Palmen, Bäume, Bänke

Palma de Mallorca bekommt eine Uferpromenade: So soll es bald am Meer aussehen

Die neue Promenade von Palma de Mallorca soll künftig mehr Sitzmöglichkeiten erhalten.

Die neue Promenade von Palma de Mallorca soll künftig mehr Sitzmöglichkeiten erhalten.

Der Bürgermeister fand, wie man das von ihm erwarten durfte, schöne Worte. „Wir werden Palma dem Meer näherbringen“, sagte er. Eine „historische Forderung“ gehe mit der Umsetzung dieses „sehr ersehnten Projektes“ endlich in Erfüllung. Denn die Wahrheit sei ja: Was da im Moment zwischen Meer und Stadt liegt, „ist in Wirklichkeit eine Autobahn“. Palma hat lange gebraucht, das zu merken. Jetzt soll endlich repariert werden, was nicht zu reparieren ist.

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Diese Woche hat Palmas Bürgermeister José Hila gemeinsam mit dem beauftragten Architekten Elías Torres die Einzelheiten dieses sehr ersehnten Projektes vorgestellt, das in den kommenden zwei Jahren aus einer Küstenautobahn eine Uferpromenade machen will. Das ist nötig, ehrgeizig und nicht wirklich möglich. Aber wahrscheinlich ist es ein guter Anfang.

Palma de Mallorca: Straße trennt Stadt vom Meer

Palma ist nicht die erste Küstenstadt, die feststellt, dass sie sich mit einer Autobahn vom Meer abgeschnürt hat. Heute ist es fast vergessen, aber Barcelona war mal ein recht hässliches Entlein, das sich hinter einer Schnellstraße und Industriebrache von seinem eigenen Strand fernhielt, bis der große Umbau für die Olympischen Sommerspiele 1992 begann. Seitdem ist Barcelona der strahlende Schwan, wie ihn die Welt kennt. Eine der entscheidenden Neuerungen war die Verlegung der Schnellstraße am Strand in einen Tunnel.

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Palma de Mallorca wird aktuell von einer vielbefahrenen Straße vom Meer getrennt.

Palma de Mallorca wird aktuell von einer vielbefahrenen Straße vom Meer getrennt.

Palma ist nicht Barcelona und will es nicht werden, aber doch eine der schönsten Städte Spaniens und mit 420.000 Einwohnern auch eine der größten (nämlich die Nummer acht). Aber dass Palma am Meer liegt, sehen Besucherinnen und Besucher nur aus dem Flugzeug und bei der Einfahrt in die Stadt über die breite Einfallstraße. Die ist so breit und sperrig und viel befahren wie eine Autobahn, aber doch eine innerörtliche Straße mit Tempo 50 und gelegentlichen Ampeln.

So soll die neue Promenade in Palma de Mallorca aussehen

Wenn sich Palma wirklich dem Meer öffnen wollte, müsste die Straße, wie damals jene in Barcelona, in einem Tunnel verschwinden oder jedenfalls für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Stattdessen wird sie jetzt zu einer „Promenade für Fußgänger“ umgestaltet, sagt der Architekt Torres. Das ist aber stark übertrieben.

Die neue Promenade soll von vielen Palmen und anderen Pflanzen begrünt werden.

Die neue Promenade soll von vielen Palmen und anderen Pflanzen begrünt werden.

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Wahr ist, dass die Fahrbahn der Uferstraße auf dreieinhalb Kilometer Länge von sechs auf vier Spuren zurückgebaut, dass die Bürgersteige verbreitert, dass sich die Zahl der Fußgängerüberwege auf 26 verdoppeln und dass 512 neue Palmen und 1820 andere Bäume gepflanzt werden sollen. Der Verkehr wird aber weiterfließen oder ‑stocken, je nachdem, wie viele Autofahrer künftig doch lieber auf andere Straßen oder andere Verkehrsmittel ausweichen. Das Rathaus verspricht in einer Pressenotiz, dass eine „Mobilitätsstudie“ die verkehrstechnische Machbarkeit der Umgestaltung „verbürgt“.

Die Mallorquinerinnen und Mallorquiner konnten die vergangenen beiden Corona-Jahre schon herausfinden, wie viel Verkehr die reduzierte Uferstraße von Palma verträgt: Um mehr Platz für Straßencafés zu schaffen, ist eine Fahrspur auf der Stadtseite der Straße bis heute mit Betonbarrieren abgesperrt. „Gerade morgens kommt es deswegen auf der Strecke häufig zu Staus“, berichtete kürzlich die deutschsprachige „Mallorca-Zeitung“. Ab Sommer 2024 wird sich zeigen, was die neue Promenade aushält.

Sauftourismus am Ballermann „schlimmer als vor Corona“

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