Kolumne Weltwirtschaft

Wie lange der Energiepreisschock anhalten wird

Banger Blick auf den Gaszähler: Der Preis steigt und steigt.

Banger Blick auf den Gaszähler: Der Preis steigt und steigt.

Bevor sich hier jemand beklagt: Schon klar, dass die Redensart längst ausgelutscht ist. Aber ausnahmsweise sei sie gestattet. Also: „Zieht euch warm an.“ Europa steht vor einem gewaltigen Energiepreisschock, der über den Winter hinweg anhalten wird – vielleicht sogar für Jahre.

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Das sagt der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington voraus. Seine Schätzung: Wegen der hohen Energiepreise werden die Lebenshaltungskosten in Europa im Durchschnitt um 7 Prozent steigen.

20 Prozent Inflation in Estland

Dabei gibt es bemerkenswerte Unterschiede in den einzelnen europäischen Ländern, wie es in einem aktuellen IWF-Blog heißt. Finnland zum Beispiel könnte demnach mit einer durchschnittlichen Steigerung von etwa 4 Prozentpunkten davonkommen.

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Jenseits des Finnischen Meerbusens in Estland sieht es deutlich düsterer aus. Dort werden Steigerungen von durchschnittlich 20 Prozent prognostiziert. Die ärmsten 20 Prozent der estnischen Haushalte müssen dort mit Preissteigerungen von 25 Prozent klarkommen, die reichsten 20 Prozent immer noch mit 15 Prozent.

In Deutschland sieht es besser aus. Unser Land liegt den IWF-Schätzungen zufolge an der Fünfprozentmarke, die reichsten Haushalte knapp darunter, die ärmsten Haushalte knapp darüber.

Gas wird in Europa noch teurer

Grund ist wohl die Unterbrechung der russischen Lieferungen nach Europa durch die Pipeline Nord Stream 1.

IWF zweifelt an Lösung der Bundesregierung

Dass es anderswo schlimmer kommen wird, ist nur ein schwacher Trost. Auch in Deutschland gilt: Den härtesten Preisschock werden vor allem jene Menschen erdulden müssen, die ohnehin wenig Geld haben und deswegen vergleichsweise einen größeren Teil ihres Budgets für Gas und Strom ausgeben müssen.

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Damit sich diese Haushalte möglichst schnell von dem Schock erholen, hat der IWF eine Lösung parat. Die Regierungen sollten den Versuch einstellen, den Preisanstieg mit breit angelegten Subventionen und Steuersenkungen zu bekämpfen, was die Bundesregierung gerade mit der Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas versucht. Das werde sowieso nicht funktionieren und überdies die Preise auf hohem Niveau halten, sagt der IWF.

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Stattdessen sollten die Regierungen die steigenden Energiekosten an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben. Das erhöhe allgemein den Anreiz, Energie zu sparen. Gleichzeitig müssten aber die ärmsten Haushalte gezielt vom Staat unterstützt werden.

Unterm Strich klingt das ein wenig nach: Zieht euch warm an, und vom Staat gibt’s einen Zuschuss für den Strickpullover.

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