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RND-Kolumne „Der Haushälter“

Aktienfonds: Jeder dritte Euro landet bei der Sparkasse

Der Börsenteil einer Zeitung mit Aktienfonds (Symbolfoto).

Wenn Sie Geld in Aktien anlegen, wissen Sie nicht, wie hoch die Rendite sein wird. Was Sie aber wissen können: wie hoch die Kosten sind. Nehmen wir als Beispiel den Fonds, den Sparkassen derzeit am häufigsten verkauften, den „Deka Global Champions“ der hauseigenen Investmentfirma. Er kostet 1,45 Prozent Verwaltungsgebühren im Jahr.

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Angenommen, Sie legen einen Sparplan an mit 200 Euro im Monat. Und die Aktien bringen 8 Prozent Rendite im Jahr. Nach fünfzehn Jahren haben sie 36.000 Euro eingezahlt.

Nun kontrollieren Sie Ihr Erspartes: Ohne weitere Kosten müssten es dank der Rendite knapp 32.000 Euro mehr sein. Doch durch die Verwaltungskosten fehlen 7600 Euro.

Das ist nicht alles: Wenn Sie den Fonds zum Kaffee beim Sparkassen-Berater geordert haben, zahlen sie 3,75 Prozent Ausgabeaufschlag. Das bedeutet: Von Ihren 200 Euro landen jeden Monat nur 192,50 Euro auf dem Depot. Das kostet fast 2300 Euro Rendite.

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Nun nimmt die Sparkasse auch Depotgebühren. Die Münchner Stadtsparkasse etwa verlangt fürs „Klassik Depot“ 0,045 Prozent vom Kurswert. Im Quartal. Damit verlieren Sie weitere 900 Euro.

Nach fünfzehn Jahren haben Sie also einen Nettogewinn von knapp 21.200 Euro – und Kosten von 10.800 Euro. Jeder dritte Euro von Ihrem schönen Gewinn landet bei der Sparkasse.

Zum Vergleich: Einer der meistverkauften Indexfonds, auch ETF genannt, auf den MSCI World von Xtrackers hat nur 0,19 Prozent Verwaltungskosten. Mit einem von Finanztip empfohlenen Wertpapierdepot kriegen Sie den Sparplan auf solche ETFs ohne weitere Gebühren. Kosten nach fünfzehn Jahren: 1060 Euro. Die Sparkasse verlangt das Zehnfache.

ETFs kommen ohne Vermögensverwalter aus, die aktiv den Fonds steuern. Und das ist erfahrungsgemäß nicht unbedingt ausschlaggebend für die Rendite. Nur so viel: Um die Kosten wieder reinzuholen, müsste der Vermögensverwalter des Deka-Fonds 1,9 Prozentpunkte mehr Rendite erzielen als der Markt. Auf Dauer mehr als unwahrscheinlich. Wie gesagt: Gewiss sind nur die Kosten.

Matthias Urbach ist Vizechefredakteur des Geldratgebers „Finanztip“, der zur gleichnamigen Stiftung gehört. Er erklärt an dieser Stelle immer dienstags, wie man Gelddinge selbst regelt. Weitere Tipps gibt Urbach im wöchentlichen Verbraucher-Newsletter (finanztip.de/newsletter).

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