Kolumne „Weltwirtschaft“

Chinas ausgebremster Kaufrausch: die Kunst einer neuen Sparsamkeit

Eine Frau mit Gesichtsschutz und Maske geht an mit Absperrband verbarrikadierten Geschäften vorbei.

Eine Frau mit Gesichtsschutz und Maske geht an mit Absperrband verbarrikadierten Geschäften vorbei.

Peking. Abermillionen Chinesinnen und Chinesen haben es zu beachtlichem Wohlstand gebracht, und die meisten von ihnen trugen ihn mit großem Stolz zur Schau: Die Autos mussten stets aus Deutschland kommen, die Smartphones aus der neuesten Generation sein, und im Restaurant wurden mindestens zwei Gerichte mehr bestellt, als der Magen überhaupt verdauen kann.

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Die hedonistische Grundeinstellung überrascht kaum, schließlich kannte eine ganze Generation seit der wirtschaftlichen Öffnung in den Achtzigerjahren nur mehr den Blick nach oben.

Null Covid hat den Kaufrausch in China ausgebremst

Diese Zeiten sind inzwischen längst vorüber. Die Pandemie, die mit den strikten Null-Covid-Vorgaben auch im dritten Jahr den Alltag der Menschen in China dominiert, hat den Kaufrausch vollständig ausgebremst. Wer bucht dieser Tage schon eine Reise, wenn das Hotel morgen bereits im Lockdown sein könnte? Und wenn der Jahresbonus gestrichen wurde, dann nimmt man statt Taxi eben öfter die U-Bahn.

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Der einbrechende Konsum ist mit dem bloßen Auge sichtbar: Die in Peking beliebten Shoppingmalls sind zu regelrechten Geisterstädten geworden. Insbesondere jene Läden, die zum entbehrlichen Luxus gehören, werden gemieden – von Maniküresalons über Kinos bis hin zu Designerboutiquen. Kein Wunder: In den großen Städten ist jeder fünfte Chinese oder jede fünfte Chinesin unter 30 Jahren arbeitslos, in den Provinzen dürften es deutlich mehr sein.

Virale Videos in China: Wie man sich für 1,50 Euro ein Essen zubereitet

Deshalb ist bei der Jugend sparsam das neue cool. In den sozialen Medien stimmen viele Influencerinnen und Influencer bescheidenere Töne an und propagieren einen minimalistischen Lebensstil. „Wie man für 10 Kuai ein Abendessen zubereitet“ ist eines jener Videos, die viral gegangen sind. 10 Kuai entsprechen übrigens 1,50 Euro. Andere posten Tutorials darüber, wie sie in teuren Städten wie Shanghai mit umgerechnet 200 Euro einen Monat lang über die Runden kommen. Jener Pessimismus lässt die Jugend näher an ihre Großelterngeneration heranrücken. Deren Leben war schließlich noch von tiefen Umwälzungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt.

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