Chipindustrie: Es braucht mehr, viel mehr Subventionen

Eine Person hält mit einer Pinzette einen Mikrochip.

Frankfurt. Die Europäische Union ist gerade dabei, eine große Chance zu verspielen – vielleicht ist es sogar die größte industriepolitische Gelegenheit des 21. Jahrhunderts. Es geht um Computerchips. Der Slogan vom Halbleiter als neues Erdöl ist schon etwas abgegriffen, was aber nicht heißt, dass er an Gültigkeit verloren hat.

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Die aktuelle Knappheit der elektronischen Bauteile – sie hat die hiesigen Autobauer arg gebeutelt – führt unübersehbar vor Augen, wie wichtig Chips für die Wirtschaft sind. Und deren Bedeutung wird noch massiv steigen.

Ganz bald wird der Zugang zur Halbleitertechnologie der wichtigste Faktor im Wettbewerb der großen Wirtschaftsblöcke sein. Es brauchte die aktuelle Nachschubkrise, um die EU-Kommission aus ihrem Tiefschlaf zu rütteln – nachdem Europa im vergangenen Jahrzehnt den Anschluss verloren hatte. Jetzt will Binnenmarktkommissar Thierry Breton aufholen.

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Die Voraussetzungen sind gar nicht schlecht. Eines der weltweit wichtigsten Forschungszentren auf dem Gebiet der Mikroelektronik, das Imec, befindet sich in Belgien. Der niederländische ASML-Konzern hat bei Maschinen für einen zentralen Fertigungsschritt von Chips – der Lithografie – fast ein weltweites Monopol. Darauf lässt sich aufbauen.

Aber nicht mit den Summen, die Breton nun zur Förderung der Hightechindustrie aufgerufen hat. Für den Bau von Chipfabriken hat er bis 2030 rund 30 Milliarden Euro eingeplant. Die chinesische Regierung hat dafür hingegen umgerechnet 150 Milliarden Euro vorgesehen.

Und China macht keinen Hehl daraus, dass das Interesse am Know-how zum Beispiel von ASML enorm hoch ist. Deshalb kann es für die Brüsseler Kommission und die Regierungen nur eins geben: Mehr, viel viel mehr Geld locker machen – ansonsten müssen sich die heute handelnden Personen schon in wenigen Jahren den Vorwurf gefallen lassen, dass sie die Verantwortung fürs ökonomische Zurückfallen der EU zu tragen haben.

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