Kommentar

Dem LNG-Einstieg muss ein schneller LNG-Ausstieg folgen

Die Baustelle für das geplante LNG-Terminal in der Nordsee vor Wilhelmshaven.

Die Baustelle für das geplante LNG-Terminal in der Nordsee vor Wilhelmshaven.

Frankfurt am Main. Die Verträge sind gemacht. Vier Energiekonzerne haben sich am Dienstag verpflichtet, die beiden geplanten Anlande-Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) bei Brunsbüttel und Wilhelmshaven bis zum Frühjahr 2024 auszulasten. Gut so. Die geplanten LNG-Lieferungen sind die einzig mögliche Absicherung, um einen Kollaps bei der Versorgung mit dem Brenn- und Rohstoff in diesem und im nächsten Winter zu verhindern.

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Denn jeder verantwortliche Politiker, der halbwegs bei Sinnen ist, muss damit kalkulieren, dass der unberechenbare russische Kriegsherr und Staatspräsident Wladimir Putin schon morgen den Gashahn ganz zudrehen und in absehbarer Zeit nicht mehr aufdrehen könnte. Um unabsehbare ökonomische und soziale Verwerfungen zu verhindern, braucht Deutschland so schnell wie möglich die beiden LNG-Terminals.

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Weg zu erneuerbaren Energien ebnen

Aber nur bis 2024 oder gar bis 2042? Die Frage ist berechtigt. Es gibt ernsthafte Zweifel daran, wie es mit LNG als Ersatz für russisches Methan weitergeht. Erdgas-Lobbyisten machen keinen Hehl daraus, dass sie die fossile Energie noch viele, viele Jahre einsetzen wollen.

ARCHIV - 09.03.2012, USA, Tunkhannock: ARCHIV - Der Bohrturm einer Ölförderplattform, die nach dem Prinzip des «Fracking» arbeitet, ist am 09.03.2012 in Tunkhannock als Sillhouette zu sehen. (zu dpa: Südwest-FDP will Gasförderung durch Fracking prüfen lassen) Foto: Jim Lo Scalzo/EPA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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Die Versuchung ist groß, sich darauf einzulassen. Denn damit wird der Druck für den sehr komplizierten Ausbau der Erneuerbaren verringert. Genau dies birgt aber enorme Risiken. So richtig wie der kurzfristige Aufbau der LNG-Infrastruktur ist, so wichtig ist auch, dass die Bundesregierung schon jetzt einen ambitionierten Fahrplan nicht für einen LNG-, sondern für einen kompletten Gas-Ausstieg vorlegt. Um den Weg in eine klimafreundliche und langfristig wettbewerbsfähige Energieversorgung abzusichern.

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