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Tag der Entscheidung

Dynamo-Geschäftsführer Becker bangt um sein Aufbauwerk

Sport-Geschäftsführer Ralf Becker glaubt, dass sich Dynamo Dresden gegen den 1. FC Kaiserslautern durchsetzt.

Sport-Geschäftsführer Ralf Becker glaubt, dass sich Dynamo Dresden gegen den 1. FC Kaiserslautern durchsetzt.

Dresden. Für Dynamo Dresden steht am Dienstagabend im Relegationsrückspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (Anstoß 20.30 Uhr/Sat1 und Sky live) eine Menge auf dem Spiel. Zweifellos gilt das auch für Sport-Geschäftsführer Ralf Becker, dessen zunächst erfolgreiches Aufbauwerk seit seinem Amtsantritt im Juli 2020 im Verlauf der Saison 2021/22 in Gefahr geraten ist. Der 51-Jährige, geboren im schwäbischen Leonberg, hat die Mannschaft nach dem Abstieg 2020 mit viel Bedacht neu zusammengestellt und sich so einen großen Anteil am Wiederaufstieg im Mai 2021 erworben, doch nach sieglosen Rückrunde in der 2. Bundesliga könnte all das bei einer Niederlage gegen den FCK nicht mehr viel wert sein. Zudem stünde Becker bei einem Abstieg Dynamos ohne gültigen Vertrag da, denn sein bis zum 30. Juni 2025 fixierter Kontrakt ist nur für die 1. und 2. Bundesliga ausgelegt. Kein Wunder also, dass Becker am Abend beim Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Kaiserslautern unter großer Nervenanspannung steht.

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Becker wird am Abend Ohnmacht verspüren

Als ehemaligem Profispieler (u.a. bei Bayer Leverkusen, dem FC St. Pauli, den Stuttgarter Kickers, dem SSV Reutlingen und dem Karlsruher SC) fällt es Becker bei so entscheidenden Spielen wie dem anstehenden besonders schwer, auf der Tribüne zuzuschauen und sonst wenig tun zu können: „Grundsätzlich ist es so, dass man, wenn man selber mal Fußballer war und weiß, dass man auf dem Platz etwas beeinflussen kann, später als Funktionär – egal in welcher Funktion – Ohnmacht verspürt. Dann sitzt man draußen, drückt die Daumen, kann wenig eingreifen.“

Schwabe ruft Dynamo auf, als Einheit aufzutreten

Becker bemüht sich aber, bis zum Anpfiff nah an der Mannschaft zu sein: „Ich versuche da zu sein, mitzugehen, zu Gesprächen zur Verfügung zu stehen, Rat zu geben, wenn irgendwo Rat gewünscht ist.“ Für ihn ist wichtig, Dynamo als Einheit zu beschwören, alle Kräfte zu bündeln, damit das große Ziel Klassenerhalt erreicht werden kann: „Am Ende geht es darum, dass wir die komplette Energie von allen brauchen. Es geht nicht nur um die elf Leute auf dem Platz. Es geht um alle, die auf der Bank sitzen, unsere Fans sowieso, aber auch alle, die sonst dabei sind.“

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Planungen für neue Saison laufen

Für den Fall des Klassenerhalts, aber auch für den Fall, dass Dynamo in der 3. Liga doch mit ihm weitermachen möchte – er selbst hat schon vor einigen Tagen sein Interesse signalisiert –, schaut Becker auch genau hin, welche Spieler jetzt besondere Charakterstärke zeigen, über sich hinauswachsen. Der Schwabe verliert bei aller Ungewissheit die Planungen für die neue Saison nicht aus den Augen: „Die müssen ja weiterlaufen. Natürlich hat man seine Zettel, aber es ist ja auch nicht so, dass alle irgendwie warten, dass alles irgendwo zu Ende gespielt ist, sondern man muss ja auch ein bisschen aktiv bleiben, muss Gespräche führen, Sachen vorbereiten.“

Ein Abstieg liefe Beckers Stufenplan zuwider

Gelingt es der Capretti-Truppe am Abend den 1. FC Kaiserslautern in die Schranken zu weisen und die eigenen Fans aufatmen zu lassen, dann kann Becker definitiv weiter an seinem Stufenplan bis 2025 weiterarbeiten. Dann wäre Schritt zwei, der Klassenerhalt nach dem Aufstieg im ersten Jahr geschafft, könnte Schritt drei – die Etablierung im Bundesliga-Unterhaus – angegangen werden. Dazu wäre aber auch eine kritische Aufarbeitung der Fehler aus dieser Saison nötig. Dass zum Beispiel nicht alle seine Wintertransfers erfolgreich waren, hat Becker selbst eingeräumt. Hoffentlich müssen die Mannschaft und er jetzt nicht mit dem Abstieg einen hohen Preis dafür bezahlen. Es wäre ein fataler Rückschritt für den Verein, den gefühlten x-ten Neuanfang in der 3. Liga angehen zu müssen. Man will ja an der Lennéstraße und am Messering den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft eigentlich ein für alle Mal loswerden.

Von Jochen Leimert

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