Kolumne

Notfalls müssen wir beim Klimaschutz einen Schritt zur Seite gehen

Flamme an einem Gasherd: Was passiert, wenn Putin nicht mehr liefert?

Flamme an einem Gasherd: Was passiert, wenn Putin nicht mehr liefert?

Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine letzte Woche hat uns alle fassungslos gemacht. Leidtragende dieses Krieges sind in allererster Linie die Menschen vor Ort. Ich hoffe daher inständig, dass es gelingt, die Lage schnellstmöglich wieder zu beruhigen und den Weg zurück zur Diplomatie zu finden.

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Neben der Sorge um die Menschen im Kriegsgebiet hat der Angriff hierzulande auch zu großer Verunsicherung rund um die Energieversorgung geführt. Was passiert, wenn Russland seine Gas- und Kohlelieferungen einstellt? Sitzen wir bald im Kalten? Welche Alternativen gibt es?

Die gute Nachricht ist: Die Gasversorgung in Deutschland ist für die kommenden Monate gesichert – selbst ohne weitere Lieferungen aus Russland. Auch bei der Stromversorgung sind derzeit keine Engpässe absehbar.

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Uns muss aber auch klar sein: Deutschland wird als Industriestandort auch künftig auf Energieimporte angewiesen sein. Daher geht es jetzt auch darum, unsere Lieferstrukturen zu diversifizieren und die notwendigen Infrastrukturen wie Terminals für Flüssigerdgas auszubauen. Auch der Hochlauf von Wasserstoff gewinnt an Bedeutung und muss zügig vorangetrieben werden.

Eventuell müssen wir Kohlekraftwerke reaktivieren

Das alles schaffen wir nicht über Nacht. Daher muss parallel geprüft werden, ob für die Versorgungssicherheit eventuell Kohlekraftwerke aus der Sicherheitsbereitschaft aktiviert werden müssen. Die derzeitige Lage kann dazu führen, dass wir auf dem Weg der CO₂-Minderung mal einen Schritt zur Seite gehen müssen.

Das Ziel haben wir aber klarer vor Augen denn je: Klimaneutralität, verbunden mit dem schnellen und massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Dieser muss in einem Tempo und Maße zulegen, das wir in Deutschland bis dato nicht kennen.

Unsere Mitgliedsunternehmen arbeiten mit Hochdruck und in enger Abstimmung mit den Behörden an Lösungen, um die Versorgung mit Strom und Wärme mittel- und langfristig resilienter aufzustellen. Die deutsche Energieversorgung ist eine der sichersten der Welt. Wir arbeiten daran, dass sich hieran nichts ändert.

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Kerstin Andreae ist Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Sie schreibt im Wechsel mit Energieprofessorin Claudia Kemfert, Stadtplaner Holger Krawinkel und RND-Redakteur Frank-Thomas Wenzel die RND-Kolumne „Greenformation“ über den grünen Umbau der Wirtschaft.

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