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Coach geht, Sportchef bleibt

Dynamo Dresden bestätigt Trennung von Trainer Capretti

Guerino Capretti hatte bei Dynamo Dresden kein Glück als Trainer.

Guerino Capretti hatte bei Dynamo Dresden kein Glück als Trainer.

Dresden. Die Würfel sind gefallen: Dynamo Dresden hat sich entschieden, wie es in der sportlichen Führung des Zweitliga-Absteigers weitergehen soll. Am Himmelfahrtstag einigte sich der Aufsichtsrat der Schwarz-Gelben darauf, die Zusammenarbeit mit Sport-Geschäftsführer Ralf Becker (51) fortzusetzen. Sein bislang nur für die 2. Bundesliga gültiger Vertrag (Laufzeit bis 2025) wurde angepasst, gilt nun bis 2024 auch für die 3. Liga. Im Gegensatz zu Becker geht es für den glücklosen Trainer Guerino Capretti in Dresden aber nicht weiter.

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Erfolgloser Capretti muss Dresden verlassen

Wie Dynamo am Freitagvormittag offiziell bestätigte, entschloss sich Sportchef Becker, den in zwölf Spielen sieglosen Chefcoach nicht weiter zu beschäftigen. Capretti, am 2. März ins Amt gekommen, hatte sowieso nur einen Vertrag, der für die 2. Bundesliga gültig war. Der 40-Jährige wird nun durch einen neuen Trainer ersetzt, der den Neuanfang in der 3. Liga umsetzen soll. Trainingsstart ist bei Dynamo am 15. Juni, spätestens da wird klar sein, wer künftig mit der Mannschaft des Absteigers arbeiten, sie zurück ins Bundesliga-Unterhaus führen soll. Becker bedauerte die Trennung von Capretti, der die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Der Sport-Geschäftsführer betonte in einer Pressemitteilung aber: „Ich bin trotzdem weiterhin von seinen Qualitäten als Trainer und Mensch überzeugt, muss jedoch gleichzeitig die bestmögliche Entscheidung für die SG Dynamo Dresden treffen.“ Capretti wünschte dem Verein alles Gute für die Zukunft, geht jetzt schweren Herzens: „Die Trauer und die Enttäuschung sind immer noch sehr groß – der verpasste Klassenerhalt tut unheimlich weh.“

Sportchef Becker erhält noch eine neue Chance

Aussuchen wird Caprettis Nachfolger Manager Becker, der diesmal ein glücklicheres Händchen braucht, als er bei der Verpflichtung des aus Verl geholten Deutsch-Italieners bewies. Becker, der schon vor dem Abstieg signalisiert hatte, sein 2020 angetretenes Amt in jedem Falle weiter ausüben zu wollen, wenn er einen neuen Vertrag angeboten bekommt, muss nun versuchen, den neuerlichen Betriebsunfall Abstieg zu korrigieren. Zwar kann der Aufsichtsrat mit Beckers Arbeit – vornehmlich im letzten halben Jahr – nicht zufrieden sein, aber man wollte offenbar jetzt nicht alle bereits auch für die 3. Liga getroffenen Vorbereitungen über den Haufen werfen. Die Zeit drängt, der Kader muss für die kommende Saison eine Etage tiefer zu großen Teilen neu zusammengestellt werden. Einen neuen Sport-Geschäftsführer mit einem großen Netzwerk zu finden, das hätte Wochen gedauert, denn die Stelle hätte neu ausgeschrieben werden müssen. Viel Zeit, die Dynamo im Buhlen um geeignete und bezahlbare Spieler für die Mission Wiederaufstieg nicht hat. Aufsichtsratschef Jens Heinig erklärte in einer Mitteilung des Vereins: „Wir haben bereits in sehr kritischer Form mit der Aufarbeitung der eben zu Ende gegangenen Saison begonnen und unsere klaren Erwartungen an Ralf Becker kommuniziert. Trotz des Verfehlens unseres Saisonzieles sind wir grundsätzlich vom eingeschlagenen Weg sowie der Ausrichtung im sportlichen Bereich überzeugt.“

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Becker nun zum Erfolg verdammt

Dass er einen schlagkräftigen Kader für die 3. Liga zusammenstellen kann, hat Becker im ersten Jahr seiner Dienstzeit in Dresden bewiesen. Da schaffte die von dem gebürtigen Leonberger zusammengebastelte Truppe auf Anhieb die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Bei seiner Einschätzung der Leistungsstärke der Mannschaft für die höhere Spielklasse indes lag der Schwabe daneben, unterschätzte vor allem das Potenzial der Offensiv-Abteilung. Doch jetzt bekommt Becker noch eine neue Chance, sich zu bewähren. Er weiß das zu schätzen: „Ich danke dem Aufsichtsrat für das Vertrauen.“ Becker versicherte, dass er mit seinen Mitarbeitern in Sachen Drittliga-Planungen jetzt nicht bei Null anfängt: „Wir haben bereits intensiv damit begonnen, die Saison 2022/23 vorzubereiten.“ Man werde alles tun, um den Abstieg möglichst schnell zu korrigieren.

Von Jochen Leimert

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