Hundecamper mieten: mit dem Vierbeiner auf Wohnmobiltour

Immer mehr Menschen wollen ein Wohnmobil mieten, in dem auch ihr Hund willkommen ist.

Immer mehr Menschen wollen ein Wohnmobil mieten, in dem auch ihr Hund willkommen ist.

Natürlich gibt es Gewinner. Profiteure der Corona-Pandemie. Die Wohnmobilbranche gehört gewiss dazu. Die Wachstumskurve zeigt steil nach oben, die Vorfreude beim Kauf wird allenfalls durch lange Lieferzeiten getrübt. Den Run auf die bewohnbaren Fahrzeuge hält das nicht auf.

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Ähnliche Zuwächse belegen aber auch einen anderen Megatrend. Egal, ob Schäferhund oder Golden Retriever, Dackel oder Mischling: In Corona-Zeiten kommen immer mehr Menschen in Deutschland auf den Hund. Laut dem Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) wurden im gesamten Jahr 2020 rund 20 Prozent mehr Hunde gekauft als in den Jahren zuvor. 39.000 Neuanmeldungen gab es allein im Juni 2020 bei der Tierschutzorganisation Tasso. Was bedeutet das wohl, wenn Hundefreunde mit ihrem Vierbeiner auf große Wohnmobilfahrt gehen wollen?

Extrafahrzeuge für Hundehalter

Genau – eigene Campingmobile für Hundebesitzer. Tatsächlich vermerkt beispielsweise die Campervermietung „Hannes-Camper“, die extra den „Hunde Hannes“ in ihr Modellprogramm aufgenommen hat, an ihren sieben Standorten in Deutschland einen stetigen Anstieg der Anfragen nach „Camping mit Hund“.

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Bei vielen Wohnmobilvermietern blitzen Herrchen und Frauchen nämlich schnell ab, wenn die Frage auf den Hund kommt. „Tiere, nein danke“, heißt es meistens. Die Begründung: Wenn der Folgemieter ein Allergiker ist, könnten Hundehaare, die sich nicht immer zu 100 Prozent entfernen lassen, zum Problem werden.

Deshalb trennt Hannes-Camper strikt zwischen Vermietfahrzeugen ohne Tierbenutzung und besagten Hunde-Hannes-Modellen. Dabei handelt es sich um ausgebaute Kastenwagen der Marke Pössl Roadcar R600 mit sechs Metern Länge. Das Fahrzeug basiert auf einem Citroën Jumper mit einem 120-PS-Dieselmotor und ist voll ausgestattet mit vier Sitzplätzen, Küche, Wasch-/Toilettenraum, Heizung, Frisch- und Abwassertank, Fahrradträger und Markise. Allerdings: Hundeextras? Fehlanzeige. Selbst Decken und Transportbox müssen die Mieter selbst mitbringen.

Anbieter spezialisieren sich auf Hundebesitzer

Einigen Hundefreunden mag das genügen, überhaupt ein Reisemobil anmieten zu können. Wer aber auf spezielles Equipment für seinen vierbeinigen Liebling wert legt, vom Transportkäfig über Fress- und Trinknäpfe bis zum Sicherheitsgeschirr, der ist bei den Spezialisten besser aufgehoben. Die heißen Fellnasenmobil, Camper-Dogs oder auch Lucky Dog Camper. Letzterer stützt sich als Partner von Rent-and-Travel auf die große Organisation der Knaus-Tabbert-Tochter und bietet demzufolge auch ausschließlich Knaus- und Weinsberg-Modelle an.

Der Umfang der Hundeausstattung ist bei den Mietfahrzeugen sehr unterschiedlich. Liegeplätze für die Vierbeiner, Transportgitter, Leinenbefestigungen, Sicherheitsgurte, flexible Rampen und, und, und. Manche bieten mehr, manche weniger. Auf einen pflegeleichten Boden sollte in jedem Fall geachtet werden, falls unterwegs mal ein Malheurchen passiert.

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Größte Vermieter für hundefreundliche Reisemobile

Noch mehr auf Herrchens und Frauchens Lieblinge fokussiert sind die Reisemobile der beiden größten Vermieter in dieser tierischen Nische, da geht es schon um handfeste Umbauten. Die beiden nordrhein-westfälischen Unternehmen Waumobil aus Niederkrüchten und 4-Pfoten-Mobile aus Rheurdt gelten zugleich als Pioniere dieser besonderen Wohnmobilspezies. Hubert Lechners Waumobile entstanden 2014 ein gutes Jahr früher als die Konkurrenz in der kaum 50 Kilometer entfernten Nachbarschaft und dürften mit mehr als 70 Fahrzeugen in 40 Mietstationen inklusive Österreich und der Schweiz auch der größte Mietanbieter in diesem Bereich sein.

