Belastung für die Reisekasse

Flüge, Hotels, Mietwagen: Wofür Reisende 2022 mehr Geld bezahlen müssen

Ein Flugzeug beim Landeanflug über Touristen mit Sonnenliegen und Sonnenschirmen am Mackenzie Beach auf Zypern.

Im Reisejahr 2022 müssen Urlauberinnen und Urlauber an vielen Stellen tief in die Tasche greifen.

Das Reisejahr 2022 ist nichts für Schnäppchenjäger. Für Flüge, Hotels, Ferienunterkünfte und Mietwagen müssen Urlauberinnen und Urlauber dieses Jahr tiefer in die Tasche greifen. Die Gründe dafür? Vielfältig. Zum einen müssen Unternehmen coronabedingte Umsatzverluste ausgleichen. Zum anderen müssen sie die wegen des Krieges in der Ukraine gestiegenen Energiekosten und Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz zum Teil an ihre Kundschaft weitergeben.

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Flugtickets werden teurer – Ende der Preisspirale nicht in Sicht

In der Luftfahrtbranche ist der in die Höhe geschnellte Ölpreis aktuell der Preistreiber Nummer eins. Aber auch die steigenden Gebühren an Flughäfen und die höheren Kosten für die Flugsicherungen wirken sich auf die Ticketkosten aus. Die Lufthansa erhöht ihre Preise für Hin- und Rückflüge nach Südamerika, Australien, Asien, Afrika, Kanada und Mexiko sowie in die USA und den Mittleren Osten um dieses Jahr um bis zu 200 Euro. Die Airlines Emirates, Air France-KLM, Ryanair und Japan Airlines drehen in diesem Jahr ebenfalls an der Preisschraube.

Und ein Ende der hohen Preise ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil. Wie Condor-Chef Ralf Teckentrup am kürzlich in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mitteilte, werde der Klimaschutz das Fliegen in den kommenden Jahren signifikant verteuern. In den „nächsten fünf, sechs Jahren“ bleibe der Sommerurlaub für weite Teile der Bevölkerung erschwinglich. „Danach wird es nach heutiger Einschätzung sehr viel teurer“, sagte der Airline-Manager gegenüber der Zeitung.

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Hotels müssen steigende Kosten an Gäste weitergeben

Deutsche Beherbergungsbetriebe mussten laut dem Statistischen Bundesamt im vergangenen Jahr Umsatzverluste in Höhe von 45 Prozent gegenüber 2019 hinnehmen. Nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen waren die Hoffnungen in der Hotellerie groß, ihre Umsatzzahlen dieses Jahr wieder normalisieren zu können. Doch stark gestiegene Energie- und Lebensmittelkosten schoben den Hoffnungen der Branche schnell wieder einen Riegel vor.

Die außerplanmäßigen finanziellen Belastungen können die Betriebe nicht allein stemmen. Laut einer eigenen Umfrage des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern sieht sich die Mehrheit von 300 befragten Unternehmen gezwungen, die höheren Kosten an Kunden weiterzugeben. „Es wird wieder ein sehr herausforderndes Jahr für uns“, so Lars Schwarz, Präsident des Dehoga Mecklenburg-Vorpommern.

Auch bei Ferienhäusern lässt sich in diesem Jahr nur schwer ein Schnäppchen machen. Wie die Ferienhaussuchmaschine Holidu Anfang des Jahres mitteilte, sind die Unterkünfte in Deutschland in diesem Sommer mit durchschnittlich 128 Euro pro Nacht und Unterkunft 25 Prozent teurer sind als im Jahr 2019 – also vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

Hier ist Urlaub in Europa am günstigsten

Deutschland ist laut einem Vergleich des Statistischen Bundesamtes (Destatis) aber auch das teuerste Reiseziel in Europa – zumindest was Gaststätten- und Hoteldienstleistungen betrifft. In anderen europäischen Ländern können Touristinnen und Touristen wesentlich günstiger Urlaub machen.

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In Italien zahlen Urlauberinnen und Urlauber für Gaststätten- und Hoteldienstleistungen im Februar 2022 3 Prozent weniger als in Deutschland. In spanischen Restaurants und Hotels liegt das Preisniveau 17 Prozent und in Zypern 19 Prozent unter dem in Deutschland.

