Fahrer – oder nur noch Passagier?

Smart zeigt auf der IAA die autonom fahrende Studie Vision EQ.

Smart zeigt auf der IAA die autonom fahrende Studie Vision EQ.

Frankfurt. "Für mehr Lebenszeit statt Fahrzeit", heißt es auf der Internetseite der Internationalen Automobilausstellung (IAA), die an diesem Dienstag zunächst für Pressevertreter öffnet. Angepriesen werden selbstfahrende Autos, die seltener im Stau stehen und weniger Unfälle verursachen. Die vorderen Sitze lassen sich entspannt um 180 Grad drehen, Tische werden zu Tablets, Scheiben zu Bildschirmen. Der Fahrer wird zum Passagier.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Autobauer bemühen sich, auf der IAA ihre Zukunftsvision des Individualverkehrs zu präsentieren. Serienreife – oder zumindest seriennahe Komponenten werden angekündigt, dazu ein Parcours, auf dem Besucher autonome Fahrsysteme live erleben können. Neben mehr als 50 Automarken sind auch IT-Firmen wie Google, SAP und Facebook auf der Messe vertreten – denn die Daten-Giganten mischen kräftig mit, wenn künftige selbstfahrende Autos mit ihrer Umgebung Daten austauschen sollen.

Auch das E-Auto bleibt ein Mega-Trend – doch der Elektropionier Tesla ist mit seinem wichtigen Volumenmodell 3 nicht bei der Messe am Start. Lange wurde den deutschen Autobauern vorgeworfen, die E-Mobilität verschlafen zu haben. VW-Markenchef Herbert Diess machte deswegen vor kurzem eine Kampfansage in Richtung des Tesla-Firmenchefs Elon Musk: „Da werden wir ihn stoppen, an der Linie von 30 000 Euro.“ 2020 will Volkswagen mit seiner ID-Familie auf dem E-Auto-Markt voll angreifen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bisher aber sind E-Autos bei uns Ladenhüter. Das liegt an der nicht flächendeckenden Lade-Infrastruktur, dem eher hohen Preis und der geringeren Reichweite. Zudem mehrt sich die Skepsis in Sachen Umweltbilanz. Sind E-Autos wirklich viel umweltfreundlicher als Benziner und Diesel? Bei ihrer Herstellung verursachten Stromer erhebliche Belastungen, heißt es in einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Ifeu. Und was nützt es, wenn der Strom für E-Autos aus nicht gerade umweltfreundlichen Kohlekraftwerken kommt? Verkehrswende geht also nur mit Energiewende.

Auch die Brennstoffzelle ist weiter ein Thema

Neben E-Autos forscht die Autoindustrie seit Jahrzehnten an der Brennstoffzelle. Bisher haben nur Hyundai und Toyota aus Asien Elektroautos mit Wasserstoff und Brennstoffzelle im Angebot. Daimler zeigt auf der Messe IAA den Mercedes GLC F-Cell. Das sogenannte Vorserienfahrzeug kombiniert die Brennstoffzellen- und Batterietechnik zu einem Plug-in-Hybrid.

VW-Entwicklungschef Ulrich Eichhorn sagt, sein Konzern arbeite an einer Serienlösung. „Aber das wird zunächst eine Kleinserie.“ Die Brennstoffzelle habe über Jahre darunter gelitten, dass sie nicht alltagstauglich und durch enormen Einsatz von Edelmetallen sehr teuer gewesen sei. „Beides haben wir optimiert. Es stellt sich aber die Frage, woher der Wasserstoff kommt. Bislang muss man ihn regenerativ erzeugen, mit vielen Energieverlusten, bis er im Auto ist.“

Ein weiteres Mega-Thema: Mobilitätsdienstleistungen rund ums Auto. Dabei geht es zum Beispiel um Carsharing, Transportdienste und Mobilitäts-Apps. Daimler spricht mit Blick auf das Jahr 2030 von Mobilität als Service – „Mobility-as-a-Service“. Bei VW heißt das englisch „Transportation as a Service.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von ang/RND/dpa

Mehr aus Wirtschaft

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen