„Risk Map“ von International SOS

Wie sicher wird die Welt für Reisende im Jahr 2023?

Ein Reisender am Flughafen.

Ein Reisender am Flughafen.

Ein Tourist wird bei einem Überfall vor dem Krüger-Nationalpark in Südafrika erschossen. Zwei Reisende sterben bei einem Heißluftballonunfall in Kappadokien. Bei einem Autocrash in Rajasthan werden sechs Urlauber verletzt. Eine Explosion auf einer belebten Shoppingstraße in Istanbul kostet sechs Menschen das Leben, mehr als 80 werden verletzt.

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All diese Vorfälle geschahen im Herbst dieses Jahres – an touristischen Orten rund um den Globus. Sie hängen nicht miteinander zusammen, hätten überall geschehen können. Oder nicht?

Tatsächlich ist das Risiko, auf Reisen bei politischen Unruhen, im Straßenverkehr oder bei Naturkatastrophen verletzt zu werden, in manchen Ländern höher als in anderen. Deutlich wird das auf der „Risk Map“ des Sicherheitsdienstleisters International SOS. Er sichert Geschäftsreisende ab – mit Beratungen, Tracking und im Notfall Evakuierungen. Die „Risk Map“ liefert aber auch touristischen Reisenden einen Anhaltspunkt für die Planung. Weitere Informationen bieten auch die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

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In diesen Ländern ist das Sicherheitsrisiko gestiegen

Die jährliche Risikokarte gibt einen Überblick über Sicherheit, gesundheitliche Risiken und Verkehrssicherheit in allen Ländern der Welt. Dabei helfen Expertinnen und Experten vor Ort bei der Einschätzung von Fragen wie: Wie hoch ist das Risiko durch Terror und Gewalt? Wie gefährlich ist der Straßenverkehr? Und wo gibt es ein hohes Infektionsrisiko für Malaria, Cholera oder Ebola?

Die größte Sicherheitskrise des laufenden Jahres war – wenig überraschend – der Krieg in der Ukraine. Dies spiegelt sich in der Sicherheitsebene der interaktiven „Risk Map“ wider, da das Land nun mit einem „extremen“ Sicherheitsrisiko gekennzeichnet ist. Dieser Konflikt stelle Reisende ebenso wie die temporäre Verschärfung der Situation um China und Taiwan sowie die Entwicklungen in der Sahelzone vor regionale Herausforderungen.

Aber: Trotz der weitreichenden Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und eines zu beobachtenden Anstiegs sozialer Unruhen im Zusammenhang mit gestiegenen Lebenshaltungskosten habe sich das grundlegende Sicherheitsrisikoumfeld in Europa nicht verändert, so die Einschätzung der Analystinnen und Analysten.

In Mali hingegen hat sich die Situation weiter verschlechtert. Nach dem Putsch kommt es immer wieder zu terroristischen Anschlägen, das Sicherheitsrisiko ist auch in dem westafrikanischen Binnenstaat „extrem“ hoch. Für Äthiopien wurde die Einstufung von „mittel“ auf „hoch“ geändert – „Grund dafür sind die häufiger gewordenen Rebellenangriffe im Land“, so Dr. Stefan Eßer, Ärztlicher Leiter Zentraleuropa bei International SOS gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Entspannter ist die Situation hingegen in Fidschi, dort ist das Risiko nun nur noch „niedrig“ statt „mittel“.

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Medizinisches Risiko reist mit

Bewegung gibt es auch im Bereich der medizinischen Risiken. Hier spielen bei der Bewertung Faktoren wie Gesundheits- und Rettungssysteme und Verfügbarkeit von Medikamenten neben der Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Malaria und Cholera eine Rolle.

Im Vergleich zum Vorjahr hat es hier nach Angaben von Eßer folgende Änderungen gegeben:

  • Das Gesundheitsrisiko für Ghana wurde auf „mittel“ herabgesetzt. Es gibt mehr Möglichkeiten für private Gesundheitsversorgung – die kostet jedoch Geld.
  • Das Gesundheitsrisiko auf den karibischen Inseln wurde von „hoch“ auf „mittel“ herabgestuft. Nach der Covid-Pandemie mit einer schwierigen medizinischen Lage normalisiert sich die Lage dort.
  • In Ungarn ist das Gesundheitsrisiko nun „mittel“. Finanzielle Situation und Mittelzuweisungen in dem Land führen zu einer Verschlechterung des Gesundheitssystems.
  • In der Ukraine ist das Gesundheitsrisiko auf „hoch“ gesetzt worden. In Folge des Krieges ist dort die medizinische Versorgungssituation sehr angespannt.
  • In Slowenien ist das Gesundheitsrisiko von „niedrig“ auf „mittel“ erhöht worden, das öffentliche Gesundheitswesen habe ähnliche Probleme wie das in Ungarn.
  • In Mali hat sich das medizinische Risiko auf „sehr hoch“ erhöht. Im Norden gibt es quasi keine öffentliche oder private Gesundheitsvorsorge mehr, auch in der Hauptstadt gebe es Versorgungsengpässe.

Mit welchen Reiserisiken 2023 zu rechnen ist

Mit Blick auf 2023 rechnen die Experten nicht mit einer Entschärfung der allgemeinen Sicherheitslage: „Es ist davon auszugehen, dass das jeweils zutreffende regionale Sicherheitsrisiko wie es aktuell besteht auch in 2023 zunächst nicht abnehmen wird“, so Wolfgang Hofmann, Security Manager Deutschland und Österreich bei International SOS, gegenüber dem RND.

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Eine wesentliche Rolle werden laut dem Experten Konflikte wie in der Ukraine oder die Spannungen in Asien spielen. „Am Golf werden die Entwicklungen um den Iran und in Asien zudem der weitere Kurs Nordkoreas zu wichtigen Einflüssen in 2023 zählen“, so Hofmann. Je nach Verlauf der aktuellen Konflikte könne zwar eine Reduktion eintreten. „Auf der anderen Seite haben wir in 2022 die Auswirkungen des Klimawandels sehr deutlich bemerkt, auch in 2023 können Naturereignisse einen deutlichen Einfluss auf das anhaltende Sicherheitsrisiko vor Ort nehmen“, so Hofmann weiter.

Hinzu käme das Risiko unvorhersehbarer Ereignisse. Als Beispiel für das laufende Jahr nennt er hier den Putsch in Burkina Faso.

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