Noch günstiger sind die bei Reisenden beliebten EU-Staaten Griechenland (21 Prozent günstiger) und Kroatien (24 Prozent günstiger). Etwa 30 Prozent preiswerter als Deutschland waren Malta sowie Portugal, und etwa die Hälfte eines Deutschland-Urlaubs bezahlen Touristinnen und Touristen für Hotelaufenthalte und Restaurantbesuche in Nordmazedonien, Montenegro, Bulgarien und Albanien.

Beim Camping bleiben die Preise voraussichtlich stabil

Für die Campingwirtschaft könnte 2022 ein Rekordjahr werden. „Sofern es zu keinen erneuten Corona-Beschränkungen kommt, rechnen wir mit einer guten Nachfrage, mindestens auf dem Vor-Corona-Niveau“, so Christian Günther, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Campingwirtschaft (BVCD) gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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„Hektische Preisanpassungen“ bezüglich der steigenden Energiekosten sind laut Günther derzeit nicht abzusehen: „Es bleibt offen, wie sich die Preise bis zum Sommer entwickeln. Momentan gehe ich eher davon aus, dass wir im nächsten Jahr mit Preiserhöhungen rechnen müssen.“

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Grundsätzlich hilft gegen die steigenden Energiepreise, seine Ausgaben zu kalkulieren und einen Überblick über die Fixkosten zu haben.

Wer bis jetzt noch keinen Campingplatz für den Sommer gebucht hat, sollte sich bald dazu entschließen. Der BVCD-Chef empfiehlt Campingfans, Plätze für die Sommerferien „spätestens bis Anfang Mai“ zu buchen. „Danach wird es schwierig, noch den Traumplatz in der ersten Reihe zu ergattern.“ Sein Rat für Spontanreisende: ein Blick in die sozialen Netzwerke. „Dort bieten Campingplätze oft kurzfristige Verfügbarkeiten an.“

Mietwagen buchen: Nachfrage weiter höher als Angebot

Die hohen Kosten für Mietwagen sorgten im vergangenen Jahr für erhitzte Gemüter. Auf Mallorca mussten Reisende in der Hauptsaison für einen Mietwagen mehr als 900 Euro pro Woche zahlen. Der Grund für die Preisexplosion: Angebot und Nachfrage.

Urlauberinnen und Urlauber setzten verstärkt auf Mietautos, um einen Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Gleichzeitig hatten die Mietwagenanbieter wegen coronabedingter Umsatzeinbußen deutlich weniger Autos als vor Ausbruch der Pandemie zur Verfügung. Und auch in diesem Jahr müssen Reisende für einen Mietwagen viel Geld auf den Tisch legen. Die Urlaubsinsel Mallorca zählt dabei erneut zu den Spitzenreitern. Wer noch nicht gebucht hat, sollte sich also ranhalten.

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Keine Preisanhebungen bei Kreuzfahrten – zumindest vorerst

Wer Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff plant, muss seine Urlaubskasse dieses Jahr nicht aufstocken. „Wir werden für Reisen mit der ‚Mein Schiff‘ keine Treibstoffzuschläge einführen, anders als die ein oder andere Fluggesellschaft das macht“, sagt Wybcke Meier, Vorsitzende der Geschäftsführung von Tui Cruises, auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland. Das Unternehmen habe langfristige Verträge abgeschlossen und werde seine Kundinnen und Kunden deshalb im ersten Jahr, das sich nach der Pandemie wieder normal anfühle, nicht mit Preissteigerungen verunsichern.

Auch bei Aida Cruises sind nach Angaben einer Pressesprecherin keine Erhöhungen geplant: „Wir haben in unseren Katalogen die Reisen inklusive der Preise bereits bis Herbst 2023 bereits veröffentlicht und erwarten eine stabile Preisentwicklung.“ Auch bei Hansa Touristik, Hapag-Lloyd Cruises, MSC Cruises und Sea Cloud Cruises sind keine Preisanhebungen geplant.

Heiko Jensen, VP Sales und Marketing bei Hurtigruten, macht auf Anfrage des RND aber klar: „Die Kosten für Energie, Lebensmittel und andere Rohstoffe steigen und dies macht auch vor dem Tourismus und Kreuzfahrten nicht Halt. Urlaub wird in Zukunft teurer.“ Auch wenn das Preisniveau dieses Jahr noch stabil ist, könnte sich das in den kommenden Jahren also ändern.

RND/jaf

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