Griechenland: Reiseboom trotz Saharahitze und Feuerstürmen

Blick auf die größte Ortschaft auf der Insel Mykonos. Zusammen mit Santorin, Rhodos und Kos gehört die Insel zu den beliebtesten Reisezielen in Griechenland.

Blick auf die größte Ortschaft auf der Insel Mykonos. Zusammen mit Santorin, Rhodos und Kos gehört die Insel zu den beliebtesten Reisezielen in Griechenland.

Saharahitze und Feuerstürme: Das sind nicht gerade die Bedingungen, unter denen man sich einen entspannten Urlaub vorstellt. Trotzdem erlebt Griechenland jetzt einen Reiseboom, der selbst die Erwartungen der Optimisten in der Tourismusbranche übertrifft.

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Der Deutsche Reiseverband (DRV) meldet, es gebe bisher wegen der Feuer so gut wie keine vorzeitigen Abreisen oder Stornierungen. Ein Grund ist, dass die großen Brände wichtige Urlaubs­regionen bisher nicht direkt betreffen. Zwar mussten im Westen der Halbinsel Peloponnes auch einige Ferienhäuser zeitweilig evakuiert werden, die großen Hotels an der Küste waren aber davon nicht berührt.

Diese vier griechische Inseln stehen bei Reisenden hoch im Kurs

Nachdem im Juli die Gästezahlen in Griechenland bereits 65,5 Prozent des Niveaus vom bisherigen Rekordjahr 2019 erreichten, brachte die erste Augustwoche einen weiteren Schub. Vielerorts liegt die Auslastung der Hotels jetzt bei mehr als 80 Prozent des Vorkrisen­jahres 2019. Urlauberinnen und Urlauber aus Deutschland stellen derzeit die größte Gruppe, gefolgt von Briten, Italienern, Franzosen und Niederländern. Auf den Plätzen sechs und sieben liegen die Schweiz und Österreich.

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Gefragt sind aktuell vor allem vier Inselziele, die seit Jahren zu den Griechenland-Klassikern gehören: Mykonos, Santorin, Rhodos und Kos. „Es läuft derzeit besser als erwartet“, berichtet Konstantina Svynou, die Vorsitzende des Hotelverbandes auf Kos. Die Auslastung vieler Hotels erreiche im August bis zu 90 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. „Wir hoffen, die Saison bis Ende Oktober oder sogar in den November ausdehnen zu können“, sagt Svynou, die selbst ein Familienhotel in der Inselhauptstadt betreibt. „Aber wir leben in ständiger Agonie. Niemand weiß, wie sich die Pandemie und die Reiseregeln entwickeln.“ Wenn etwa wichtige Herkunftsländer wieder Reisewarnungen aussprechen oder gar Rückkehrende in Quarantäne stecken, „dann könnten die Gästezahlen ganz schnell wieder einbrechen“, fürchtet sie.

Griechenland verzeichnet unter allen Mittelmeer-Reisezielen die höchsten Zuwachsraten

Auch beim Verband der griechischen Tourismus­unternehmen hält man sich angesichts der Corona-Ungewissheit mit Prognosen zurück. Derzeit hat Griechenland unter allen Mittelmeer-Reisezielen die höchsten Zuwachsraten, stellen die Analysten der National Bank of Greece (NBG) in einer jetzt veröffentlichten Studie fest. Das am Jahresanfang angepeilte Ziel, in diesem Jahr die Gästezahlen und die Tourismus­einnahmen gegenüber 2020 zu verdoppeln und damit 50 Prozent des Niveaus vom Rekordjahr 2019 zu erreichen, sei in greifbarer Nähe, heißt es in der Studie.

Auch langfristig sehen die Analystinnen und Analysten der NBG gute Aussichten: Bis 2030 könnte Griechenland seinen Anteil am globalen Tourismus von 2,3 auf 3,2 Prozent steigern und die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr von 18,2 Milliarden Euro im bisher besten Jahr 2019 auf 36 Milliarden verdoppeln, prognostizieren die Fachleute der NBG.

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Diese Regeln gelten für den Griechenland-Urlaub bei der Einreise und vor Ort

Griechenland-Urlauberinnen und ‑Urlauber müssen einige Einschränkungen und bürokratische Prozeduren akzeptieren. Mindestens 24 Stunden vor der Einreise muss man sich auf der Internetseite travel.gov.gr elektronisch anmelden und erhält dann am Reisetag per E‑Mail einen QR-Code. Er dient der Nachverfolgung und muss bei der Ankunft vorgezeigt werden. Wer nicht voll geimpft oder von Covid-19 genesen ist, muss einen negativen Schnelltest oder einen PCR-Test vorlegen.

Im Land selbst gelten einige Beschränkungen: In Bars und Clubs müssen die Gäste sitzen. Geschlossene Räume in Gastronomiebetrieben, Kinos und Theatern sind nur für Geimpfte zugänglich, ein Test reicht nicht. Für die Rückkehr nach Deutschland ist erneut ein negativer Test nötig, der nicht älter als 72 Stunden (PCR) oder 48 Stunden (Antigen-Schnelltest) sein darf. Auch für Rückflüge aus Griechenland in die Schweiz und nach Österreich gilt die 3‑G-Regel: Man muss geimpft, genesen oder getestet sein.

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