Erstrundenspiel

Dynamo Dresden fliegt trotz Überzahl mit 0:1 gegen Stuttgart aus dem Pokal

Dynamo Dresden kämpfte gegen die Stuttgarter, doch der VfB rettete seinen knappen Vorsprung über die Zeit.

Dynamo Dresden kämpfte gegen die Stuttgarter, doch der VfB rettete seinen knappen Vorsprung über die Zeit.

Dresden. Dynamo Dresden hat stark gekämpft, aber die Überraschung verpasst und ist in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den VfB Stuttgart ausgeschieden. Vor 22644 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion mussten sich die Schwarz-Gelben trotz mehr als 20-minütiger Überzahl nach gelb-roter Karte gegen Waldemar Anton und druckvoller Schlussoffensive mit 0:1 geschlagen geben. Darko Churlinov hatte in der 33. Minute das Goldene Tor der Schwaben erzielt. Damit geht die seit Ende letzten Jahres anhaltende Sieglos-Serie der SGD weiter.

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K-Block dankt Feuerwehren

Nur sechs Tage nach der wilden 3:4-Heimniederlage zum Drittliga-Auftakt gegen 1860 München nahm Trainer Markus Anfang vier Startelf-Änderungen vor: Sven Müller rückte geplanterweise ins Dresdner Tor, zudem begannen Claudio Kammerknecht, Jonathan Meier und Manuel Schäffler. Dafür nahmen Torwart Stefan Drljaca, Christian Conteh und Stefan Kutschke zunächst auf der Bank Platz, Kevin Ehlers fehlte verletzt.

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Nach lauten Pfiffen zu Beginn während einer Klimaschutz-Aktion des DFB schwieg der K-Block für das verstorbene Fußball-Idol Uwe Seeler, um kurz darauf Flagge zu zeigen für die leidgeprüften sächsischen Feuerwehren: „Der K-Block dankt allen Brandbekämpfern im Dynamoland Sächsische Schweiz und zollt ihnen größten Respekt!“, war da zu lesen – eine tolle Aktion der aktiven Fanszene vorm Hintergrund der Waldbrände, die im Elbsandsteingebirge wüten.

Dynamo lauert auf Konter

Auf dem Rasen wütete zunächst niemand, dort bemühte sich die als Drittligist in der Außenseiterrolle agierende Sportgemeinschaft um defensive Ordnung. Sie lauerte auf Konter und versuchte, den spielstärkeren Bundesligisten nicht ins Spiel kommen zu lassen. Und das funktionierte zunächst auch. Erst nach mehr als zehn Minuten gab es erstmals einen Torschuss für die Schwaben durch Ahamada, allerdings völlig ungefährlich für Sven Müller, der den Ball locker hielt.

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Klare Torchancen blieben für die Gäste erst mal Mangelware. Mitte des ersten Durchgangs versuchte sich dann auch mal Dynamo auf dem Weg nach vorn. Nach Dennis Borkowskis schöner Vorarbeit kam Schäffler mit dem Rücken zum Tor aber nicht zum Abschluss (24.). Eine Kopfballchance von Schäffler wäre dann aber fast zum Bumerang geworden: Torwart Bredlow fand mit seinem weiten Abschlag Tomas – dessen Schuss hielt Müller stark mit dem Fuß (30.).

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Stuttgart geht in Führung

Kurz darauf dann doch der Rückstand. Der war zwar nicht unverdient, kam aber unglücklich zu Stande: Endo tanzte Kammerknecht nach dessen Ballverlust aus und brachte einen Pass auf Vagnoman. Der war durch Kade ebenso abgefälscht wie Vagnomans Hereingabe durch Meier. Churlinov hatte am zweiten Pfosten keine Mühe, den Ball einzuschieben (33.). Aber zweimal verliehen die Schwarz-Gelben dem runden Leder eine Richtungsänderung, ohne klären zu können – bitter.

