Entlastung an der Zapfsäule

US-Präsident Biden zapft vor Wahlen wieder strategische Ölreserven der USA an

US-Präsident Joe Biden am Dienstag (18. Oktober) bei einer Wahlkampfveranstaltung in Washington.

US-Präsident Joe Biden am Dienstag (18. Oktober) bei einer Wahlkampfveranstaltung in Washington.

Wenige Wochen vor den Zwischenwahlen in den USA will Präsident Joe Biden erneut die strategischen Ölreserven anzapfen und damit für Entlastung an den Zapfsäulen sorgen. Biden will am heutigen Mittwoch die Freigabe von 15 Millionen Barrel Öl für den Verkauf verkünden, wie am Dienstag (Ortszeit) aus Regierungskreisen verlautete. Für den kommenden Winter werde er zudem mögliche weitere Ölverkäufe in Aussicht stellen, um die Preise zu drücken.

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Mitarbeiter im Weißen Haus hatten zuvor erklärt, das Anzapfen der strategischen Reserve sei eine Antwort auf die jüngste Ankündigung der von Saudi-Arabien dominierten Öl-Allianz Opec+, die Ölfördermenge ab November um zwei Millionen Barrel pro Tag (je 159 Liter) zu kürzen. Die Angebotsverknappung soll den Ölpreis hochtreiben, wovon wiederum aus US-Sicht Moskau profitiert, das mit dem Erlös den Angriffskrieg gegen die Ukraine weiterfinanzieren kann.

Erneut steigende Preise an den Zapfsäulen könnten zudem kurz vor den US-Zwischenwahlen für Biden und seine Demokraten zur politischen Last werden. Vor diesem Hintergrund erklärte Biden unlängst, dass es Konsequenzen für Saudi-Arabien geben werde.

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Reserven auf tiefstem Stand seit 1984

Nach Angaben von mehreren Mitarbeitern im Weißen Haus umfassen die strategischen US-Reserven aktuell fast 400 Millionen Barrel Öl. Erst im März hatte Biden eine Freigabe von 180 Millionen Barrel über einen Zeitraum von sechs Monaten verfügt, die Reserven sind inzwischen auf dem tiefsten Stand seit 1984.

In seiner Ansprache am Mittwoch werde Biden auch mitteilen, dass die Regierung die strategischen Ölreserven wieder aufstocken wolle, wenn die Ölpreise in oder unter der Spanne von 67 bis 72 Dollar je Barrel lägen. Dies würde für eine Erhöhung der heimischen Produktion sorgen, indem sichergestellt sei, dass die Nachfrage selbst bei sinkenden Preisen auf einem Grundniveau bleibe. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 92,31 Dollar.

RND/AP

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