Lady Gaga – die Audienz vor dem Kick-off

Performt in der Halbzeitshow beim Super Bowl: Superstar Lady Gaga.

Performt in der Halbzeitshow beim Super Bowl: Superstar Lady Gaga.

Houston. Heidi aus Houston! Es ist ein merkwürdiges Phänomen. Eigentlich sollen Journalisten ja distanziert beobachten und berichten. Doch die Pressekonferenzen der Stars, die bei der Super-Bowl-Halbzeitshow auftreten, geraten meist zu regelrechten Wallfahrt-Veranstaltungen. So auch bei Lady Gaga, die mit großem Jubel von den rund 1000 Medienvertretern begrüßt wurde. Schon eine Stunde vorher sah es auf den vorderen Stuhlreihen so aus wie morgens an einem Pool in Mallorca. Allerlei nur erdenkliche Gegenstände waren dort drapiert – um den besten Blick auf den Superstar zu erhaschen.

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Angst vor politischen Aussagen

Stefani Joanne Angelina Germanotta, so ihr bürgerlicher Name, ist nicht nur ein Megastar, sondern vor allem eine intelligente, äußerst pointiert formulierende und argumentierende Frau. Ihre Position zu Donald Trump ist hinreichend bekannt. Er sei „einer der brutalsten Kerle, die uns je begegnet sind. Ein gefährlicher Mann, der unser Land spalten und unsere Demokratie zugrunde richten will.“ Und nach der Wahl stand sie mit einem „Love trumps hate“-Plakat vor dem Trump Tower. Pepsi als Hauptsponsor der Halbzeitshow und die NFL mussten also hinreichend nervös gewesen sein, ob sich Gaga denn dem Weichspüler-Prozess dieser Veranstaltung, die eher eine Inszenierung als eine Pressekonferenz war, unterwerfen würde.

Diplomatisches Statement

Nun, Gaga war clever genug, ihre Auftraggeber nicht mit einem ihrer so gefürchteten politischen Statements zu vergrätzen. Andererseits weiß sie aber auch ganz genau, welches Signal von ihrem Auftritt in Houston ausgeht, der Stadt, in der mehr als 25 Prozent aller Einwohner im Ausland geboren sind. Als also einer der 13 vorher ausgewählten Frager wissen wollte, ob ihr Auftritt in der Halbzeit das Land wieder einen könne, antwortete sie: „Na ja, ich weiß nicht, ob es mir gelingen wird, Amerika wieder zu einen. Da müsst ihr Amerika nach meinem Auftritt fragen. Die einzigen Statements, die ich während meiner Show machen werde, sind die, die ich schon meine ganze Karriere über gemacht habe. „Ich glaube mit ganzem Herzen an Inklusion. Ich glaube an die Macht der Gleichberechtigung und daran, dass die Kraft dieses Landes auf Liebe und Mitgefühl fußt. Meine Performance wird diese Werte hochhalten.“

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Da lässt sich einiges hineinlesen, was die NFL und ihre politischen Sittenwächter vielleicht unruhig schlafen lässt. Andererseits war Gagas Antwort so allgemein gehalten, dass sie sich gänzlich unangreifbar machte, agitieren zu wollen. Wer möchte schon Liebe und Mitgefühl kritisieren? So geschickt sie also ihre Pläne für ein Statement verschleierte, so raffiniert behielt sie auch die Details ihre Show für sich. Etwa die Frage, ob denn Houstons Eigengewächs Beyoncé einen Gastauftritt habe, wo Gaga doch kürzlich ein Bee (Bienen-)Emoji gepostet habe, kommentierte sie damit, man möge doch nicht allzu viel in einen Post hineinlesen. Einzig, dass ihr Mentor, Entertainer-Legende Tony Bennett, eine Rolle spielen werde, ließ sie sich entlocken. Und das: „Freut euch auf etwas, was ihr noch nie gesehen habt.“

Keine Probleme mit dem Kostüm

Damit schloss sie auch kategorisch jene historische „Wardrobe Malfunction“ aus, die den letzten Super Bowl in Houston 2004 erschüttert hatte. Damals hatte Justin Timberlake Janet Jacksons Brust für einen Minimoment freigelegt, was die amerikanische Nation in ihren Grundfesten erschütterte und dazu führte, dass seither der Super Bowl immer ein paar Sekunden zeitversetzt gesendet wird, falls derlei noch mal passieren sollte. Wird es nicht bei Gaga. Denn an ihrem Kostüm „sitzt alles gut und fest, ich muss euch enttäuschen“. Und auch der notorischen Frage, wie denn das Spiel ausgehen werde, wich sie aus. „Ich werde meinen Tipp auf einen Zettel schreiben und in meinen Schuh stecken. Und nach der Halftime Show werde ich meinen Tipp verraten.“

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Einen Moment gab es dann doch noch, an dem die hochprofessionelle Lady kurz die Fassung verlor – im fröhlichen Sinn. Als nämlich zwei Schwestern des Entertainers James Corden (Car Karaoke) Gaga versprachen, sie zum Lachen zu bringen. Wie sie denn ihr Steak gern gebraten hätte? „Rare-ra-ra-ah-ahhh!!” Da war es vorbei mit dem Poker Face, und Frau Germanotta musste – herzhaft lachen.

Bis morgen…

Von RND/Daniel Killy

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