei Zwickau habe in der Vergangenheit regelmäßig Millionengewinne an den Mutterkonzern abgeführt, der es aber unterlassen habe, zu investieren.

Die Gummibären-Fabrik hatte am 6. November 2020 angekündigt, das Werk im Landkreis Zwickau zum Jahresende zu schließen. Betroffen sind rund 150 Beschäftigte.

Die Gummibären-Fabrik hatte am 6. November 2020 angekündigt, das Werk im Landkreis Zwickau zum Jahresende zu schließen. Betroffen sind rund 150 Beschäftigte.

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Wilkau-Haßlau: Menschen protestieren auf dem Marktplatz gegen das Aus für den Haribo-Standort.

Wilkau-Haßlau: Menschen protestieren auf dem Marktplatz gegen das Aus für den Haribo-Standort.

Heil: Entscheidung dringend überdenken

Unterstützt wird der Protest seit Wochen auch von Politikern verschiedener Parteien. In einer Mitteilung der Gewerkschaft meldete sich auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zu Wort: „Dass Haribo sein hoch-profitables und einziges ostdeutsches Werk schließen will, ist ein Schock und sollte dringend von der Geschäftsführung überdacht werden.“ Er appellierte an die Unternehmensführung, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Arbeitsplätze in Wilkau-Haßlau zu sichern.

150 Haribo-Beschäftigte in Wilkau-Haßlau - wichtiger Arbeitgeber für die Stadt

Haribo hatte Anfang November bekanntgegeben, den Standort mit rund 150 Beschäftigten zum Jahresende zu schließen. Das Unternehmen begründete diesen Schritt damit, dass „unverhältnismäßig hohe Investitionen“ nötig seien, um die Produktionsabläufe am Standort auf neue Anforderungen auszurichten. Zu einem Sozialplan konnte bisher keine Einigung erzielt werden.

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Für die Stadt Wilkau-Haßlau würde bei einer Schließung ein wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler wegbrechen. Zudem gibt es vor Ort eine lange Tradition in der Produktion von Süßwaren. Dort wurden den Angaben nach schon zu DDR-Zeiten Naschereien hergestellt und auch in den Westen geliefert. 1990 ging der Betrieb dann an Haribo.

RND/dpa

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