„Wir waren in der Situation in Überzahl und hatten ein Zuteilungsproblem. Da sahen wir nicht gut aus“, ärgerte sich SGD-Sport-Geschäftsführer Ralf Becker in der Halbzeitpause am Sky-Mikrofon. Fast hätten Beckers Ex-Verein aus Württemberg seine Führung sogar noch vor der Pause ausgebaut. Doch Tomas setzte seinen Distanzschuss an den linken Pfosten (38.). Ein Schlenzer von Silas (45.) ging knapp rechts vorbei.

Ausgleichschance mit dem Pausenpfiff

Doch mit dem Pausenpfiff war sie plötzlich da, die große Dresdner Ausgleichschance: Michael Akoto zog nach einer Ecke drei Meter vorm Tor aus spitzem Winkel ab, doch Waldemar Anton warf sich in den Schuss und blockte im letzten Augenblick zur nächsten Ecke (45.+2). Dann war Pause, Dynamos Rückstand ging zu diesem Zeitpunkt in Ordnung.

Wechsel gab es zu Beginn des zweiten Durchgangs nicht. Dafür einen Fehlpass von Müller im Spielaufbau. Akoto musste Tomas vor der Strafraumgrenze regelwidrig stellen und sah dafür Gelb. Der folgende Freistoß brachte dem VfB nichts ein. Wenig später knickte Akoto in einem Zweikampf um, musste behandelt werden. Er probierte es noch mal, musste aber in der 56. Minute positionsgetreu durch Paul Will ersetzt werden. Bei dem Doppelwechsel kam zeitgleich Christian Conteh für Ahmet Arslan.

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Zwei verletzungsbedingte Wechsel

Gleich darauf die nächste Verletzung: Robin Becker, der in der Vorwoche mit Gesäßmuskelproblemen zu kämpfen hatte, verletzte sich im Sprint bei einem Stuttgarter Vorstoß und ging zu Boden (59.) und gleich darauf vom Platz. Das sah nach Zerrung aus. Die Sportgemeinschaft war nun zwei Minuten in Unterzahl. Erst dann kam mit Yannick Stark (61.) ein Ersatzmann in die Partie. Es war das Comeback des Darmstädters, der sich in der verlorenen Relegation gegen Kaiserslautern verletzt hatte.

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War Dynamo nach diesen verletzungsbedingten Wechseln angeschlagen? Kaum, denn direkt danach hatte Conteh nach schönem Konter die erneute Chance auf den Ausgleich, doch er verfehlte das Tor, statt die am rechten Pfosten einlaufenden Schäffler oder Park mitzunehmen (63.). Conteh hatte Energie und wollte wenig später an Waldemar Anton vorbei, der ihn auflaufen ließ. Schiedsrichter Badstübner zeigte dem Stuttgarter Gelb-Rot (68.), der erst sechs Minuten zuvor wegen Spielverzögerung gesehen hatte.

SGD drückt in Überzahl ohne Erfolg

Dynamo war ab jetzt in Überzahl und bekam mit seinen Fans im Rücken natürlich noch mal Aufwind. Erst recht, als Stefan Kutschke für Jonathan Meier eingewechselt wurde und als zweiter Stürmer neben Schäffler in Stellung ging (73.). Doch Borkowski konnte seine Schusschance nicht nutzen (75.). Auf der Gegenseite galt es sogar eine echte Schrecksekunde zu überstehen, als der kurz zuvor eingewechselte Pascal Stenzel einen Freistoß an den linken Pfosten donnerte (79.). Zum zweiten Mal Aluminium-Dusel für Anfangs Schützlinge.

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Doch die Stuttgarter mussten nun richtig zittern, weil sie die Tore nicht gemacht haben und Dynamo am Leben ließen. Der VfB spielte auf Zeit, die Heimelf warf alles nach vorn. Klare Einschusschancen konnten die Schwarz-Gelben jedoch auch in der fünfminütigen Nachspielzeit nicht mehr herausspielen. Millot hatte dagegen mit einem Lattentreffer noch mal das 0:2 auf dem Fuß. Aluminium Nummer drei.

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