Karibikinsel steht auf Terrorliste

Nach Urlaub in Kuba: USA verweigern die visumsfreie Einreise

Ein Flugzeug ist am Himmel über Palmen zu sehen.

Wer Urlaub in Kuba gemacht hat, muss für die USA-Reise ein Visum beantragen.

An den paradiesischen Karibikstränden entspannen, auf Che Guevaras Spuren wandeln, die Unterwasserwelt beim Schnorcheln erkunden, in Cenoten baden, mit dem Oldtimer durch Havanna fahren oder dabei zusehen, wie Zigarren entstehen: Kuba ist ein Sehnsuchtsort für viele Reisende. Kein Wunder also, dass Kuba bei den Fernreisezielen beliebt war – fast 200.000 Deutsche reisten vor Corona jährlich auf die Karibikinsel.

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Doch nun könnte ein solcher Kuba-Urlaub Folgen haben. Die USA verweigern offenbar immer häufiger Reisenden, die zuvor in Kuba waren, die Einreise mit Esta. Ein Esta kann problemlos online beantragt werden, kostet 21 US-Dollar und gilt für zwei Jahre (oder bis zum Ende der Gültigkeit des Reisepasses). Stattdessen müssen die abgelehnten Personen ein Visum auf der Botschaft beantragen – was in Deutschland derzeit wiederum kaum möglich ist. Denn es gibt nahezu keine Termine dafür, und wenn nur mit monatelanger Wartezeit.

Kuba gilt als Terrorstaat – eine Esta-Einreise ist nicht mehr vorgesehen

Hintergrund der Regelung ist die Einstufung Kubas als „State Sponsor of Terrorism“, also einem Staat, der Terrorismus unterstützt. Außer Kuba, das unter Trump im Januar 2021 auf die Liste aufgenommen wurde, sind dort Syrien, Nordkorea und Iran zu finden. Beim Beantragen eines Esta wird nicht explizit nach Kuba gefragt. In den FAQ der Esta-Seite findet sich aber ein Absatz, der besagt: Reisende, bei denen festgestellt wird, dass sie ein Land der Terrorliste besucht haben, dürfen nicht mehr mit Esta einreisen, sondern benötigen ein Visum für die Einreise in die Vereinigten Staaten.

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Allerdings gelte die Vorschrift nur für solche Reisende, die nach dem 11. Januar 2021 in den Karibik-Staat gereist sind, berichtet das Fachmagazin „FVW“ unter Berufung auf den US-Botschaftssprecher. Wer in der Zeit vor der Corona-Pandemie in Kuba war, kann also weiterhin im Rahmen des einfachen Visa-Waiver-Programms in die Vereinigten Staaten reisen. Heißt: Es müsste lediglich ein Esta-Antrag gestellt werden.

Entscheidend dürfte hier also der Passus sein, ob die Kuba-Reise für die USA feststellbar ist, etwa weil sie von Kuba aus direkt in die USA reisen wollen oder einen kubanischen Stempel im Reisepass haben. Selbst wenn das Esta also zunächst ausgestellt wird, ist es möglich und legitim, bei der Einreise (oder dem Transit) vom Grenzpersonal abgewiesen zu werden. Das Risiko liegt in diesem Fall bei den Reisenden.

Daher: Besser nichts verschweigen - im schlimmsten Fall droht dann Einreiseverbot für die USA.

Auswärtige Amt rät Betroffenen zu Kontakt mit US-Vertretung

Vor einigen Wochen berichtete bereits „The Guardian“ über das Kuba-Problem, inzwischen mehren sich Berichte in Reisegruppen – und auch Airlines bestätigen, dass es damit immer wieder zu Problemen kommt. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes ist bei den Reisehinweisen zur USA zu lesen, dass Fälle bekannt seien, in denen Touristinnen und Touristen, Menschen mit deutschem und kubanischem Pass sowie Personen, die einen Wohnsitz oder langfristigen Aufenthaltstitel in Kuba haben oder hatten, die Einreise mit Esta verweigert wurde. Das Auswärtige Amt rät: „Bitte wenden Sie sich zu diesem Thema vor Ihrer Reise an die für Sie zuständige US-Vertretung.“

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Das Reiseportal „Reisetopia“ mutmaßt, dass das Thema deshalb so lange Zeit nicht auffiel, weil die USA erst im November 2021 nach coronabedingtem Einreisestopp wieder geöffnet haben – der Tourismus lief danach erst langsam an. Während vor wenigen Tagen auf der Website des Auswärtigen Amtes noch von Einzelfällen die Rede war, wurde der Passus inzwischen angepasst – die Fallzahl scheint also zu wachsen.

RND/msk

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