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Negt warnt vor Folgen des digitalen Wandels

Der Sozialphilosoph Oskar Negt.

Der Sozialphilosoph Oskar Negt.

Hannover. Über Jahrhunderte sei die Arbeit schmutzig und entfremdet gewesen. Digitalisierung und Robotik hätten der Menschheit nun Möglichkeiten geschaffen, sich von der Knochenarbeit zu befreien. Zugleich bestehe aber die Gefahr, dass die Automatisierung massenhaft Arbeitsplätze vernichte. Weil Arbeit jedoch nicht nur Broterwerb sei, „sondern ein essenzieller Teil der Persönlichkeit, an dem viel der eigenen Würde hängt“, begegneten viele Menschen der Digitalisierung mit Sorge. „Ich fürchte, es ist nur eine Frage der Zeit, bis die so stark gewordenen Rechtspopulisten in Europa und den USA auch mit den Ängsten vor den Folgen der Digitalisierung spielen werden“, sagte Negt im RND-Gespräch. Zudem kritisierte der Philosoph, dass die Menschen die Welt nicht mehr mit eigenen Augen, „sondern buchstäblich durch die Datenbrille“ sähen. Dabei gehe auch die politische Sehkraft verloren.

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Als Ausgleich zur zunehmenden Digitalisierung des Alltags forderte Negt, einer der letzten lebenden Vertreter der Frankfurter Schule, schon in Erziehung und Ausbildung die „unmittelbare körperlich-sinnliche Erfahrung“ zu stärken – etwa durch Praktika im Sozial- oder Umweltbereich, die gleichberechtigt mit dem Regelstoff im Lehrplan stehen: „Die Erfüllung von Bildungsnormen darf nicht das oberste Ziel der Schule sein“. Stattdessen bedürfe es junger Menschen, „die nicht nur brav in der Spur laufen, sondern eigenständig denken und wieder zu träumen wagen.“

Von RND

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