Finanzvorstand Lutz soll neuer Bahn-Chef werden

Richard Lutz, Vorstand Finanzen und Controlling der Deutschen Bahn (Archivbild).

Richard Lutz, Vorstand Finanzen und Controlling der Deutschen Bahn (Archivbild).

Berlin. Lutz führt die Bahn bereits kommissarisch, nachdem Grube den Konzern im Januar im Streit um seine Vertragsverlängerung entlassen hatte. Er ist seit 1994 bei der Bahn und seit 2010 Finanzvorstand. Eigentümer der Bahn ist der Bund. Der Aufsichtsrat tagt am 22. März wieder.

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Wie „Spiegel Online“ und das „Handelsblatt“ unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters am Montagabend berichteten, soll Lutz von Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla ins Gespräch gebracht worden sein. Darauf hätten sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verständigt, berichtet auch „Focus Online“. Die Bahn wollte den Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht kommentieren.

Streit um Grubes Vertrag

Dem Ex-Kanzleramtschef waren selbst Ambitionen auf die Nachfolge von Grube nachgesagt worden. Allerdings habe es gegen den CDU-Politiker Widerstand im Aufsichtsrat gegeben, auch deshalb, weil er erst wenig Erfahrung im Unternehmen gesammelt habe, berichtet „Spiegel Online“. Ein Grund sei außerdem gewesen, dass die Koalition sich keinen „Mauschelei“-Vorwürfen aussetzen wollte, meldet dpa.

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Ende Januar hatte es bei der Bahn in einer Aufsichtsratssitzung Differenzen über die geplante Verlängerung des Vertrags von Grube gegeben. Dessen Vertrag lief noch bis Dezember. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats hatte es geheißen, Grube sei in der Sitzungsvorlage noch eine Vertragsverlängerung um drei Jahre bis Ende 2020 zugesichert worden. Der Vorstandschef habe dafür auf eine Gehaltserhöhung und auf eine Abfindung im Falle eines vorzeitigen Abgangs verzichtet. In der Sitzung habe man ihm dann aber doch nur zwei weitere Jahre als Vorstandschef geben wollen.

Grube hatte dem Kontrollgremium vorgeworfen, sich nicht an Absprachen gehalten zu haben und war zurückgetreten. Der 65-Jährige hatte den Konzern inmitten einer großangelegten Initiative verlassen, die Qualität, Kundenzahl und Ergebnis der Bahn deutlich verbessern sollte.

Grube war seit 2009 Vorstandschef des bundeseigenen Konzerns mit weltweit 300 000 Angestellten und rund 40 Milliarden Euro Umsatz. Er übernahm die Führung nach der Affäre um massenhafte Ausspähung von Mitarbeiter-E-Mails unter seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn.

Von RND/dpa

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