Zu Ehren des Dynamo-Idols

Dixie-Dörner-Stiftung will Fußballnachwuchs in der Region fördern

Thomas Blümel, Ralf Minge und Jürgen Wehlend (v. l. n. r.) werden im Stiftungsrat entscheiden, welche Vereine und Personen im Sinne von Hans-Jürgen Dörner gefördert werden.

Thomas Blümel, Ralf Minge und Jürgen Wehlend (v. l. n. r.) werden im Stiftungsrat entscheiden, welche Vereine und Personen im Sinne von Hans-Jürgen Dörner gefördert werden.

Dresden. Eine Ulf-Kirsten-Stiftung gibt es schon, nun nimmt eine zweite, ebenfalls nach einem Ehrenspielführer von Dynamo Dresden benannte Stiftung ihre Arbeit auf: die Dixie-Dörner-Stiftung. Wie die seit 2004 bestehende Kirsten-Stiftung wird sich die Dörner-Stiftung um die Förderung des Nachwuchsfußballs widmen. Sie führt unter dem Namen des im Januar dieses Jahres gestorbenen Dynamo-Idols die Arbeit der 2008 gegründeten Stiftung Dresdner Fußballnachwuchs fort. Neu an der Stiftung ist aber nicht nur der Name, sondern die Satzung und zum Teil die Besetzung des Stiftungsrates. Obendrein geht die Dixie-Dörner-Stiftung mit einem weit höheren Stiftungskapital von 100.000 Euro an den Start.

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Blümel und Wehlend entwickeln zusammen eine Idee

Als der Tod des 100-maligen DDR-Auswahlspielers, der wenige Tage vor seinem 71. Geburtstag einem Krebsleiden erlag, die Fußballfans in Dresden und im Osten Deutschlands erschütterte, da begann das Nachdenken darüber, wie am besten an den Olympiasieger von 1976 erinnert werden könnte. Dabei kamen der Lokalpolitiker und frühere Dynamo-Aufsichtsrat Thomas Blümel und SGD-Geschäftsführer Jürgen Wehlend auf die Idee, die maßgeblich von Blümel und der Faninitiative „Pro RHS“ 2008 ins Leben gerufene Stiftung Dresdner Fußballnachwuchs nach Dörner zu benennen, um ihr nebenbei zu mehr Aufmerksamkeit und Wirksamkeit zu verhelfen. Da sich Dörner zu Lebzeiten bereits in der Nachwuchsförderung engagierte, sich mit den Zielen der Stiftung identifizierte und seine Familie zustimmte, konnte die Satzung der alten Stiftung überarbeitet werden.

Minge vertritt die Familie Dörner im Stiftungsrat

Vertreten wird die Familie Dörners im neuen Stiftungsrat durch Ralf Minge, einen ehemaligen Mitspieler und langjährigen Freund des einstigen Liberos. „Ich sehen mich dem Lebenswerk Dixies verpflichtet“, sagte der heute als Sportlicher Leiter beim Fußball-Drittligisten Hallescher FC tätige Minge. Er sei stolz, in der Stiftung mitarbeiten zu dürfen: „Das ist eine tolle Herausforderung.“ Er habe als junger Spieler bei Dynamo zu Dörner aufgeschaut, ihn bald auch persönlich als integren Menschen schätzen gelernt und sei nun froh mithelfen zu können, die Erinnerung an den wohl bekanntesten Dynamo-Spieler aller Zeiten wachzuhalten und Gutes in dessen Sinne zu tun.

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Dörners Lebensgefährtin: „Es gibt keinen Besseren“

Anett Haßpacher, Dörners Lebensgefährtin, dankte Minge für dessen Unterstützung in der Zeit seit Januar und dafür, dass er sich in der Stiftung engagiert: „Es gibt keinen Besseren.“ Die Hinterbliebene freut sich über die ehrenamtliche Initiative: „Es ist schön etwas zu tun, damit der Name Dixie Dörner weiterlebt.“ Haßpacher, die mit Dörners Sohn Steffen zur Präsentation der neuen Stiftung ins Domizil der Dresdner Bürgerstiftung nach Blasewitz gekommen war, wünschte der Stiftung, in der auch Dynamo mitarbeiten soll, viel Erfolg: „Ich hoffe, dass wir sie am Leben erhalten, es gibt viele Stiftungen, von denen man bald nichts mehr hört.“ Sie forderte bedürftige Vereine auf sich zu melden, wenn sie Hilfe beim Nötigsten brauchen. Gleichwohl warb sie um neue Stifter, die mit ihrem Kapital Gutes tun wollen.

Hans-Jürgen "Dixie" Dörner war nicht nur Dynamos bekanntester Spieler, sondern auch der mit den meisten Einsätzen (558) für die Schwarz-Gelben.

Hans-Jürgen "Dixie" Dörner war nicht nur Dynamos bekanntester Spieler, sondern auch der mit den meisten Einsätzen (558) für die Schwarz-Gelben.

Dynamo soll im Stiftungsrat mitarbeiten

Dörners Verein, bei dem er bis zuletzt im Aufsichtsrat tätig war, wird der Stiftung beitreten, wenn ein entsprechender Antrag auf der Außerordentlichen Mitgliederversammlung am Sonnabend angenommen wird. „Ich halte das für eine Formsache“, sagte Minge. Auch Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend sieht das so. Er habe schon viele positive Reaktionen von Mitgliedern und Fans erhalten, die Dörner gern so ehren wollen: „Die Menschen wünschen sich das“, so Wehlend. Er erklärte, dass die SGD Merchandising GmbH 60.000 Euro in die Stiftung einbringe. Das Geld stammt aus dem Erlös des Verkaufes eines schwarzen Gedenkshirts mit Dörners Konterfei, das im Frühjahr reißenden Absatz fand. Mit den 30.000 Euro Grundkapital aus der Stiftung Dresdner Fußballnachwuchs, das aus dem Verkauf von Erinnerungsstücken aus dem 2007 abgerissenen alten Rudolf-Harbig-Stadion stammt und die Basis für die Gründung der ersten Stiftung bildete, sowie weiteren Einnahmen verfügt die Dörner-Stiftung nun über 100.000 Euro. Im Januar 2023, ein Jahr nach dem Tod des Namensgebers, will der neue Stiftungsrat erstmals hilfsbedürftigen Vereinen unter die Arme greifen. 4000 Euro aus einer Rücklage stehen bereit, es fehlt nur noch an Anträgen. Gefördert wird Fußballsport im Amateurbereich in Dresden, aber auch in der Region. Der Stiftungszweck ist weit gefasst, es kann nicht nur die Anschaffung von Ausrüstung gefördert werden, sondern auch beispielsweise die Organisation von Stadionbesuchen.

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Dörner bald Ehrenbürger in Dresden?

Thomas Blümel, der am Sonnabend nach längerer Pause wieder für den Dynamo-Aufsichtsrat kandidiert, und Michael Walter von „Pro RHS“ hoffen, dass mit der Gründung der Stiftung in Dresden auch Bewegung in die stockende Vergabe der Ehrenbürgerschaft der Landeshauptstadt an Dörner kommt. In Görlitz, Dörners Geburtsstadt, sei man schon viel weiter, meinte Walter kritisch an. Der erste Jahrestag des Todes des Fußballidols am 19. Januar 2023 sei eine gute Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen. Ralf Minge, Jürgen Wehlend und die Familie Dörners teilen diese Meinung.

www.dixie-dörner-stiftung.de

Steffen Dörner, Eva Haßpacher und Katrin Sachs von der Bürgerstiftung Dresden sind froh, dass es jetzt losgehen kann.

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