Bundesregierung: „keine natürliche Ursache“

Gas tritt weiter stark aus Nord-Stream-Lecks aus – Deutsche Marine beteiligt sich an Aufklärung

Sechs Monate werden die Marinesoldaten auf dem Tender „Donau“ verbringen.

An der Aufklärung der Geschehnisse will nun auch die deutsche Marine teilnehmen. (Symbolbild)

Stockholm. Das Gas aus den drei Nord-Stream-Lecks tritt nach Angaben der schwedischen Küstenwache mit unveränderter Kraft aus.

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„Leider kann das Gas nicht eingefangen oder bekämpft werden“, sagte ein Sprecher der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Zur Menge des austretenden Gases konnte er keine Angaben machen. „Wir sind aber sehr sicher, dass die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen ausreichen, damit niemand zu Schaden kommt.“

Experte für maritime Sicherheit geht von Sabotage an Nord Stream-Pipelines aus

„Wenn man sich die Komplexität anguckt, dann muss man schon davon ausgehen, dass es sich hier um einen staatlichen Akteur handelt“, sagt Experte Peters.

Die Lecks befinden sich teils in der dänischen, teils in der schwedischen ausschließlichen Wirtschaftszone. Beide Länder hatten nach der Entdeckung Sicherheitszonen für die Schifffahrt errichtet. Schiffe dürfen das Gebiet um die Lecks in einem Radius von fünf Seemeilen (knapp 9,3 Kilometer) nicht passieren. „Wenn sich Schiffe aus dieser Zone heraushalten, besteht kein Risiko für die Besatzung“, sagte der Sprecher.

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Die schwedische Küstenwache sei mit einem Schiff mit einer speziell ausgebildeten Crew vor Ort und behalte die Lecks im Auge. Gerate ein Schiff oder Boot versehentlich in die Sperrzone, kann die Küstenwache diesem zu Hife kommen.

Lambrecht: Marine beteiligt an Aufklärung nach Pipeline-Vorfall

Die Deutsche Marine wird sich nach den Worten von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) an der Aufklärung des mutmaßlichen Sabotageakts an den Ostsee-Pipelines beteiligen. Der Vorfall führe vor Augen, dass Deutschland auf kritische Infrastruktur angewiesen sei, auch unter Wasser, teilte die Ministerin am Mittwoch in Berlin mit. „Die Umstände dieses beunruhigenden Ereignisses müssen nun schnell geklärt und die Verantwortlichen identifiziert werden.“

Sie habe sich mit ihrem dänischen Amtskollegen ausgetauscht und vereinbart, Informationen zu teilen, so Lambrecht. Die Marine werde sich mit ihrer Expertise bei der Aufklärung einbringen. „Die Beschädigung der Pipelines zeigt uns auch, wie wichtig eine starke Marine innerhalb einer leistungsfähigen Bundeswehr für die Sicherheit unseres Landes und die unserer Verbündeten ist“, so Lambrecht.

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Die Lecks waren an den Gasröhren Nord Stream 1 und 2 in der Nähe der dänischen Ostsee-Insel Bornholm entdeckt worden. Sabotage wird nicht ausgeschlossen. Beide Leitungen führen von Russland nach Mecklenburg-Vorpommern.

Bundesregierung: Schäden haben „keine natürliche Ursache“

Die Bundesregierung hat nach den schweren Beschädigungen an den Gasröhren in der Ostsee Erkenntnisse, dass es „keine natürliche Ursache für diesen Vorfall geben kann“. Auf die Frage, ob es sich um einen Anschlag handele, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwoch in Berlin aber: „Ich würde das im Augenblick gar nicht beschreiben.“ Wenn das Gas entwichen sei, könne der Schaden genauer untersucht werden. Es bestehe keine unmittelbare Umweltgefährdung, das Gas sei aber klimaschädlich.

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Das Bundesinnenministerium erklärte zur Sicherung der Infrastruktur in Deutschland, die Maßnahmen würden immer an die Lage angepasst, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Lage. Eine „abstrakte Gefährdungslage“ für die kritische Infrastruktur sei immer anzunehmen, nicht nur nach dem aktuellen Vorfall.

RND/dpa

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