Abstimmung in New York

Erster Amazon-Standort in den USA bekommt Gewerkschaftsvertretung

Ein Amazon-Schriftzug.

Ein Amazon-Schriftzug.

New York. Nach jahrelanger Blockade ihres Arbeitgebers werden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Versandhandelsriesen Amazon in den USA bald erstmals von einer Gewerkschaft vertreten. Bei einer Abstimmung in einem Amazon-Lager im New Yorker Bezirk Staten Island wurden laut der Auszählung vom Freitag 2654 Stimmen für eine gewerkschaftliche Vertretung abgegeben, 2131 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stimmten dagegen.

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Von den mehr als 8300 Beschäftigten auf der Wählerliste gaben rund 57 Prozent ihre Stimme ab. Das Ergebnis wird nach Ablauf der Einspruchsfrist am 8. April noch von Bundesarbeitsbehörden überprüft.

In einem anderen Amazon-Lager in Bessemer in Alabama gab es nach vorläufigen Ergebnissen vom Donnerstag ein knappes Votum gegen die Gewerkschaft. Diese kündigte aber an, ungültige Stimmen anzufechten, was das Ergebnis noch umkehren könnte.

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„Das ist nur der Anfang und wir werden weiterkämpfen“

Im vergangenen Jahr hatten die Arbeiter und Arbeiterinnen in Bessemer eine gewerkschaftliche Vertretung noch deutlich abgelehnt. Am Donnerstag war das Ergebnis mit 993 zu 875 knapper. Die Arbeiter und Arbeiterinnen hätten eine Bewegung losgetreten, sagte Gewerkschaftschef Stuart Appelbaum. „Das ist nur der Anfang, und wir werden weiterkämpfen.“ Der Vertreter der Gewerkschaftsführer, Eric Milner, ging noch einen Schritt weiter: „Ich denke, das wird eine Kettenreaktion auslösen – Lager für Lager“, sagte er.

Ich denke, das wird eine Kettenreaktion auslösen – Lager für Lager.

Gewerkschafter Eric Milner

Im New Yorker Amazon-Zentrum mit mehr als 8000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen war nicht mit einem Sieg der Arbeitnehmervertreter gerechnet worden, weil keine etablierte Gewerkschaft hinter dem Vorhaben stand. Einer der Hauptverantwortlichen war ein gefeuerter Ex-Mitarbeiter von Amazon, Chris Smalls. Es fühle sich toll an, gegen ein billionenschweres Unternehmen auf der Siegerstraße zu sein, sagte er nach dem ersten Tag der Auszählung.

Der Nachrichtenagentur AFP zufolge zeigte sich Amazon „enttäuscht“ über das Abstimmungsergebnis. Der Konzern wolle seine Möglichkeiten prüfen, die Auszählung anzufechten.

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Während einer umstrittenen Kampagne hatte Amazon zuletzt versucht, Arbeiter und Arbeiterinnen bei obligatorischen Sitzungen von der Idee einer Gewerkschaftsbildung abzubringen. Auch Plakate und Flyer sollten die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gegen einen Betriebsrat einstimmen, berichtete AFP.

Die gewerkschaftliche Organisierung in den USA unterscheidet sich von der in Deutschland – Beschäftigte eines Betriebs können dort in einer Mehrheitsentscheidung darüber abstimmen, ob sie gemeinsam von einer Gewerkschaft vertreten werden wollen.

RND/hyd/AP

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