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Vor dem Sachsenderby

Dynamo Dresden will Erzgebirge Aue als Aufbaugegner nutzen

Dynamo-Trainer Guerino Capretti erlebt am Sonntag sein erstes Sachsenderby. Darauf ist der 40-Jährige gespannt.

Dynamo-Trainer Guerino Capretti erlebt am Sonntag sein erstes Sachsenderby. Darauf ist der 40-Jährige gespannt.

Dresden.In der Tabelle geht es für beide um nichts mehr. Doch ein Sachsenderby kann niemand wegschenken, der es sich nicht mit den eigenen Fans verderben will. Für Dynamo Dresden geht es am Sonntag (15.30 Uhr) aber noch weit mehr als für Erzgebirge Aue darum, das Siegen wieder zu erlernen, denn woher sonst wollen die Schwarz-Gelben am kommenden Freitag (20.30 Uhr) beim 1. FC Kaiserslautern das Selbstvertrauen für eine erfolgreiche Relegation nehmen?

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SGD-Trainer Guerino Capretti machte vor dem Derby gegen die Lila-Weißen aus dem Auer Lößnitztal nicht viel mehr Worte, als unbedingt nötig sind. Kurz und knapp sagte der 40-Jährige am Freitag auf Pressekonferenz vor dem Spiel: „Wir wollen mit einem Sieg in die Relegationsspiele gehen. Das haben wir uns vorgenommen.“

Der Deutsch-Italiener verzichtete bewusst auf nähere Erläuterungen, wohl wissend, dass er schon oft gute Absichten verkündet und Strategien angedeutet hatte, Dynamo unter ihm aber auch noch kein Spiel gewonnen hat. Er weiß, dass gleichlautende Ankündigungen bei Misserfolg schnell als Durchhalteparolen aufgefasst werden können, die Konzentration und Zuversicht bei den Adressaten leiden kann.

„Ich freue mich auf eine geile Stimmung“

Der seit Anfang März im Amt befindliche Nachfolger von Alexander Schmidt ließ sich aber nicht davon abhalten, noch einmal seine stets positive Grundeinstellung zu verbreiten. Vor seinem allerersten Sachsenderby, das gleich unter ganz eigenwilligen Bedingungen stattfindet, sagte Capretti: „Ich freue mich auf das Derby, freue mich auf eine geile Stimmung.“

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Der Dresdner Trainer rechnet mit einem Gegner, der sich zum Abschied aus der Liga noch einmal zeigen will, die Rolle des Sparringspartners ausschlägt und selbst mutig agieren will: „Ich glaube nicht, dass wir eine Mannschaft hier treffen werden, die sich ergibt. Das kann ich mir nicht vorstellen. Wir nehmen die Partie sehr, sehr ernst.“ Seine Jungs hätten im Training „positive Energie gezeigt – die wollen wir jetzt auch frei lassen“. Es werde vermutlich hitzig, darauf freue er sich, so Capretti.

„Dotchev ist ein cooler Typ“

Freuen kann er sich auch auf Pavel Dotchev, Aues Sportdirektor und Interimstrainer, denn beide lernten sich in der Saison 2002/03 noch als Spieler beim SC Paderborn kennen. „Er war damals schon der Älteste, ein cooler Typ“, so Capretti über den Bulgaren, der wenig später seine Trainerkarriere startete. Schon mehrmals nach der Spielerkarriere habe man dann mit verschiedenen Mannschaften die Klingen gekreuzt, sich stets gut verstanden: „Er ist so ein Kumpeltyp – immer gewesen“, schätzt der Jüngere den Älteren allein schon wegen dessen menschlich-freundlichen Art.

Nette Geschenke in Form von Punkten will Capretti dem 56-Jährigen am 34. Spieltag aber nicht mit auf den Heimweg nach Aue geben. Dynamo braucht einen Sieg wie die Luft zum Atmen, braucht ihn, um Aues Ex-Trainer Dirk Schuster (am Sonntag im Stadion) und den 1. FC Kaiserslautern wenigstens ein bisschen zu beeindrucken.

Da kommt Capretti zupass, dass der Großteil der Mannschaft fit und einsatzfähig ist. Ransford-Yeboah Königsdörffer ist wegen der fünften Gelben Karte zwar gesperrt, aber sonst fehlen nur die Langzeitverletzten Luca Herrmann und Patrick Wiegers (beide Reha nach Knie-OP) sowie Sebastian Mai (Muskelverletzung). „Selbst ,Ehle’ (Kevin Ehlers/d. Red.) wird immer besser, ist voll im Mannschaftstraining“, informierte Capretti.

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Sperre für Löwe in der Relegation droht

Routinier Chris Löwe, der sich am Mittwoch etwas verhoben hatte, steht auch zur Verfügung, wird wohl trotz vier Gelber Karten spielen. Die Gefahr, dass er bei Erhalt einer fünften beim Hinspiel in Kaiserslautern gesperrt fehlt, nimmt Capretti wohl in Kauf. Er glaubt mit Blick auf die Relegation: „Letztlich gibt es kein Szenario, wo garantiert ist, dass Chris in beiden Spielen dabei ist.“

Ausverkauft wird das Harbig-Stadion erstmals seit langem bei einem Derby ohne größere Corona-Einschränkungen übrigens nicht sein, denn die „Veilchen“ schickten 1500 Karten aus dem Gästekontingent zurück. Umplatzierungen führten dazu, dass davon noch ein Teil an Heimfans verkauft werden kann. Eine große Kulisse ist aber allemal garantiert, die Frage ist nur, ob Dynamo den Funken überspringen lassen kann.

Die aktive Fanszene wird wohl ihr Möglichstes tun, forderte vorab alle Anhänger der Dresdner auf, in gelber Kluft ins Stadion zu kommen. Man muss ja schon mal für das Relegationsrückspiel am 24. Mai (20.30 Uhr) üben, oder? Diese Partie ist übrigens inzwischen ausverkauft, teilte Dynamo am Freitagnachmittag mit.

Von Jochen Leimert

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