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Ruder-Olympiasieger

Tim Grohmann beendet seine Karriere nicht ganz freiwillig

Tim Grohmann

Tim Grohmann

Dresden.Die Entscheidung hatte sich schon lange angedeutet, jetzt steht es endgültig fest: Der Dresdner Ruder-Olympiasieger Tim Grohmann beendet seine Laufbahn. Auch wenn der 29-Jährige absolut mit sich im Reinen ist, kommt das Karriere-Ende nicht ganz freiwillig. „Bis Tokio hätte ich schon noch gern weitergemacht“, erklärte der Athlet gestern gegenüber DNN. Doch dann hätte der Schützling von Trainer Egbert Scheibe umziehen müssen.

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Der Coach erläutert die Gründe: „Das hängt mit der Leistungssportreform und der damit verbundenen Konzentration auf wenige Stützpunkte zusammen. Ab 1. November müssen alle Skuller, die das Ziel Olympia haben, am Bundesstützpunkt Hamburg trainieren. Da wird vom Verband eine sogenannte Residenzpflicht gefordert.“ Grohmann erzählt, wie er davon erfuhr: „Das war schon im Vorjahr, vor dem WM-Halbfinale hat uns der verantwortliche Trainer diese Information zukommen lassen.“

Wie ungünstig dieser Zeitpunkt für die Ruderer war, muss der Dresdner nicht extra hinzufügen. Dem verordneten Zwang aber will sich der Erfolgsathlet, der 2012 mit dem Doppelvierer Gold in London holte, dazu zweimal Vizeweltmeister war und noch weitere internationale Titel und Medaillen gewann, nicht beugen. „Da bin ich zu sehr Familienmensch und als Ruderer verdient man nicht so viel Geld, dass man mit Sack und Pack einfach mal umzieht“, betont der Skuller, der seit fünf Wochen Vater des kleinen Gustav ist und gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Julia Feist, die als Trainerin am Bundesstützpunkt Wasserspringen in Dresden arbeitet, in Pesterwitz wohnt. Nicht nur wegen der Familienunfreundlichkeit findet Tim Grohmann die Zentralisierung um jeden Preis nicht gut: „Man wird zum einen aus seinem funktionierenden Umfeld herausgerissen, zum anderen aber gehen dem Nachwuchs vor Ort die Vorbilder aus.“

Zumindest die Nachwuchsruderer im Bootshaus Cotta können sich vielleicht schon bald Anweisungen von einem Olympiasieger geben lassen. Denn Grohmann hat einen klaren Plan für seine Zukunft. Nach zehn Jahren endet zum 30. September seine Zeit als Sportsoldat der Bundeswehr. „Weil ich so lange dabei war, bekomme ich für die Übergangszeit von vier Jahren 75 Prozent des bisherigen Geldes und bin damit finanziell zumindest erst einmal abgesichert. Im Februar werde ich mein Studium der Sportwissenschaften in Leipzig beenden und versuche danach, als Trainer zu arbeiten.“ Der Landesruderverband hilft ihm. „Man hat mir versichert, mich dabei zu unterstützen“, weiß Grohmann, der am 27. Oktober beim Armadacup von Bern seinen letzten Wettkampf bestreiten wird. Ein Einer-Rennen über neun Kilometer.

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Von Astrid Hofmann

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