Die 4-Pfoten-Mobile von Gründer und Geschäftsführer Jörg Dräbert, die nicht nur vermietet, sondern auch als Neu- oder Gebrauchtwagen verkauft werden, sind dagegen durchdacht bis ins Detail, in puncto Hundeausstattung nicht zu toppen.

Hundecamper entstand als Schnapsidee

Als Hundebesitzer und Betreiber mehrerer Heimtierbedarffachmärkte schien Dräbert prädestiniert dazu, die gemeinsam mit einem Freund in einer durchzechten Nacht geborenen Ideen für einen Hundecamper umzusetzen. Noch heute hält er es für einen großen Fehler der Caravaningbranche, die Hundefreunde als Zielgruppe völlig außer Acht zu lassen. Denn schließlich „sind fast 50 Prozent aller Wohnmobile mit einem Hund unterwegs“, behauptet er. Also musste er selbst die Initiative ergreifen.

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So lässt Dräbert heute die angebotenen Teilintegrierten Dog-Liner T 730, TE 740 und T 699 ebenso wie den Integrierten VI 781 nach seinen eigenen Angaben beim Traditionshersteller Dethleffs im Allgäu vorfertigen. „Ich benötige nämlich eine 1,35 Meter breite Garage, die es so in keinem Wohnmobil gibt, und eine entsprechend andere Bettlösung für darüber“, erklärt der 4-Pfoten-Chef. Denn neben dem selbst entwickelten, abgetrennten Bereich im Heck für maximal zwei große Hunde, den er anschließend selbst im heimischen Rheurdt umbauen lässt, soll ja auch wenigstens noch Platz für die Campingmöbel von Herrchen und Frauchen sein.

Außendusche für die Pfoten

Dieses Hundeabteil hat eine große Tür zum Innenbereich mit schiebbarem Schutzgitter und eine hintere Außentür mit integriertem Fenster zum Öffnen, mit Insektenschutznetz und einem weiteren Schutzgitter. Die Hunde liegen auf einer gepolsterten Matte, ein Heiz- und Belüftungssystem sorgt für gutes Klima und ein „Antischlabber“-Napf mit 1,4 Liter Inhalt garantiert für die Fahrt ausreichend Trinkwasser. Und der Clou: Dank einer Farbkamera können die Insassen ihre Hunde unterwegs jederzeit auf dem Monitor des Multimediasystems beobachten. Ein Fünf-Sterne-Abteil für die Fellnasen oder besser: Vier Pfoten für ein Hallelujah!

Ebenfalls integriert ist eine ausziehbare Hunderampe mit 1,75 Meter Länge für den bequemen Ein- und Ausstieg der Vierbeiner, eine Außendusche zum Pfötchenreinigen nach dem Gassi gehen sowie zwei Anschlagringe außen am Fahrzeug zur Befestigung der Hundeleine. All das gehört auch bereits zur Grundausstattung, wenn sich ein Kunde für einen 4-Pfoten-Neuwagen entscheiden sollte. Der 7,30 Meter lange und damit kleinste Teilintegrierte, der Dog-Liner T730, startet mit gut zugänglichem Doppelquerbett im Heck ab rund 66.000 Euro. Aktuell ist aber erst der zehn Zentimeter längere Dog-Liner TE740 mit Einzelbetten (ab 67.700 Euro) verfügbar. Ein günstigeres Kastenwagenmodell sei in Planung, verspricht Jörg Dräbert.

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Und die Mietpreise? Die beginnen bei fast allen Vermietern für teilintegrierte Modelle in der Nebensaison bei etwa 100 Euro am Tag oder leicht darunter, bei kompakten Kastenwagen sogar schon bei 75 Euro (Waumobil). In der Hauptsaison liegt der Tagestarif jeweils bis zu 30 Euro höher, wobei so oder so immer noch weitere Nebenkosten hinzukommen oder wie bei 4-Pfoten mindestens für eine Dauer von sieben Tagen gebucht werden muss.

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